Silvesterfeuerwerk ein überholter Brauch?
Lärm besiegt Angst und böse Geister

Nordwalde -

Für viele Deutsche gehört die Silvesternacht zu den schönsten Abenden des Jahres, der zünftig laut begrüßt werden muss. Für viele andere ist der Brauch der Silvesterknallerei heidnischer Ursprung und längst überholt. Zudem hat die Silvesterparty keinen Bezug zur biblischen Geschichte, so die Argumentation, auch wenn mit dem Papst Silvester, der am 31. Dezember 335 starb, ein Heiliger der Namensgeber ist.

Freitag, 28.12.2018, 18:00 Uhr
Raketen, Böller und Feuerwerksbatterien sind bis zum 31. Dezember im Verkauf. Nur wer volljährig ist, darf diese Böller kaufen. Foto: Detlef Held

Der Brauch in der Silvesternacht, Knallkörper anzuzünden, soll aus China stammen. Mit dem Lärm sollen böse Geister vertrieben werden. Auch die alten Germanen veranstalteten großen Lärm und zündeten Holzräder an, um ihre Angst vor der Dunkelheit zu besiegen. Das war, so die Überlieferung, der Vorläufer der Silvesterknallerei. In Europa soll es bereits im 14. Jahrhundert ein Feuerwerk gegeben haben, in Deutschland der Überlieferung nach seit 1506.

Heute ist Pyrotechnik ein großes Geschäft. So wird der Umsatz in Deutschland auf 150 Millionen Euro geschätzt. Der Verkauf hat am gestrigen Freitag begonnen und ist am 31. Dezember beendet. Dabei dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie F2 von volljährigen Bürgern erworben und gezündet werden. In Nähe von Krankenhäusern, Kindergärten, Altenheimen und Kirchen ist das Abbrennen dieser Pyrotechnik generell verboten. Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein Verbot zumindest in den Innenstädten. Viele Städte haben schon vor Jahren entsprechende Zonen ausgewiesen, an denen die Knallerei untersagt ist.

Kritiker dieses Brauches und auch das Umweltbundesamt rechnen am Neujahrstag mit erhöhten Feinstaubwerten, die besonders für kleine Kinder, Senioren und chronisch Kranke zu erheblichen Atembeschwerden führen können.

Haustierbesitzer kennen ein weiteres Problem: Der Lärm erschreckt Hunde und Katzen, versetzt sie in Panik. Tierschutzorganisationen machen darauf aufmerksam, dass vor allem Vögel gefährdet sind und diese oft Wochen brauchen, um sich von dem Schock zu erholen. Auch Menschen geraten immer wieder in Gefahr durch Brandverletzungen an Händen sowie durch Schäden an Ohren, Augen und Gesicht, oft durch unsachgemäße Handhabung.

Aktuelle Umfragen über ein Verbot von Feuerwerkskörpern zeigen, dass eine knappe Mehrheit der Befragten ein Verbot ablehnen, es als Bevormundung sehen. Für sie gehört zum Jahreswechsel ein Feuerwerk einfach dazu. Frauen sind eher für ein Verbot zu haben.

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