Typisch Greven: Pluggen Hiärm
Ingenieur im Bratenrock

Greven -

Pluggen Hiärm hieß mit bürgerlichem Namen Bernhard Hermann Plugge und wurde am 17.4.1859 auf dem heutigen Hof Austrup (Bauerschaft Maestrup) geboren.

Samstag, 12.01.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 16:25 Uhr
Das Gerdemannsche Denkmal für Pluggen Hiärm an der Königstraße. Foto: Bez

Seine Eltern waren Johann Hermann Plugge und dessen Ehefrau Gertrud geb. Stienemann. Da ein jüngerer Halbbruder den Hof übernahm, erlernte er das Stellmacherhandwerk bei der Firma Pieper (Gelmer).

Im Dorf, in den Grevener Bauerschaften und weit darüber hinaus war er für seinen besonderen Mut und seine Fähigkeiten im technischen Bereich bekannt. Beispiele sind die Umsetzung von Fachwerk-Gebäuden, die Einhängung der Glocken in den Kirchturm der Martinuskirche und die Befestigung der Zifferblätter an der Kirchturmuhr, die Umsetzung von Brücken, Brunnenbau und die Beförderung von sehr schweren Lasten.

Der Volksmund nannte ihn deshalb „Ingenieur im Bratenrock“ in Anspielung auf seine beruflichen Fähigkeiten und auf seine Bekleidung: Gehrock, etwas zu kurze Röhren-Hose, Holzschuhe und „Stiefken“ (steifer Hut) auf dem Kopf. Er wohnte in einem ehemaligen Schafstall an der Königstraße / Ecke Gimbter Weg.

Bereits ab der Mitte der 1930er Jahre erschienen Zeitungsberichte im „Münsterischen Anzeiger“ über seine für die damalige Zeit Aufsehen erregenden Schwer-Transporte.

Zwei Grevener Lehrer und Autoren von ortskundlichen Aufsätzen und Erzählungen, veröffentlicht in Zeitungen, Festschriften und Büchern, haben ihm ein literarisches Denkmal gesetzt. August Wieners (1885-1963) veröffentlichte das Buch „Hiärm“ im Jahre 1959 (15 Geschichten und Gedichte) und Friedrich Herkarn (1915-2003) das Buch „AOLT GREIWEN LIÄRWET NOA“ im Jahre 2000 (darin 14 Geschichten).

Im Dezember 1984 trug Pfarrer Werner Heukamp im Rahmen des Katholischen Bildungswerkes aus seinen mehr als 20 plattdeutschen Gedichten über die außergewöhnlichen technischen Leistungen des Pluggen Hiärm vor. Und im Jahre 2014 veröffentlichte Ingrid Landwehr das Kinderbuch „Pluggen Hiärm“.

Alle vier greifen die vielen in der Bevölkerung berichteten Geschichten und Dönekes auf und berichten sie uns in Form der Lyrik und der Prosa.

Während Wieners in manchen Geschichten mehrere, in einer sogar weit mehr als zehn von Hiärms Leistungen beschreibt und diese Geschichten über ihn auch dazu nutzt, der Leserschaft seine eigene Lebensphilosophie vorzutragen, hält sich Herkarn mehr an das Geschehen selbst. Er berichtet in seinem letzten Buch: „Alle Schilderungen über das Grevener Original ‚Pluggen Hiärm‘ wurden mir … von Herrn Martin Häder, der lange Zeit mit Plugge in einer Schlosserei in Gelmer arbeitete, gegeben. Ich habe diese … im Text ein wenig verändert und humorvoller gestaltet, aber dabei den tatsächlichen Bestand nicht angetastet.“

An einem kalten Dezembertage, am 8.12.1929, starb Pluggen Hiärm an der alten Schmedehausener Straße an einem Marien-Bildstock des Hofes Austermann-Busch („Buschkes Beld“), ganz in der Nähe seiner kleinen Behausung.

Im Dezember 2007 errichtete Josef Gerdemann anlässlich seines 70. Geburtstages an der Königstraße eine Gedenkmauer für seinen Großonkel, die der Oelder Künstler Werner Klenk entworfen hat.

Auch die Stadt Greven hat ihm ein Denkmal gesetzt: Eine Stichstraße vom Hansaring aus bis an sein damaliges Haus wurde nach ihm benannt: „Pluggen-Hiärm-Weg“.

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