Der Arbeitsmarkt im Januar
Winter hinterlässt Spuren

Tecklenburger Land -

Liegt es nur am Winterwetter oder sind das erste Anzeichen einer sich abschwächenden Konjunktur ? Denn die Arbeitslosigkeit in und um Ibbenbüren ist im Januar nicht nur gegenüber Dezember, sondern – entgegen der Entwicklung aller anderen Arbeitsamtsbezirke im Kreis Steinfurt – auch im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen.

Donnerstag, 31.01.2019, 14:50 Uhr aktualisiert: 31.01.2019, 14:52 Uhr
Frost, Schnee und Eis erschweren die Arbeit auf Baustellen sowie im Garten- und Landschaftsbau. Manche Unternehmen dieser reagieren darauf mit Stellenabbau – wenn auch nur vorübergehend. Foto: Colourbox

Im Grunde ist es Klagen auf hohem Niveau. Denn mit einer Arbeitslosenquote von aktuell 3,4 Prozent hat die Arbeitsagentur Ibbenbüren weiterhin den niedrigsten Wert aller Agenturen im Kreis vorzuweisen. Im Durchschnitt sind es hier 4,1 Prozent.

Der Witterung zeigt auf jeden Fall Wirkung, wie Reiner Zwilling, Chef der Arbeitsagentur für den Kreis Steinfurt, bestätigt. „Während der Winter bis Dezember noch recht mild war, hat die Witterung der letzten Wochen dazu geführt, dass in Berufen wie dem Garten- und Landschaftsbau oder dem Baugewerbe vorübergehend nicht gearbeitet werden konnte.“ Als weiteren Grund nennt er das Auslaufen vieler befristeter Arbeitsverträge. Zwilling ist aber optimistisch, dass die Arbeitslosenzahlen im Frühjahr wieder sinken.

Zum Stichtag im Januar waren bei der Agentur in Ibbenbüren 2094 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 36 Personen (+1,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr und sogar 126 (+6,4 Prozent) mehr als im Dezember. Zu zwei Dritteln handelt es sich bei den Betroffenen um Männer. Überproportional sind ältere Arbeitnehmer und Ausländer entlassen worden. Dagegen gab es bei den unter 20-Jährigen sogar einen leichten Rückgang (-5).

Die Entwicklung in den Kommunen

Die Arbeitslosenzahlen im Tecklenburger Land (in Klammern Dezember und prozentuale Veränderungen):

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Dass es sich beim Anstieg der Arbeitslosigkeit um eine eher saisontypische Entwicklung handelt, wird beim Blick auf die Rechtskreise deutlich. Von den 124 zusätzlichen Erwerbslosen sind über einhundert dem Sozialgesetzbuch (SGB) III zuzuordnen, also Menschen, die erst seit Kurzem den Job verloren haben. Hier gibt es im Vergleich zum Dezember einen Zuwachs von 15,2 Prozent. Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist dagegen nur um 1,7 Prozent gestiegen.

„Wer aktuell arbeitslos wird, hat aber gute Chancen, schnell wieder einen Arbeitsplatz zu finden,“ erklärt Zwilling. Bei der Arbeitsagentur Ibbenbüren sind derzeit 706 offenen Stellen gemeldet, acht mehr als vor einem Jahr. Besonders hoch sei die Kräftenachfrage im verarbeitenden Gewerbe, betont Zwilling. Die Betriebe in und um Ibbenbüren haben derzeit 88 solcher Jobs anzubieten. Mit 124 noch mehr freie Stellen sind derzeit im Handel und im Kfz-Gewerbe, die die Arbeitsagentur in der Statistik als Wirtschaftsabschnitt zusammenfasst, gemeldet. Und die meisten Mitarbeiter, nämlich 208, suchen Zeitarbeitsfirmen. Bis auf fünf der 706 Angebote handelt es sich übrigens um sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. 661 Stellen sollen sofort besetzt werden.

Auch wenn gerade Winter ist: Die Baubranche stellt trotzdem noch ein. Die hiesigen Unternehmen haben insgesamt 43 Stellen gemeldet.

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