schicht:ende: Organisatoren ziehen Bilanz aus 2018
„Das ist an keinem vorbei gegangen“

Tecklenburger Land -

Drei Dutzend Veranstaltungen, tausende Besucher, Hunderte Beteiligte – der Abschied vom Bergbau zog im vergangenen Jahr weite Kreise. Wie groß das Interesse der Besucher war und von wie vielen Seiten Angebote für das Programm kamen, hat dabei selbst die Organisatoren überrascht.

Samstag, 09.02.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 10.02.2019, 10:31 Uhr
Laura Woolfenden, Silke Hilscher-Millich und Jörg Buhren-Ortmann (von links) zogen jetzt Bilanz von den Veranstaltungen zum „schicht:ende“ im Jahr 2018. Foto: Linda Braunschweig

„Das hatten wir so nicht erwartet“, sagt RAG-Arbeitsdirektor Jörg Buhren-Ortmann. Zusammen mit Silke Hilscher-Millich (Stadtmarketing Ibbenbüren GmbH) und Laura Woolfenden (Projektleitung „schicht:ende“) zog er jetzt Bilanz vom Abschiedsjahr.

Auch Westerkappeln war beim „schicht:ende“ involviert, wenn auch nur am Rande. 3000 Euro hatte die Gemeinde als Zuschuss für die beim Stadtmarketing angesiedelte Projektleitung zur Verfügung gestellt.

Als Gegenleistung zurück, wenn man es so nennen will, bekam sie dafür das sogenannte Tscherper-Frühstück in der Grundschule Handarpe im Sommer vergangenen Jahres. Doch noch viele Veranstaltungen mehr vermittelten die tiefe Verbundenheit der Region zum Bergbau: Mode aus Bergbauklamotten, ein Musical, schwarzes Eis, der Tanz der Burggarde Bevergern... „Da ist sehr viel parallel passiert, und ohne, dass wir darum groß bitten mussten“, sagt Woolfenden, die 2017 die Koordinierung übernommen hatte, und für die der Bergbau „eine Herzensangelegenheit“ geworden ist. Ganz gleich, ob „Dinner in Black“, Poetry Slam oder der Barbara-Tag bei „ibb on Ice“, das Thema ließ sich überall integrieren. „Und es ist alles angenommen worden“, freut sich Woolfenden. „Das Thema ist an keinem vorbei gegangen.“

Jörg Buhren-Ortmann hatte zwischendurch befürchtet, dass es zu viel werden könnte, dass die Menschen sich sattsehen und -hören. Das Gegenteil war offenbar der Fall: Es wären zum Teil noch deutlich mehr Besucher gekommen. Man habe versucht, so viele wie möglich mitzunehmen.

Das ging aber nicht immer. Bei Veranstaltungen mit Einladung wie am 4. Dezember habe man eine Mischung hinkriegen müssen aus Polit-Prominenz und Gästen, die den Bergbau über Jahrzehnte begleitet haben, sowie der eigenen Belegschaft. Dass da mancher Rentner gedacht habe: „Ich war 40 Jahre auf dem Pütt und bin nicht eingeladen“, sei leider nicht zu ändern. So habe man leider manche Leute „verprellt“. „Aber wir mussten genau gucken, auch wegen der Sicherheitskonzepte.“

Laura Woolfenden geht davon aus, dass jeder, der wollte, eine der vielen Veranstaltungen besucht hat. Silke Hilscher-Millich erinnert auch an die Kunstausstellungen zum Beispiel im Kloster Gravenhorst, wo einige Tonnen Ibbenbürener Kohle lagen.

Wie überhaupt so einiges in den letzten Wochen der Förderung zutage gebracht wurde, das nicht seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt wird, sondern für die Öffentlichkeit gedacht ist. Große Brocken für Skulpturen hätten die Kollegen per Hand vom Band gesammelt, erinnert sich Buhren-Ortmann. Auch jetzt gebe es noch Anfragen. „Da muss ich sagen: Es ist keine mehr da.“ Genauso vergriffen war zeitweise auch die Kohleträne, eines von vielen Souvenirs rund um den Bergbau, berichtet Silke Hilscher-Millich.

Den Organisatoren ist bewusst, dass die Veranstaltungen ganz anders ausgefallen wären, wenn da die Angst gewesen wäre, „dass nun alles den Bach runter geht“, sagt Hilscher-Millich. Zum Glück seien rechtzeitig die Weichen gestellt worden, so Buhren-Ortmann. Auch so habe es aber Stimmen gegeben, die die Ausgaben für das Abschiedsjahr kritisierten. Letztendlich hätten es aber alle akzeptiert. „Wir haben den Bergbau gewürdigt und nicht den Abschied gefeiert“, findet Laura Woolfenden.

Während die derzeit 468 Mitarbeiter nun mit dem Rückzug beschäftigt sind, gelte es, die Kohlekultur in die Zukunft zu führen. Da rücken die Bergbautraditionsvereine und das Museum in den Fokus. Man wolle alles in Bahnen lenken, „wo das weiterleben kann“, sagt Buhren-Ortmann, beispielsweise in Form von Feierabendkonzerten, Ausstellungen und Barbaramesse.

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