Ausschuss spricht über Spielplätz
„Recht auf Ruhe“ in Intrup bedroht?

Lengerich -

Ganz im Zeichen von Sportstätten, Bolz- und Spielplätzen stand am Mittwochabend die Sitzung des Ausschusses Soziales, Generationen und Sport. Dabei ging es auch um einen Antrag des Jugendbeirates. Der wünscht sich, dass der Pausenhof der Grundschule Intrup samt Bolzplatz Kindern und Jugendlichen auch außerhalb der Schulzeit für die Freizeitgestaltung zur Verfügung steht. Im Ausschuss kam das gut an

Samstag, 22.06.2019, 10:48 Uhr aktualisiert: 22.06.2019, 10:50 Uhr
Der Spielplatz an der Grundschule Intrup kann bereits bis 20 Uhr genutzt werden, der Schulhof hingegen nicht. Das könnte sich ändern, wenn auch der Stadtrat einen Antrag des Jugendbeirats unterstützt. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

In Sachen Spielplätze und Sportstätten in Lengerich stellt sich die Stadtverwaltung selbst ein gutes Zeugnis aus. Das wurde am Mittwochabend im Ausschuss Soziales, Generationen und Sport deutlich. In dem Gremium stellten die zuständigen Fachdienstleiter Jörg Hesselmann (Schule, Sport und Kultur) und Holger Lange (Straßenbau) Berichte vor, die sich im Ergebnis als positive Eigendarstellung werten lassen. Positives gab es auch noch für den Jugendbeirat zu verzeichnen. Er fand Unterstützung für einen Antrag, der sich ebenfalls dem Thema Spielplätze widmet.

Dabei geht es um den Schulhof der Grundschule Intrup. Der Jugendbeirat hält es für wünschenswert, ihn, wie bei Spielplätzen üblich, bis 20 Uhr offen zu halten. Bislang ist die Nutzung an den Schulbetrieb gekoppelt und um 16 Uhr Schluss. „Wir finden das schade, da auch Pausenhöfe wie dieser zur Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen gehören und ihnen einen Raum zur Entfaltung und zum Zeitvertreib in der Stadt geben“, heißt es im Antrag. Eine Sicht der Dinge, die von Verwaltung und Ausschussmitgliedern geteilt wurde.

Allerdings scheint es nicht nur Befürworter des Vorstoßes zu geben. Ein Anwohner verfolgte die Ausschusssitzung, kam aber aufgrund des Regelwerks nicht zu Wort. Gegenüber den WN betonte er, dass einige Anlieger gegen eine Ausweitung der Öffnungszeiten seien. Bereits jetzt gebe es durch den langen Betrieb in der AWO-Kindervilla und der Ganztagsbetreuung in der Grundschule eine Lärmbelastung, die im Vergleich zu früheren Zeiten erheblich zugenommen habe. Als Bürger sollte man irgendwann auch ein „Recht auf Ruhe“ haben, so der Lengericher.

Wie zu hören ist, soll es aufgrund von Beschwerden aus der Nachbarschaft in der Vergangenheit bereits zu Polizeieinsätzen im Bereich der Grundschule gekommen sein. Im Ausschuss wurde all das nicht thematisiert. Es wurde lediglich darauf verwiesen, dass die 20-Uhr-Regelung bereits für den Spielplatz an der Schule (Rahe-straße/Ecke Banningstraße) gelte. Insoweit, so Holger Lange, könne man den hinteren Schulhofbereich einfach „integrieren“.

Dass Spiel- und Sportplätze auch in anderer Hinsicht nicht immer nur für Freude sorgen, war zuvor bei den Berichten von Lange und Jörg Hesselmann (Sportplätze und -hallen) deutlich geworden Sie berichteten mit Bezug auf Empfehlungen der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA), die sich in ihrem jüngsten Bericht unter anderem diesen Bereichen gewidmet hat. Die Stadt sieht in den Ergebnissen aber offenbar keinen Anlass, gravierende Änderungen vorzunehmen. Die GPA hatte, wie berichtet, beispielsweise angeregt, Vereine stärker an den Kosten für die Pflege von Sportplätzen zu beteiligen und die Halle in Hohne-Niedermark aufzugeben. Dinge, die seitens der Verwaltung offenbar keine Priorität haben.

Mit dem geplanten neuen Spielplatz im Baugebiet westlich der Bergstraße gibt es nach Angaben von Lange 21 Spielplätze in der Stadt. Deren Zahl und Größe (zwischen 580 und 3700 Quadratmeter) orientiere sich an Vorgaben des Landes. Vom großen Schiff bis zur kleinen Wippe stehen für die junge Klientel 137 Spielgeräte bereit. Für die Stadt sei neben der „Spielqualität“ die „Aufenthaltsqualität“ wichtig, um die Spielplätze auch für Erwachsene attraktiv zu machen. Deshalb werde ein hoher Pflegeaufwand betrieben. „Vermüllung“ und Vandalismus – Lange zeigte im Bild aktuelle Beispiele – seien weitere Gründe dafür, dass Mitarbeiter der Stadt immer wieder vor Ort seien.

Aus dem Ausschuss ernteten die Aussagen zwar keinen Widerspruch, doch es gab etwa mit Hinweis auf Ibbenbüren schon die Meinung, dass in Sachen Spielplatz-Attraktivität unter anderem im Innenstadtbereich mehr getan werden könnte. Möglicherweise kommt derweil beim vom Bündnis für Familie vorangetriebenen Vorhaben Matsch-Spielplatz Bewegung rein. Als potenzielle städtische Fläche, die zur Verfügung gestellt werden könnte, sprach Lange von einem Bereich, der nördlich der TWE-Strecke und östlich der Bergstraße liegt. Denkbar ist aber auch, dass eine private Fläche gefunden wird.

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