Kunstrasenplatz im Stadion Münsterstraße
Einstimmiges „Ja“ im Stadtrat

Lengerich -

Mehrere Hundert Mitglieder des Fußballvereins Preußen Lengerich, darunter überwiegend Jugendspieler, haben am Dienstagabend vor der Sitzung des Stadtrats deutlich gemacht, was sich der Verein wünscht: Einen Kunstrasenplatz im Station an der Münsterstraße.

Dienstag, 20.03.2018, 19:03 Uhr

Vor dem Beginn der Sitzung des Stadtrates haben die Mitglieder von Preußen Lengerich ihrem Wunsch nach einem Kunstrasenplatz Nachdruck verliehen. Foto: Uwe Wolter

Mit lautem Beifall und Pfiffen begleiteten am Dienstagabend rund 50 Mitglieder des Vereins Preußen Lengerich die Entscheidung des Stadtrates pro Kunstrasenplatz im Stadion an der Münsterstraße.

Nach langem Hin und Her ist damit der Weg frei für das Projekt. Ein wesentliches Anliegen, dass die Kommunalpolitiker damit verbinden: Die Jugendmannschaften des Fußballvereins sollen nicht mehr länger als notwendig auf dem Außengelände am Aldruper Damm trainieren und spielen müssen.

Mit 40 000 Euro, verteilt auf zehn gleichgroße Jahresbeiträge, sollen sich die Preußen an der Finanzierung des auf rund eine halbe Million Euro taxierten Projekts beteiligen. Wie teuer der Kunstrasenplatz wird und welche „Gras“-Sorte(n) dabei zum Einsatz kommen, wird sich bei der Ausschreibung und der darauf folgenden Entscheidung für einen Anbieter herausstellen.

Bevor der kollektive Erleichterungsseufzer aus den Kehlen der Preußen kam, hatte sich der Stadtrat ziemlich genau eine Fußball-Halbzeit lang in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Projekt beschäftigt – und weiteren Themen. „Seit zwei Jahren warten wir alle darauf, dass der Kunstrasenplatz endlich Realität wird“, eröffnete der Bürgermeister den in der Tagesordnung nach vorne gezogenen Diskussionspunkt. Zugleich mahnte Wilhelm Möhrke, dass nicht nur bei den Preußen, sondern auch von den Ratsmitgliedern ehrenamtlich gearbeitet werde.

Kunstrasenplatz für SC Preußen Lengerich

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  • Vor Beginn der Ratssitzung hatten sich rund 200 Preußen-Mitglieder, darunter viele Jugendliche, vor der Stadtsparkasse versammelt.

    Vor Beginn der Ratssitzung hatten sich rund 200 Preußen-Mitglieder, darunter viele Jugendliche, vor der Stadtsparkasse versammelt.

    Foto: Günter Tierp
  • Beifall von den Zuschauerrängen bei der Ratssitzung für den Beschluss pro Kunstrasenplatz.

    Foto: Günter Tierp
  • Der entscheidende Moment: Einstimmiges Votum des Stadtrats pro Kunstrasenplatz im Stadion an der Münsterstraße.

    Foto: Günter Tierp
  • Uwe Meyer und Ralf Kahsmann danken den Mitgliedern, die zur Willensbekundung vor der Ratssitzung zur Stadtsparkasse gekommen waren.

    Foto: Günter Tierp
  • Endlich geschafft: Die Preußen stoßen im Vereinsheim auf den Kunstrasenplatz-Beschluss an.

    Foto: Günter Tierp
  • Vorstandssprecher Klaus Westhoff ist erleichtert über das Abstimmungsergebnis im Stadtrat.

    Foto: Günter Tierp

„Es gab einige Irritationen“, räumte Andreas Kuhn ein. Allerdings, das unterstrich der Fraktionsvorsitzende, sei die SPD immer für den Kunstrasenplatz gewesen. „Es geht uns um die Kostenbeteiligung“, betonte er mehrfach. Nicht nur bei den Preußen, auch bei anderen Vereinen, wenn die etwas planten. „Die SPD hat immer den Sport gefördert und wird das weiter tun, aber auch die Kosten prüfen“, versprach er.

