Neujahrskonzert in Lengerich
Ein rundum gelungener Abend

Lengerich -

Es war ein rundum gelungener Abend, das Neujahrskonzert mit dem Festivalorchester unter der Leitung von Marin Panteleev und mit dem Geigen-Virtuosen Jósef Lendvay in der Gempt-Halle.

Mittwoch, 03.01.2018, 18:01 Uhr

Das Festivalorchester unter der Leitung von Martin Panteleev begeisterte die Zuhörer in der Gempt-Halle ebenso wie Geigen-Virtuose Jósef Lendvay bei seinen Solo-Auftritten.
Das Festivalorchester unter der Leitung von Martin Panteleev begeisterte die Zuhörer in der Gempt-Halle ebenso wie Geigen-Virtuose Jósef Lendvay bei seinen Solo-Auftritten. Foto: Axel Engels

Neujahrsgrüße aus 20 Nationen – mit einem unterhaltsamen Konzert verwöhnte das Festivalorchester der Musiklandschaft Westfalen die Liebhaber eingängiger Polkas, Walzer und Märsche von Johann Strauss , Pablo de Sarasate, Antonin Dvorak bis Brahms. Über 350 Freunde der leichteren klassischen Musik erlebten in der Gempt-Halle einen rundum gelungenen Abend mit dem versierten Dirigenten Marin Panteleev .

Dirk Klapsing, Intendant der „musiklandschaft:westfalen“ war sehr erfreut über die große Resonanz und versprach bei der Begrüßung einen bunten Abend mit traditionellen Werken, die bei einem Neujahrskonzert einfach nicht fehlen dürften.

Unter dem versierten Dirigat von Martin Panteleev zeigte das Orchester seine Qualitäten. Er gilt als einer der führenden Dirigenten seiner Generation, ist ein exquisiter Violinist und war lange Jahre Chefdirigent der von Justus Frantz und Leonard Bernstein gegründeten „Philharmonie der Nationen“.

Schon bei der „Ouvertüre“ aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss zeigte sich, dass er mit dem typischen Wiener Charme der Werke der k.u.k.-Monarchie vertraut ist. Selbst kleinste dynamische Differenzierungen gelangen auf hohem künstlerischen Niveau, begeisterten das Publikum daher von der ersten Note an.

Dieser positive Eindruck setzte sich den ganzen Abend fort. Selten hat man eine so bis ins kleinste Detail stimmige Wiedergabe der „Tritsch-Tratsch-Polka“ sowie der „Pizzicato-Polka“ von Johann Strauss gehört wie unter dem Dirigat von Martin Panteleev. Wenn man in den wunderbaren Melodien aus dem „Zigeunerbaron“ schwelgte, sich mit mediterranem Flair bei Giacochino Rossinis „La gazze ladra“ umschmeicheln ließ und melancholische Klänge beim „Slavischen Tanz op. 72 Nr. 7 c-Moll“ von Antonin Dvorak die Gempt-Halle füllten, war das Vergnügen des Publikum rundum gegeben.

Aber dieses Neujahrskonzert bot eine musikalische Besonderheit auf internationalem Niveau. Martin Panteleev ist eng befreundet mit dem herausragenden Violinisten Jósef Lendvay, einem der ganz großen Vertreter seiner Zunft. Seit seinem Debut in der Londoner Carnegie-Hall gilt er weltweit als Virtuose mit großer Reife.

Bezeichnend für sein Spiel sind die Natürlichkeit und Lebendigkeit. Mit den „Zigeunerweisen op. 20“ von Pablo de Saraste erklang vor der Pause ein Werk, das wie geschrieben schien für den Musiker mit der Stradivari „Ex-Ries“ aus dem Jahr 1691. Bestens gestaltete sich der musikalische Dialog zwischen dem Solisten und dem Orchester, wusste Jósef Lendvay seine ganze Virtuosität in den Dienste der Musik zu stellen.

Passagen, über die andere Violinisten wohl oftmals verzweifeln können, stellten für ihn kein Problem dar. Er konzentrierte sich ganz auf den gefühlsbetonten Inhalt jenseits des reinen Notentextes. Solch brillantes Spiel erlebt man nur selten, da stimmte jedes noch so kleinste Detail in einer lebendigen und fesselnden Art. Wenn er dann noch den berühmten „Ungarischen Tanz Nr. 11“ von Johannes Brahms spielte, erlebte man gleichsam eine Sternstunde der Streichkunst.

Aber auch die reinen Orchesterwerke rissen das Publikum mit. Temperament und Leidenschaft bestimmten den „Persischen Marsch“ sowie den „Egyptischen Marsch“ von Johann Strauss. Die Melodie von „An der schönen blauen Donau“ war von Eleganz und Grazie ebenso durchdrungen wie von Leichtigkeit und Spielfreude.

Seitdem es weltweit Neujahrskonzerte gibt, erklingt der 1848 dem Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky gewidmete Marsch. Dieses Highlight hatte sich das Festivalorchester für das grandiose Finale als Zugabe vorbehalten und spielte ihn mit Spannkraft und mitreißender Energie. Dieses Neujahrskonzert übertraf wohl alle Erwartungen und sollte zu einem festen Bestandteil im kulturellen Angebot der Gempt-Halle werden.

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