Erstes Weihnachtsfest
„Oh Tannenbaum“ auf der Tanbur

Nordwalde -

Aus zwei mach sieben: Die Flüchtlingspaten Christa und Klaus Michael Bierbach bekommen an Heiligabend Besuch von zwei jungen Paaren samt Baby. Die Syrer feiern ihr allererstes Weihnachtsfest – inklusive Sauerbraten.

Donnerstag, 21.12.2017, 13:12 Uhr

Feiern ein interkulturelles Weihnachtsfest (v.l.): Klaus Michael Bierbach, Mahmoud Alali, Muhamad Alali mit Tochter Lawa, Rojin Khalil, Shirin Khalil und Christa Bierbach. Die Gastfreundlichkeit der Bierbachs kommt nicht von ungefähr: Sie reisten 2001 mit dem Auto von Münster über Afghanistan und Iran bis nach Nepal und wurden stets freundlich empfangen.
Feiern ein interkulturelles Weihnachtsfest (v.l.): Klaus Michael Bierbach, Mahmoud Alali, Muhamad Alali mit Tochter Lawa, Rojin Khalil, Shirin Khalil und Christa Bierbach. Die Gastfreundlichkeit der Bierbachs kommt nicht von ungefähr: Sie reisten 2001 mit dem Auto von Münster über Afghanistan und Iran bis nach Nepal und wurden stets freundlich empfangen.

Ohne Frage, sie wird der Star sein, wenn die Flüchtlingspaten Christa und Klaus Michael Bierbach an Heiligabend mit der syrischen Familie vor dem Tannenbaum sitzen. Die zehn Monate alte Lawa strahlt schon fünf Tage vor ihrem ersten Weihnachtsfest mit der Kerze auf dem Adventskranz um die Wette. Doch nicht nur für die kleine Lawa ist der 24. Dezember ein Novum.

Auch für Mahmoud und Muhamad Alali sowie für Rojin und Shirin Khalil ist es das erste Weihnachtsfest, das sie feiern. Die beiden kurdischen Brüder aus dem Norden Syriens sind nämlich mit ihren Frauen – ein Schwesternpaar – eingeladen bei ihren Paten, den Bierbachs. So ganz genau wissen die jungen muslimischen Paare nicht, was das christliche Fest für sie bereit hält.

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Interkulturell ja, nur nicht in der Küche

Dass ein Baum aufgestellt wird, ist bekannt. Außerdem hat Christa Bierbach schon verraten, dass es Sauerbraten zum Fest geben wird. Kulinarisch bleibt das interkulturelle Fest also eher klassisch deutsch. „Rojin und Shirin kochen ganz wunderbar. Aber an Weihnachten lasse ich niemanden in die Küche“, sagt Christa Bierbach lachend.

Und wie steht‘s mit dem Kirchgang? Klaus Michael Bierbach geht auf jeden Fall in den Gottesdienst, schließlich muss er singen und Orgel spielen. Die kurdische Familie, die mit Hilfe der Bierbachs in eine Wohnung im Pfarrhaus gezogen sind, bleibt lieber im Hause Bierbach. „Gesungen wird aber trotzdem. Die Lieder bringen wir ihnen schon bei“, sagt die Patin. Und Geschenke gibt es auch. Lawa bekommt ein Puppenhaus. So viel kann verraten werden, da die Kleine das noch nicht versteht.

Weihnachtswunsch Ausbildungsplatz

Apropos verstehen: Den jungen Männern hört man die absolvierten Sprachkurse bereits an, die Frauen warten noch darauf, können aber schon viel verstehen.

Lange sind sie noch nicht in Deutschland. Als Minderheit in syrischem Kriegsgebiet mit der kurdenunfreundlichen Türkei als Nachbarn hielten sie es nicht aus. Vor eineinhalb Jahren kam erst Mahmoud Alali nach Deutschland, ehe die Familie zusammengeführt werden konnte. Muhamad hat bereits einen Job, Mahmoud wartet auf die Zusage für eine Ausbildung. Das wäre das schönste Weihnachtsgeschenk, was man ihm machen könnte.

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