Ungewisse Zukunft der Spielgruppe
„Tigerente“ auf Herbergssuche

Lienen-Kattenvenne -

Eng ist gemütlich. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum sich die Kinder und Betreuer der Spielgruppe „Tigerente“ im Haus von Familie Dierk so wohl fühlen. Da wäre noch die zentrale Lage, die den Standort attraktiv macht. Und die äußerst günstige Miete. „Wir sind hier fast umsonst“, sagt Marion Walonka-Fahrenhorst, Vorsitzende des gemeinnützigen Trägervereins der Tigerente.

Samstag, 02.12.2017, 09:12 Uhr

Wie geht‘s weiter mit der „Tigerente“? Vorübergehend kann die Spielgruppe schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite im evangelischen Gemeindehaus unterkommen.
Wie geht‘s weiter mit der „Tigerente“? Vorübergehend kann die Spielgruppe schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite im evangelischen Gemeindehaus unterkommen. Foto: Michael Schwakenberg

Allerdings könnte es schon bald vorbei sein mit der komfortablen Situation, denn das Haus steht zum Verkauf (die WN berichteten). In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Generationen, Kultur und Soziales hatte Walonka-Fahrenhorst über die Situation informiert. Am vergangenen Wochenende erreichte sie die Nachricht, dass die Spielgruppe womöglich schon zum 1. Januar die ehemaligen Aufenthaltsräume der Volksbank Kattenvenne verlassen muss.

Wenn doch nur alles so einfach wäre wie in den Geschichten von Kinderbuchautor Janosch, dann dürfte es für die Spielgruppe kein Problem sein, auch kurzfristig ein neues Domizil zu finden. Schließlich gibt‘s beim Erfinder der Tigerente spätestens nach einer halben Vorlesestunde immer ein Happy-End. Doch die Realität sieht etwas anders aus als in den Panama-Geschichten mit Tiger und Bär.

Dabei ist die Gruppe genügsam, würde sich mit rund 40 Quadratmetern inklusive Heizung, Toilette, fließend Wasser und Strom zufriedengeben. „Mehr als bislang brauchen wir nicht“, sagt die Vorsitzende – und weist zugleich darauf hin, wie wichtig die seit 1986 bestehende Einrichtung für den Ort ist: „Viele berufstätige Eltern sind auf un­ser Angebot angewiesen.“ Die Preise sind überaus fair: Für zwei Vormittage pro Woche zahlen Eltern 49 Euro im Monat, bei drei Vormittagen sind es 69 Euro. Die vier Betreuerinnen, darunter zwei ausgebildete Tagesmütter, sind ehrenamtlich im Einsatz oder erhalten eine sogenannte Übungsleiter-Pauschale. Ob die „Tigerente“ so preisgünstig bleibt, wird auch davon abhängen, was der Verein künftig an Miete aufbringen muss.

Sollte die Gruppe tatsächlich Ende des Jahres rausmüssen, stünde sie nicht auf der Straße. Die evangelische Kirchengemeinde würde ihr vorübergehend Unterschlupf in ihrem Gemeindehaus gewähren.

Ob nicht die Zusammenlegung mit der Spielgruppe „Zwergenland“ in Lienen eine Option wäre, wurde Walonka-Fahrenhorst im Ausschuss gefragt. Das schloss die Vorsitzende allein schon wegen der räumlichen Distanz aus.

Eine Hoffnung bleibt natürlich: dass die Gruppe auch nach einem Eigentümerwechsel in ihrem bisherigen Domizil bleiben kann. Darauf verlasen will sich der Vorstand aber nicht. Deshalb appelliert er an alle Kattenvenner Immobilienbesitzer, die Platz für eine Spielgruppe haben, sich möglichst bald zu melden.

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Ansprechpartnerin ist Marion Walonka-Fahrenhorst (' 0 54 84/ 312 oder 01 51/ 21 60 72 45).

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