NABU-Ortsgruppe Ibbenbüren gegründet
„Leben ist bedroht und gefährdet“

Ibbenbüren -

Mit mehr als 20 interessierten Naturfreunden geht die Ortsgruppe Ibbenbüren des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) an den Start.

Mittwoch, 30.01.2019, 16:14 Uhr
24 Naturfreunde fanden sich zur Gründung der NABU-Ortsgruppe Ibbenbüren ein. Foto: Holger Luck

Als Kassiererin stellte sich Beatrix Pliet der Gründungsversammlung vor. Weitere Ämter, etwa das des Ortssprechers, sollen im Verlauf der nächsten Treffen vergeben werden. „Wir machen da keinen Druck, wollen einfach alles auf uns zukommen lassen“, erklärte Reinhard Mau , der die Gründung der Ortsgruppe auf den Weg gebracht hatte. Mit ihm und Pliet gehören Maria Beier , Ruth Rahe sowie Hans und Agnes Seifert zum engeren Kreis der Ortsgruppe.

Weniger für Organisatorisches, als vielmehr dafür, sich gegenseitig kennenzulernen, wurde die Gründungsversammlung genutzt. Wer ist gekommen? Warum und mit welchem Anliegen? Diese und weitere Fragen loteten die bereits eingetragenen oder potenziellen NABU-Mitglieder untereinander aus, und der Abend brachte einige Antworten.

Aus der zentralen Vorstellungsrunde resultierte ein buntes Bild: Da waren zum einen diejenigen, die sich bereits seit Jahren, etwa in den Nachbarorganisationen ANTL und BUND oder auf andere Weise für die heimische Natur engagieren. Da waren Vertreter der neuen Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung, die Ablehner des K24n-Ausbaus in Laggenbeck und natürlich Menschen, die sich einfach nur Sorgen um die Artenvielfalt im Tecklenburger Land machen. Sie alle konnten sich ganz leicht mit den Begrüßungsworten von Maria Beier identifizieren: „Wir sind bedroht. Leben ist bedroht und gefährdet, seine Vielfalt, auch seine Schönheit.“

Gisbert Lütke, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes mit fast 3000 Mitgliedern, sah das nicht anders: „Wir leben und gehen mit unseren Ressourcen um, als ob wir drei oder vier Planeten hätten.“

Sehr deutlich, vielleicht etwas zu polemisch, machte Lütke die Landwirtschaft für die Misere verantwortlich. Allerdings folgte deren Verteidigung auf dem Fuß. Denn auch Vertreter der Land- und Forstwirtschaft hatten in Person von Richard Seifert (Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins) und Helmut Storkamp (Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Ibbenbüren) den Weg zur Versammlung gefunden.

Als Vertreter der „kritisch Interessierten“ bemühten sich Seifert und Storkamp, die Situation der Land- bzw. Forstwirte darzulegen und betonten das Interesse der Landwirte am Natur- und Artenschutz, ihren Willen zur Mitarbeit und zur „ergebnisoffenen Diskussion“. Seifert trug sich direkt als Mitglied der NABU-Ortsgruppe ein. Im Gespräch könne sicher manches Klischee in Bezug auf die Landwirtschaft gerade rücken, so die Hoffnung des Laggenbecker Landwirts. Dem pflichtete Reinhard Mau gerne bei, der sich gegen Ende sehr angetan von der konstruktiven Atmosphäre zeigte. Auf dieser Basis sehe er der Entwicklung der NABU-Ortsgruppe mit Freude entgegen.

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