Ibbenbüren: Defizite im Onlinemarketing
Wer verkaufen will, muss auch gefunden werden

Ibbenbüren -

Der Stadtmarketingverein will Unternehmen helfen, ihr Onlinemarketing auf eine vernünftige Basis zu stellen – oder überhaupt damit anzufangen. Die Initiatoren sehen große Defizite. Eine Infoveranstaltung am 13. Februar soll helfen.

Freitag, 25.01.2019, 12:18 Uhr
Susanne Kneissl, Dennis Leißing und Carsten Brockmann (rechts) laden Unternehmer ein, sich vermehrt um ihr digitales Profil zu kümmern. Foto: Tobias Vieth

„Datenschutzgrundverordnung“ hieß das Gespenst, das im vergangenen Jahr durch die Unternehmen geisterte. Wobei es an dieser Stelle nicht um die Verordnung selbst gehen soll – sondern um das, was sie ausgelöst hat. „Für den lokalen Einzelhandel hier vor Ort war das eine Katastrophe“, bilanziert Carsten Brockmann .

Der stellvertretende Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, der beruflich die Softwarefirma BPS leitet, beklagt, dass nicht wenige Firmen und Unternehmer mit dem Aufkommen der DSGVO ihre Online-Aktivitäten einstellten. Brockmann bildet mit Susanne Kneissl, Sarah Niermann (beide Beisitzer im Stadtmarketingvereinsvorstand) und Dennis Leißing nun eine Arbeitsgruppe, die sich des Themas Digitalisierung angenommen hat. Leißing schätzt die Zahl der Onlineauftritte, die wegen der DSGVO verschwanden, auf 50 bis 60 allein in Ibbenbüren.

Für alle in der Arbeitsgruppe ist das keine gute Entwicklung, zumal die Onlinekonkurrenz für den stationären Handel und andere Firmen längst da ist. Wenn stationäre Händler wegen des Onlinehandels schließen müssten, wäre das nicht gut für die Stadt, umreißt Brockmann die Motivation des Stadtmarketingvereins. Der will Händlern und Firmen unter die Arme greifen und Hilfestellung geben. Deshalb lädt man, gemeinsam mit der IHK Nord Westfalen, zu einem Infoabend übers Onlinemarketing ein. „Wirtschaft digital“ ist er überschrieben, Termin ist am 13. Februar, 19 Uhr im Rathaus.

Die Werbegemeinschaften sind bereits mit im Boot, der Abend ist aber keineswegs als reine Veranstaltung für Einzelhändler gedacht. „Alle Unternehmen, die Kundenkontakt haben“, seien angesprochen, sagt Dennis Leißing. „Es ist nicht zu spät, online zu gehen“ ergänzt Kneissl. Und Brockmann mahnt – wie er es auch schon beim jüngsten Wirtschaftsfrühstück tat: Die Gruppe, die man mit klassischem Marketing nicht mehr erreiche, werde größer. Wer digital nicht vertreten ist, muss damit rechnen, dass er auch fürs „reale“ Geschäft nicht gefunden wird.

Die Veranstaltung am 13. Februar soll den Istzustand zeigen – in Form von Ergebnissen einer Erhebung der IHK (Christian Korte) in Sachen Digitalisierung für die Innenstadt. Dann geht es um die wirtschaftlichen Aspekte des Onlinemarketings mit Referent Holger Rohde (Business Academy Ruhr). Und schließlich gibt Tanja Kolhoff von der Bäckerei Werning ein erfolgreiches Beispiel aus der Praxis.

Danach kann es – wenn gewünscht – direkt konkret werden. Auch Agenturen, die Onlinemarketing für Unternehmen erledigen, sind vor Ort. Das Team des Stadtmarketingvereins hofft, dass beim Infoabend vor allem ein Vorurteil fällt: Onlinemarketing muss weder besonders aufwendig noch besonders teuer sein. Brockmann: „Es kostet nicht die Welt.“ Es geht nicht gleich um einen Online-Shop, es geht nicht gleich um eine wuchtige neue Internetpräsenz. Es geht darum, gefunden zu werden. Ganz egal, ob nun im Web, bei Facebook oder auf ganz anderen digitalen Plattformen.

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