25 Jahre Betreuungsrecht
Die Selbstbestimmung wahren

Lienen/Tecklenburger Land -

Vor 25 Jahren wurde aus dem alten Vormundschaftsrecht das heutige Betreuungsrecht. Im System der rechtlichen Betreuung nehmen die vier Betreuungsvereine des Kreises Steinfurt eine wichtige Rolle ein, heißt es in einer Pressemitteilung.

Freitag, 29.12.2017, 06:12 Uhr

Der Betreuungsverein SkF in Ibbenbüren, der Diakonische Betreuungsverein in Rheine sowie die Betreuungsvereine des Caritasverbandes Rheine und Steinfurt gehen auf unterstützende Strukturen zurück, die älter sind als das Betreuungsrecht selbst. Gemeinnützigkeit und Vereinscharakter bringen sie in die einzigartige Lage, als Akteure im Betreuungswesen aus einer engen Verflechtung im Gemeinwesen heraus agieren zu können. Insgesamt zwölf Vereinsbetreuer unterstützen und begleiten ehrenamtliche Betreuer und führen selbst rechtliche Betreuungen.

Es werden jedoch nicht nur Betreuungen von Vereins- und Berufsbetreuern ausgeführt. Der Bedeutung und grundlegenden Idee von Selbstbestimmung folgen auch die 925 im Kreis Steinfurt ehrenamtlich bestellten und tätigen Betreuer. Es sind meist Betreuungen, die in der eigenen Familie oder von Ehrenamtlichen übernommen werden. Hier kommt die besondere Rolle der Betreuungsvereine des Kreises zum Tragen. Im Zuge der Querschnittsaufgaben obliegt den Betreuungsvereinen die Aufgabe, die planmäßige Gewinnung, Beratung und Fortbildung der ehrenamtlichen Betreuer vorzunehmen.

Sie stehen dafür ein, die Familienangehörigen und ehrenamtlichen Betreuer zu unterstützen, Ehrenamtliche zu finden und zu beraten, sich vor Ort zu engagieren mit den Menschen, da, wo sie leben.

Betreuungsrecht

Mit der Einführung des Betreuungsrechts 1992 wurde in Deutschland die Entmündigung abgeschafft. Ob eine Betreuung eingerichtet wird, entscheidet das zuständige Betreuungsgericht. Braucht jemand eine rechtliche Betreuung oder gibt es nicht auch andere Hilfen, die im Sozialsystem zur Verfügung stehen, um eine gerichtlich angeordnete rechtliche Betreuung zu vermeiden? Diese Frage wird mit Hilfe der Betreuungsbehörde erörtert. Im Vorfeld wird die persönliche, gesundheitliche und soziale Situation des Betroffenen sowie die Erforderlichkeit einer Betreuung geprüft. Kommt es zur Einrichtung einer rechtlichen Betreuung, ist eines klar: Egal, in welcher Lage der Betreute ist, über seinen Kopf hinweg darf nicht gehandelt werden. Es ist die Verpflichtung der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, die Selbstbestimmung zu wahren und zu fördern, den Betreuten bei seiner Entscheidungsfindung zu unterstützen. Es geht nicht nur darum, eine Entscheidung zu treffen, die vielleicht irgendwie die Beste ist, sondern die für die Person die beste ist, weil sie sie selber so getroffen hätte. Rechtliche Fürsorge innerhalb eines definierten Aufgabenkreises soll dem psychisch kranken oder seelisch behinderten Menschen die Selbstbestimmung so weit wie möglich erhalten.

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Im vergangenen Jahr wurden in 34 Gewinnungsveranstaltungen 77 neue familiäre und außerfamiliäre Betreuer durch die Betreuungsvereine gefunden.

Um rechtzeitig vorher entsprechende Anordnungen zu treffen, kann der einzelne eine wirksame und ausreichende Vollmacht erstellen. Die Betreuungsvereine des Kreises Steinfurt haben eine Broschüre erarbeitet, die in es in den einzelnen Vereinen für eine Schutzgebühr gibt.

Wer Interesse hat, ein Ehrenamt zu führen oder Begleitung bei der Führung eines Ehrenamtes wünscht, oder Fragen zu Vorsorgevollmachten hat – die Betreuungsvereine stehen zur Verfügung.

Zum Thema

Sozialdienst katholischer Frauen Ibbenbüren; Betreuungsverein, Oststraße 39, 49477 Ibbenbüren, ' 0 54 51/ 96 86 0; betreuung@ skf-ibbenbueren.de; www. skf-ibbenbueren.de

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