Stadtwerke Tecklenburger Land beziehen Standort am Zechengelände
Am Anfang steht der „Schwarze Flur“

Tecklenburger Land -

Die Decken sind hoch, der Boden schwarz und glänzend wie Anthrazitkohle. Vielen Menschen in Ibbenbüren und Umgebung ist dieser Korridor auf dem Schafberg bekannt als „Der schwarze Flur“. Doch die RAG Anthrazit ist ausgezogen aus dem Bürogebäude, nur vereinzelte Türschilder verraten noch die frühere Nutzung der Räume durch den Kohlekonzern. Neuer Mieter der 440 Quadratmeter Büroflächen sind nun die Stadtwerke Tecklenburger Land.

Montag, 18.02.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 19.02.2019, 15:06 Uhr
Bis vor kurzem residierte die RAG am „Schwarzen Flur“ im Bürotrakt südlich der Osnabrücker Straße (im Hintergrund), nun sind es Tobias Koch (links), Geschäftsführer der SWTE Netz GmbH & Co. KG, und Daniel Georg, Leiter Unternehmenssteuerung und -entwicklung der Stadtwerke Tecklenburger Land GmbH & Co. KG, mit ihren Mitarbeitern. Foto: Tobias Vieth

Genau genommen sind es die Mitarbeiter von nur zwei der insgesamt drei Stadtwerke-Gesellschaften, die seit Januar an der Zechenstraße 10 residieren. Die übergeordnete Holding namens „Stadtwerke Tecklenburger Land GmbH und Co KG“ sowie die SWTE Netz GmbH und Co. KG.

Die Stadtwerke Tecklenburger Land Energie GmbH – also den Vertrieb von Strom und Gas – finden Kunden weiterhin im Kundenzentrum an der Kanalstraße. Und das soll auch so bleiben, sagt Prokurist Daniel Georg , Leiter der Unternehmenssteuerung und -entwicklung der Holding.

Auf dem Schafberg residieren im Moment Holding-Prokurist Georg und der Geschäftsführer der SWTE Netz, Tobias Koch , mit vier Mitarbeitern. Das wird sich ändern, vor allem die SWTE Netz wird personell stark wachsen. Schon Ende des Jahres, so sagen Georg und Koch im Gespräch, wird der Personalstand an der Zechenstraße etwa 13 bis 14 Personen betragen – und schon dann wird das Raumangebot des nun angemieteten schwarzen Flures nicht mehr ausreichen. Bis 2021 soll es insgesamt etwa 75 Mitarbeiter in der Netz GmbH und nochmals 25 in Holding und Vertrieb geben, so Georg. Derzeit besteht der Vertrieb noch aus sechs Personen.

Stadtwerkenetz

Weil die Region der Stadtwerke sieben Kommunen umfasst (Ibbenbüren, Hörstel, Lotte, Mettingen, Recke, Westerkappeln, Hopsten), ist das Netz entsprechend groß. Es umfasst für Strom 4245 Kilometer Leitungen und 37 000 Hausanschlüsse, an die jährlich insgesamt 19 623 Megawattstunden Strom abgegeben werden. Das Gasnetz wiederum erstreckt sich über 1325 Kilometer zu 21 000 Hausanschlüssen, die umgerechnet 53 540 Megawattstunden beziehen.

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In dem Personalwachstum der Netzgesellschaft werden nicht nur neue Gesichter sein, viele Mitarbeiter arbeiten schon heute quasi für die Stadtwerke – noch allerdings bei den Netzsparten der Stadtwerke Osnabrück oder der RWE-Tochter Innogy. Es sind die Unternehmen, die seit Beginn der hiesigen Stadtwerke als strategische Partner mit im Boot waren.

Es hat den Hintergrund, dass die Stadtwerke zwar 2016 die Netze kauften, dann aber hauptsächlich an die heutige Innogy (25 Mitarbeiter) und zu kleinen Teilen an die Netzgesellschaft der Osnabrücker Stadtwerke (14 Mitarbeiter) zurückverpachteten. 2021, beim Gas schon 2020, ist man dann selbst Herr im Ring, auch im operativen Geschäft und nicht nur in der Verwaltung der Netzverpachtung und der Vorbereitung des eigenen Netzbetriebes, erklärt Tobias Koch. Aber dann eben mit vielen bewährten Mitarbeitern.

Die brauchen dann mehr Platz als die jetzigen 440 Quadratmeter Büro des schwarzen Flures – viel mehr. In Rede stehen sieben Hektar, erklärt Daniel Georg, die die Stadtwerke kaufen wollen. Es geht um das Areal gegenüber dem Tor eins, im Bereich der Fußgängerbrücke: Dort wollen die Stadtwerke alles, was südlich der Osnabrücker Straße liegt, erwerben, darunter sowohl relativ leicht umnutzbare Gebäude wie Ausbildungswerkstatt oder Lohnhalle, als auch weitere Flächen und Immobilien. Es braucht schließlich auch Lagerraum und Erweiterungspotenzial. „Wir werden schauen, wie die Gespräche sich entwickeln“, sagt Georg zum Stand. Etwa Mitte des Jahres sollen die Standortfragen beantwortet sein.

Man habe die Chance, die Stadtwerke wie einen Campus zu entwickeln, so Georg, und nicht wie andernorts mit verschiedenen Abteilungen verstreut durch die Stadt. Und man will sich auch im gesamten Wandel des Zechenstandortes zum neuen Gewerbeareal einbringen. Man verstehe sich als „Infrastruktur- und Lösungspartner für das Quartier“, so Georg, will sich auch im sogenannten Digital Hub beteiligen. Das ist eine für den Standort Zeche bislang grob angedachte Veranstaltungs- und Vernetzungsplattform, die zum Beispiel Start-ups unterstützt.

Womit sicher sein dürfte, dass der „Schwarze Flur“ nur der Anfang einer recht schnellen Expansion der Stadtwerke sein dürfte.

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