Moluna gehört zu den Top-Startups in Deutschland
Wachstums-Champion aus Greven

Greven -

Wenn Max, der Yorkshire Terrier, ein Mensch wäre, hätte er jetzt 76 Jahre auf dem Buckel. Im Lager von Moluna an der Münsterstraße schlurft der Firmenhund gemächlich vorbei an den Computern und Regalen. Max ist der Senior des Start-Up-Unternehmens.

Dienstag, 22.10.2019, 18:34 Uhr aktualisiert: 23.10.2019, 13:52 Uhr
Helge Blischke mit Firmenhund Max, einem Yorkshire-Terrier im Bürogebäude an der Münsterstraße Foto: Günter Benning

Sein Herrchen Helge Blischke freut derweil die Dynamik des jungen Online-Händlers. Gerade hat Focus Business die Grevener als Wachstums-Champion 2020 ausgezeichnet.

In einer groß angelegten Studie des Hamburger Instituts Statista wurden 500 Top-Unternehmen ermittelt, die zwischen 2015 und 2018 ein hohes prozentuales Wachstum erzielten konnten. „Unter den 500 liegt Moluna auf Platz 32“, sagt Blischke, „im Bereich der Handelsunternehmen auf Platz 5.“ Seit seiner Gründung im Jahr 2014 ist Moluna.de im Durchschnitt um 119 Prozent pro Jahr gewachsen. „2015 hatten wir eine Millionen Umsatz“, sagt Blischke, „jetzt sind es 13,2 Millionen.“ Und das Jahr ist noch nicht zu ende.

Erstaunlich, denn Moluna tummelt sich in einem Online-Markt-Segment, in dem der Platzhirsch Amazon die Sahne abschöpft. Bücher, CDs, Filme, Spiele, Kalender – das klassische Angebot. „Amazon deckt etwa 37 Prozent des Online-Handels“, sagt Blischke, „grundsätzlich ist der Markt gesättigt, aber es gibt Luft, neben den Großen zu bestehen.“

Blischke kennt die Branche von der Pike auf. Der gebürtige Osnabrücker hat bei der Sparkasse gelernt. Aber dann zog es ihn in den Handel. Beim Online-Musikhändler JPC hat er den Bereich Games und Spielwaren aufgebaut. Dann wechselte er zu Flexist, ein IT-Unternehmen, in dem er sich mit Versandhandel beschäftigte.

Als Flexist von Buch.de übernommen wurde, baute er dort den „Nicht-Buch-Bereich“ auf. 2012 wechselte er schließlich in Osnabrück zum Online-Bereich von Hertie und strukturierte ein Online-Kaufhaus. „Ich habe“, sagt er, „immer ganze Abteilungen aufgebaut.“

2014 stand er dann vor der Entscheidung, zu einem Unternehmen in die Schweiz zu wechseln oder sich selbstständig zu machen. Er entschied sich für das Unternehmertum: 2015 ging Moluna online.

Wo liegt seine Chance? Blischke antwortet mit einer Gegenfrage: „Wann haben sie die letzte positive Meldung über Amazon gelesen?“ Der Handelsriese, der mit Streiks kämpft, mit Klagen über Arbeitsbedingungen und Steuerflucht liefert dem Neu-Grevener die Angriffsfläche: „Es gibt Leute, die wollen nicht bei einem US-Unternehmen einkaufen.“ Die wollen auch nicht per Paypal bezahlen. Also stellt er seinen Kundenservice in den Vordergrund. Schnelle Antworten, persönliche Ansprache. „Sogar, wenn man etwas nicht liefern kann“, sagt er, „sind die Kunden dankbar, wenn sie das persönlich von uns erfahren.“

Damit das auch funktioniert, hat er die Prozesse in seinem Haus klar strukturiert. Zwei Programmierer arbeiten daran. „Meine Mitarbeiter machen mit“, sagt Blischke, „auch wenn mal wieder etwas geändert wird.“

Bis letztes Jahr saß Moluna mit seinen acht Mitarbeitern am Fritz-Pölking-Platz, jetzt hat man eine Etage in der alten Mühle Nordenkemper gemietet. Es gibt die Option, eine Etage aufzusatteln.

Bisher werden 50 000 Pakete im Jahr vom eigenen Lager aus versandt. Der Großteil allerdings über Logistiker. „Wir investieren massiv ins Wachstum“, sagt Blischke. Zum Beispiel in die Neugestaltung der Homepage.

Gut für ihn ist seine Hauptware Buch mit der Buchpreisbindung und den treuen Kunden: „Wir haben eine Retourquote von 2,4 Prozent. Das ist so gut wie nichts.“

www.moluna.de

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7016154?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Verurteilter Geistlicher nach Haft weiter als Priester aktiv
Kölner Dom
Nachrichten-Ticker