VR-Bank Kreis Steinfurt überschreitet Drei-Milliarden-Marke
„Ohne Wachstum verlieren Sie“

Tecklenburger Land -

Es ist das Jahr vor der großen Fusion, vor dem Zusammenschluss der VR-Bank Kreis Steinfurt mit der Volksbank Greven und der Vereinigten Volksbank Münster. 2020 wird dann die Volksbank Münsterland Nord entstehen. Im Mai des kommenden Jahres sind die entscheidenden Vertreterversammlungen, ehe der Zusammenschluss dann perfekt wird – rückwirkend zum 1. Januar 2020.

Donnerstag, 07.02.2019, 18:34 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 18:36 Uhr
Generalbevollmächtigter Jürgen Feistmann (v.l.) und die VR-Bank-Vorstände Ulrich Weßeler und Hubert Overesch sind mit dem Jahr 2018 zufrieden. Das erklärten sie am Dienstag während einer Pressekonferenz bei der Firma Salvus, einem Kunden der Bank. Foto: Tobias Vieth

Im Angesicht dessen konnten die VR-Bank-Vorstände Hubert Overesch und Ulrich Weßeler am Dienstag während der Bilanzpressekonferenz kaum von einschneidenden Veränderungen in der Struktur der Genossenschaftsbank berichten. Weßeler sprach eher von einer „Seitwärtsbewegung“. Er bezog den Begriff konkret auf das Personal, wo man zum Jahreswechsel 422 Vollzeitstellen (484 Mitarbeiter plus 43 Auszubildende) hatte, sieben Vollzeitstellen weniger als ein Jahr zuvor.

Wenig Veränderung also, die meisten Synergien sind aus der jüngsten Fusion im Jahr 2013 herausgezogen. Das betrifft auch das Netz der Standorte: 2015 gab es noch 32 Geschäftsstellen und zwölf reine SB-Center, 2018 waren es noch 20 Geschäftsstellen und 21 SB-Center. Ende 2019 werden es 24 SB Center und 17 Geschäftsstellen sein – unter anderem wird Ende des Monats die Geschäftsstelle Schafberg zum SB-Center mit der Kreissparkasse zusammengelegt. Mehr Veränderungen seien aktuell nicht geplant, so Weßeler. Aber selbstverständlich würden Standorte immer wieder neu bewertet.

Weitere Synergieeffekte will man erst nach der Fusion erreichen. Personell, so Overesch, werden diese Einsparungen nicht in der Kundenbetreuung liegen, sondern in den „Nichtmarktbereichen“ – also den inneren Abteilungen. Zwei Verwaltungssitze – Rheine und Telgte – soll die neue Bank bekommen, bis 2023 geht Weßeler insgesamt von etwa zehn Prozent weniger Personal aus. Betriebsbedingte Kündigungen freilich soll es nicht geben. Es gehen im betreffenden Zeitraum Mitarbeiter in den Ruhestand. Stellen werden dann einfach nicht nachbesetzt.

Zahlen und Daten

Bilanzsumme: 3,046 Mrd. EuroKundenkredite: 2,22 Mrd. EuroKundeneinlagen: 2,186 Mrd. EuroKundenvolumen: 6,202 Mrd. Euro.Eigenkapital: Voraussichtlich 256 Millionen EuroMitglieder: 62 802 mit 204 324 Anteilen.Vorauss. Dividende: 1 213 528,23 Euro.Mitarbeiterzahl: 527

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Wie in den vergangenen Jahren ist die VR-Bank auch 2018 weiter gewachsen – die Bilanzsumme übersprang mit einem Plus von 4,4 Prozent die Drei-Milliarden-Marke. Hubert Overesch äußerte sich durchaus erfreut über das langsamere Wachstum, im Vorjahr hatte es, getrieben von Windenergiekrediten, noch bei 7,2 Prozent gelegen. Ein hohes Kreditvolumen muss auch immer mit Eigenkapital abgesichert sein, das wiederum erst einmal erwirtschaftet werden muss.

Im derzeitigen Zinsumfeld – bekanntes Problem – ist das nicht einfach. Insgesamt lag das Kundenkreditvolumen im vergangenen Jahr bei gut 2,2 Milliarden Euro und damit 4,4 Prozent höher als 2017. Die Kundeneinlagen waren nahezu gleichauf bei knapp 2,2 Milliarden Euro – zu einem Großteil die Liquiditätshaltung von Unternehmen, aber auch Kommunen, so Overesch. „Es ist nicht direkt das, was wir gerne sehen“, sagte er mit leichter Ironie, bezogen auf den Ertrag der Bank. Denn: „Liquidität kostet Geld.“ Für Einlagen muss die Bank bei der EZB 0,4 Prozent Strafzinsen berappen.

Immobilien

Die Immobilienservice GmbH hat 2018 317 neue oder gebrauchte Objekte im Volumen von knapp 63 Millionen Euro vermittelt. Neben dem Makeln macht die GmbH auch eigene Bauträgermaßnahmen und Grundstückserschließungsgeschäfte. Die Immobilienpreise seien gestiegen: bei Altbauten um etwa zehn Prozent, bei Neubauten und Grundstücken bis zu 15 Prozent.

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Insgesamt hat die VR-Bank im vergangenen Jahr ein Kundenvolumen von gut 6,2 Milliarden Euro betreut – darin enthalten besagte je 2,2 Milliarden Kredite und Einlagen, die das Geldhaus in der eigenen Bilanz hat. Hinzu kommen aber auch noch vermittelte Kredite von nicht ganz 500 Millionen Euro bei Bausparkassen oder genossenschaftlichen Hypothekenbanken, ebenso noch knapp 1,3 Milliarden Euro Kundeneinlagen außerhalb der Bilanz, etwa in Aktien, Fonds und Bausparguthaben.

Um in diesem Umfeld überhaupt Erträge zu erwirtschaften, musste die Bank fast zwangsläufig weiter wachsen. „Ohne Wachstum verlieren Sie“, so Overesch. Und es gibt Erträge: Das Eigenkapital wächst um 6,2 Prozent von 241 auf 256 Millionen Euro, vorausgesetzt, die Vertreterversammlung stimmt zu. Und 1,213 Millionen Euro sollen an die 62 802 Mitglieder ausgeschüttet werden – eine Dividende von vier Prozent.

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