Ausschusssitzung
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Nordwalde -

Der Jugend- und Familiendienst Rheine (Jfd) hat das Rennen gemacht. Die für das Kita-Jahr 2018/19 benötigte Drei-Gruppen-Einrichtung soll nach Wunsch des SSKS-Ausschuss der Jfd betreiben. Die Gründe waren nachvollziehbar.

Freitag, 01.12.2017, 15:12 Uhr

Die Ausschussmitglieder votierten einstimmig für die Trägervielfalt und empfahlen dem Kreisjugendamt, den Jugend- und Familiendienst Rheine mit der Errichtung einer Drei-Gruppen-Kita zu beauftragen.
Die Ausschussmitglieder votierten einstimmig für die Trägervielfalt und empfahlen dem Kreisjugendamt, den Jugend- und Familiendienst Rheine mit der Errichtung einer Drei-Gruppen-Kita zu beauftragen. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Zehn Minuten hatten die beiden Kita-Träger laut Vorlage, um von sich zu überzeugen. Aber sowohl Kerstin Kocher und Gilberte Heckmann von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) als auch Mareike Janßen und Nicole Hegemann vom Jugend- und Familiendienst Rheine (Jfd) brauchten deutlich mehr Zeit für die Vorstellung ihrer Konzepte für die im Kita-Jahr 2018/19 benötigte Drei-Gruppen-Einrichtung. Der Schul-, Sozial-, Kultur- und Sportausschuss empfahl dem Jugendhilfeausschuss des Kreises am Donnerstagabend einstimmig, dem Jfd den Zuschlag zu geben.

Das Hauptargument aller Fraktionen, für den Träger aus Rheine zu votieren, war die Trägervielfalt. Die Awo betreibt bereits einen Kindergarten im Ort, der Jfd käme neu hinzu. Inhaltlich unterschieden sich die Konzepte nur in Details.

Beide rechneten mit Kosten von etwa 195 000 Euro für die Ausstattung der Einrichtungen, wobei der Jfd prognostizierte, den Gesamtbetrag gefördert zu bekommen. Die Awo kalkulierte einen Zuschuss von 160 000 Euro, sodass die Gemeinde für die Restkosten hätte aufkommen müssen.

Woher die Fachkräfte nehmen?

Flexible Präsenzzeiten von circa 7 bis 17 Uhr, das Angebot gesunder Ernährung sowie die pädagogischen Konzepte waren vergleichbar.

Auf Nachfrage von Bürgermeisterin Sonja Schemmann, wie die Träger in Zeiten akuten Fachkräftemangels sicherstellen wollen, dass genug qualifiziertes Personal für die neue Einrichtung akquiriert werden könne, antwortete Kerstin Kocher (Awo), dass man dies nicht versprechen könne, aber durch die vorhandene Awo-Kita im Ort auf Synergieeffekte bei Krankheitsfällen hoffe. Außerdem setze man bei der Awo Hoffnung in das angekündigte Rettungspaket der NRW-Landesregierung, um Personal ausbilden zu können.

„Zu Beginn des Kita-Jahres ist es bisher kein Problem gewesen, qualifiziertes Personal zu finden. Schwierig wird es, wenn unvorhergesehene Abgänge während des Kita-Jahres zu verzeichnen sind“, so Mareike Janßens (Jfd) Antwort auf Schemmanns Frage.

Mehr Betreuung für unter Dreijährige

Der Grund für die Suche der Gemeinde nach einem neuen Kita-Träger ist das starke Bevölkerungswachstum bei den Drei- bis Sechsjährigen. Außerdem fragen Eltern verstärkt Kinderbetreuung für unter Dreijährige nach.

In den vergangenen Jahren sind die U3-Anmeldequoten stetig gestiegen. Die Versorgungsquote bei den unter Dreijährigen soll von derzeit 39,9 auf 44 Prozent bis zum Kindergartenjahr 2021/22 gesteigert werden. Dazu ist der Ausbau um drei Gruppen ab dem Kindergartenjahr 2018/2019 erforderlich.

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