Straßennamen in Ochtrup
Stahmstraße erinnert an den engagierten Pädagogen Bernhard Stahm

Ochtrup -

„Jenseits der Stille“ heißt eine Geschichte um das Schicksal gehörloser Menschen. In dieser Geschichte werden Brücken gebaut zwischen der Welt der Stille und der Welt der Sprache. In Langenhorst waren diese Brücken zwischen Gehörlosen und Hörenden über 120 Jahre lang eine alltägliche Situation. Es war Bernhard Stahm, der den gehörlosen Kindern dort eine kleine, harmonische Welt aufbaute. Zur Erinnerung an diesen engagierten Pädagogen trägt die „Stahmstraße“ im Ochtruper Ortsteil seinen Namen.

Mittwoch, 03.01.2018, 08:01 Uhr

Im Ortsteil Langenhorst erinnert eine Straße an den engagierten Pädagogen Bernhard Stahm.
Im Ortsteil Langenhorst erinnert eine Straße an den engagierten Pädagogen Bernhard Stahm. Foto: Irmgard Tappe

Am 31. März 1818 in Ahlen geboren, lernte Stahm Langenhorst erstmals 1835 als Studierender an der dortigen Präparandie kennen. „Im Jahre 1841 kehrte er als Junglehrer nach Langenhorst zurück“, heißt es in einer von Hildegard Schulze Elshoff verfassten Dokumentation über die Gehörlosenschule.

Wie daraus weiter hervorgeht, richtete Stahm in seiner Privatwohnung eine mit dem Lehrerseminar verbundene „kleine Taubstummenschule“ mit sechs Schülern ein. Den jungen Lehramtsanwärtern wurde dort im kleinen Kreis die Pädagogik des Unterrichtens gehörloser Kinder vermittelt. Aus dieser „Taubstummenübungsschule“ entwickelte sich in den Folgejahren eine selbstständige Schule.

In seiner Privatwohnung richtete Bernhard Stahm 1855 ein erweitertes Klassenzimmer für 24 Schüler ein. Von nun an widmete er sich ausschließlich dem Unterricht der Gehörlosen. Einmal wöchentlich gab er den Seminaristen der Präparandie Einweisungen in die „Taubstummenunterrichtslehre“.

Stahm war stets bestrebt, seine Schützlinge auf ein Leben vorzubereiten, das sowohl in der Welt der Gehörlosen als auch der Hörenden einen sicheren Platz hatte. Der junge Lehrer erarbeitete methodische Grundsätze und verfasste den „Lehrplan für die Westfälische Provinzialtaubstummenanstalt zu Langenhorst“. Ein Werk, das in Fachkreisen großen Anklang fand.

Die Zahl der Taubstummenschüler, die nach Lan­genhorst kamen, wuchs von Jahr zu Jahr. 1887 wurde an der Hauptstraße ein Erweiterungsbau errichtet. Die gehörlosen Mädchen und Jungen lebten in Langenhorster Familien. Wie Geschwister wuchsen sie dort mit den Kindern auf und nahmen am täglichen Leben der Hörenden teil.

1889 ging der Gründer und Direktor der Gehörlosenschule Langenhorst in den Ruhestand. 48 Jahre hatte er die Geschicke der Einrichtung geprägt.

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