Beim Thema Kunstrasen seien den Sozialdemokraten die Fakten lange Zeit nicht bekannt gewesen. Erst am Montagabend habe die Fraktion die Gewinn- und Verlustrechnung der Preußen erhalten. Am wichtigsten aus seiner Sicht: „Die Kinder müssen weg vom Aldruper Damm.“

Reaktion von Preußen Lengerich

„Wir sind erleichtert über das Ergebnis der Abstimmung im Rat, welches nicht nur für den SC Preußen 06 Lengerich, sondern für den gesamten Fußballsport unserer Stadt ein wegweisendes Signal ist. Wir freuen uns natürlich, dass die von uns immer wieder beharrlich vorgetragenen Argumente und Fakten „Pro Kunstrasen“ letztendlich gegriffen haben. Wir danken allen Beteiligten, die in den vergangenen zwei Jahren für das heutige Abstimmungsergebnis gekämpft haben. Für Preußen Lengerich fängt jetzt mit der Umsetzungsphase aber die eigentliche Arbeit erst richtig an. Wir freuen uns darauf!“

 

 Klaus Westhoff

 Vorstandssprecher

...

„Es war nicht immer so harmonisch“, widersprach Klaus Reiher seinem Vorredner. Für die CDU, so deren Fraktionsvorsitzender, sei immer das Ziel gewesen, die Nachwuchsfußballer vom Aldruper Damm ins Stadion zu holen, in die Zukunft zu investieren und – so wie in diesem Fall – gleichzeitig auch in das Eigentum der Stadt zu investieren. An die Preußen appellierte der Christdemokrat, den Kunstrasenplatz „pfleglich“ zu behandeln, schließlich werde viel Geld in das Projekt gesteckt.

Der Kunstrasenplatz sei auch von ihrer Fraktion nie in Frage gestellt worden, unterstrich Anne Engelhardt. Die Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen unterstrich, dass der Rat bei derartigen Vorhaben immer im Verhältnis zu anderen Vereinen abwägen und entscheiden müsse. „Wir stimmen guten Gewissens zu, weil dort gute Jugend- und Integrationsarbeit geleistet wird.“

Kommentar

Unnötige Verlängerung Was lange währt, wird endlich gut? Im Fall des Kunstrasenplatzes für das Stadion an der Münsterstraße trifft dieses Sprichwort zu. Das Ende der Vagabundiererei der Nachwuchskicker des SC Preußen Lengerich zur Sportfläche am Aldruper Damm ist absehbar. Das ist gut so, denn Kinder und Jugendliche sollten für ihren Sport nicht ein Trainingsgelände im Außenbereich aufsuchen müssen.

Auch wenn Vereine in anderen Kommunen einen größeren Eigenanteil für Kunstrasenplätze stemmen müssen: Die Zahlen der Preußen sind geprüft worden. 40 000 Euro Eigenanteil scheinen das finanziell Machbare für die Sportler zu sein. Das hat der Stadtrat – einstimmig – so akzeptiert.

Dennoch bleibt Unbehagen zurück. Was hat Andreas Kuhn mit seinen Querschüssen bezweckt? Mal fehlten dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Informationen, dann kam er mit so obskuren Vorschlägen wie einer Nutzungsgebühr um die Ecke. Seine Begründung, bis Montagabend hätten Zahlen gefehlt, klingt arg dünn. Den anderen Fraktionen lagen die offenbar vor – hatten die sich gekümmert und mal bei den Preußen nachgefragt?

Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass das Projekt Kunstrasenplatz längst im Umsetzungsstadium sein könnte. Aus Fußballer-Sicht ist es in die Verlängerung gegangen. Unnötig.

 Michael Baar

...

„Wir waren immer dafür“, stellte FDP-Fraktionsvorsitzender Jens Kröger fest. Was ihn besonders freute, war die große Zahl an Zuhörern, die so unterstreichen würden, dass sie hinter ihrem Verein stehen.

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