Am Gefängnis vorbeigeschrammt
Zwei Jahre auf Bewährung für Ebay-Betrug

Nordwalde/Rheine -

Tränenreich verlief am Dienstag die Verhandlung beim Schöffengericht in Rheine wegen Ebay-Betruges in acht Fällen gegen eine 23-jährige Frau aus Nordwalde. Sie war geständig.

Dienstag, 18.07.2017, 17:07 Uhr

Tränenreich verlief am Dienstag die Verhandlung beim Schöffengericht in Rheine wegen Ebay-Betruges in acht Fällen gegen eine 23-jährige Frau aus Nordwalde. Zwischen April und Dezember 2016 bot sie bei Ebay hochwertige Mobiltelefone im Wert von jeweils etwa 500 Euro an, kassierte das Geld, lieferte aber kein Handy aus.

Das Schöffengericht ging mit zwei Jahren auf Bewährung noch drei Monate über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, „damit Sie merken, dass nach oben keine Luft mehr ist. Alles, was jetzt noch kommt, bringt Sie ins Gefängnis“, verdeutlichte die Richterin der 23-jährigen ihr in der Urteilsbegründung die Konsequenz des Urteils. Zwei Jahre sind das äußerste Maß für eine Bewährung, die sogar auf vier Jahre – das Höchstmaß – festgesetzt wurde. Zusätzlich muss sie 120 Sozialstunden ableisten.

Ihr Geständnis und ein Arbeitsvertrag sorgten für die Bewährungschance. Vorbestraft war sie nicht. Auf Grund einer Kontenübersicht hielt die Richterin ihr abschließend vor: „Sie haben immer dann Handys angeboten, wenn Ihr Konto leer war und die eigene Identität schon früh verschleiert“. Der Gesamtschaden beläuft sich auf knapp 4000 Euro.

Schon bei der Anklageverlesung begann die Nordwalderin zu weinen. Ihr Anwalt erklärte die Taten mit einer sehr schwierigen finanziellen und orientierungslosen Zeit.

„Ich habe gar nicht viel darüber nachgedacht“, sagte die Angeklagte und bestätigte die ihr zu Last gelegten Betrugstaten. Allerdings stand sie wegen einer Tat bereits in Steinfurt vor Gericht. Das Verfahren wurde im Hinblick auf eine Schadenswiedergutmachung eingestellt. Aber sie zahlte von 170 Euro nur 100 Euro, so dass es wieder aufgenommen wurde. „Wann haben Sie denn die letzte Tat begangen?“ fragte die Staatsanwältin. Die Angeklagte zögerte, schaute ratlos zu ihrem Verteidiger, der sagte: „Haben Sie nicht von Herbst/Winter 2016 gesprochen?“ Die Angeklagte antwortete vage: „Ja, dass kann sein“.

Angeklagt war auch die letzte Tat zwischen dem 26. November und 7. Dezember 2016. Die Staatsanwältin hatte sich zuvor im Register schlau gemacht und hielt ihr eine weitere Tat vom 13. März 2017 vor, „die im Hinblick auf diese Anklagen eingestellt wurde, daran müssen Sie sich doch noch erinnern“, was die Angeklagte unter dem Druck bestätigte.

„Die Taten sind sicher nur ein Bruchteil dessen, was wirklich passiert ist“, betonte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer und sprach von weiteren Einstellungen. Sie ging bei der Angeklagten von einer gewissen Naivität, aber auch Kriminalität aus. Die Ladungspost der Polizei hatte sie ignoriert und behauptet, sie nicht bekommen zu haben, was die Staatsanwältin offensichtlich ärgerte.

Die 23-Jährige Angeklagte benutzte neben fiktiven Namen auch den einer guten Bekannten. „Ja, die hatte mir mal eins reingewürgt, da habe ich gedacht, ich mache das auch mit ihr“, so ihre Einlassung.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5019194?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F181%2F
Zigarette als Brandursache
 
Nachrichten-Ticker