Deutsche Katholikentage zeichnen besondere Projekte aus
SkF Ibbenbüren gewinnt Preis für Kampf gegen Altersarmut

Tecklenburger Land -

Der „Sozialdienst katholischer Frauen“ (SkF) aus Ibbenbüren im Bistum Münster freut sich über den dritten Preis für das Projekt „Altersarmut begegnen“. Dabei handelt es sich um den „Preis der Deutschen Katholikentage“.

Donnerstag, 22.03.2018, 15:03 Uhr

Sie freuen sich über die tolle Auszeichnung: Die Ehrenamtlichen des Projekts „Altersarmut begegnen“ zusammen mit den Vertretern des SkF Rosi Giesbert, Vorstand (links), Projektbetreuerin Melanie Haslage und Geschäftsführerin Barbara Kurlemann (sitzend von links) Foto: Sabine Plake

Platz 1 bekam das Projekt „KjG-Kinderstadt“ des Diözesanverbandes der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) in Köln, Platz zwei ging an den Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) Diözesanverband Augsburg für „Herz zeigen“. Das Preisgeld von insgesamt 10 000 Euro stammt aus der Stiftung „Lumen Gentium“. Diese wurde vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ins Leben gerufen, das auch den Preis vergibt.

„Wir freuen uns, diesen drei Initiativen aus dem Bereich der katholischen Verbände die Preise verleihen zu können“, so ZdK-Präsident Prof. Thomas Sternberg. „Alle drei versinnbildlichen das Engagement der katholischen Laien für Kirche und Gesellschaft auf beispielhafte Weise.“

Für das Projekt „Altersarmut begegnen“ des SkF in Ibbenbüren gibt es 2000 Euro Preisgeld. Die Jury überzeugte die Zielsetzung des Projektes, die ältere, von Armut bedrohte oder betroffene Menschen in den Blick nehme. Das Projekt soll deshalb als ein vorbildliches Modell ausgezeichnet werden.

Der „Preis der Deutschen Katholikentage“ (Aggiornamento-Preis) will beispielhafte Projekte honorieren und fördern. Die Preise werden in einer Feierstunde auf dem Katholikentag in Münster vom Präsidenten des ZdK, Thomas Sternberg, verliehen. Die Jury bewertete die Vorschläge nach den Kriterien Innovation, Modellcharakter, überdurchschnittliches Engagement, Originalität und Kreativität, Bezug zum Leitwort des Katholikentags und zu den Aufgaben des ZdK. Der 101. Deutsche Katholikentag findet vom 9. bis 13. Mai 2018 in Münster statt. Erwartet werden mehrere Zehntausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet.

Barbara Kurlemann, Geschäftsführerin des SkF Ibbenbüren, freut sich sehr über die Auszeichnung für das Projekt, das es seit 2017 gibt. In den vergangenen Jahren war den Verantwortlichen immer wieder aufgefallen, dass viele Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen mit Altersarmut kämpfen müssen. Laut Statistik stieg zwischen 2005 und 2016 die Quote der von Armut gefährdeten über 65-Jährigen in NRW von 9,7 auf 15,6 Prozent.

Melanie Haslage, die das Projekt betreut, stehen mittlerweile zwölf Ehrenamtliche zur Seite. Eines der größten Probleme: Alte Menschen in finanzieller Not zu erreichen. Denn „sie halten die Fassade besonders lange aufrecht“, erfährt Haslage immer wieder. Die Scham sei sehr groß. Zudem befürchteten viele, dass die Kinder herangezogen werden, wenn sie Hilfen beantragen. Das sei aber nicht der Fall, sagt Haslage.

Das Projekt spricht Frauen und Männer ab 55 Jahren an, um vorbeugend vor der Rente ansetzen zu können. Mittlerweile wurden 20 Menschen betreut.

Altersarmut habe spezielle Facetten. Ursache sind zum Beispiel, dass nach dem Tod des Mannes die Witwenrente nicht mehr zur Rückzahlung der vorher bequem zu bedienenden Schulden reicht. Manche werden auch überrascht von offenen Krediten, weil sie sich zuvor nicht um die familiären Finanzen gekümmert haben. Oder die älteren Menschen leihen Verwandten im Vertrauen auf Rückzahlung Geld.

Besonders auffällig sei das ‚robustere‘ Vorgehen gegenüber Älteren von Inkassobüros und Banken bei der Eintreibung der Schulden“, sagt der Caritasverband. Und Melanie Haslage ergänzt, dass der Umgang mit Betroffenen auch seitens diverser Ämter nicht immer ganz in Ordnung sei. Da würden auch schon mal berechtigte Anliegen einfach abgelehnt und die Menschen einfach nicht ernst genommen.

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