Grevener Kolpingsfamilie
150 Jahre: Ein letztes Jubiläum?

Greven -

Die Grevener Kolpingfamilie wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Aber: Sie hat mächtig mit Nachwuchssorgen zu kämpfen.

Samstag, 24.08.2019, 15:33 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 16:12 Uhr
Das Grevener Kolpinghaus wurde 1914 eingeweiht. Es wurde zur Hälfte mit Spenden der Mitglieder des Kolpingvereins finanziert. Foto: WN Archiv

Vor 50 Jahren dauerte das Jubiläum eine ganze Woche. Ein Programm jagte das nächste. Platzkonzert, Sternenmarsch, Musikschau, zwei Festbälle, Festmesse, Tanzabend, Filmabend – ganz Greven war dabei. Und heute? Es ist deutlich ruhiger geworden rund um die Grevener Kolpingsfamilie, die in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden ist.

„Am 6. Juni hatten wir eine kleine Feier mit buntem Nachmittag, am 1. September feiern wir ein Festhochamt mit anschließendem Empfang“, erzählt Willy Cuppenbender von den aktuellen Feierlichkeiten. Cuppenbender ist aktuell Vorsitzender der Grevener Kolpingfamilie und wird es auch wohl die nächsten vier Jahre noch bleiben. „Dann müssen wir mal schauen, wie es weiter geht.“

Denn: Die Kolpingfamilie ergeht es genau so wie den anderen katholischen Vereinen. „Ob KAB, KKV oder Kolpingfamilie, wir leiden alle unter Nachwuchsmangel“, verdeutlicht Cuppenbender. 60 Mitglieder habe die Kolpingfamilie in Greven noch. „Alle sind über 60 Jahre alt.“ Sieht man die alten Zeiten, in denen der Verein über 500 Mitglieder in Greven hatte (1949), wird das Problem deutlich.

Eigentlich war der Kolping-Verein ein Gesellenverein, der für eben diese viele Fortbildungsveranstaltungen anbot, ganz nach der Idee von Adolf Kolping. Aber nach und nach öffnete sich der Kolping-Verein, es entstanden Jugendgruppen, in den 60er-Jahren wurden auch Frauen als Mitglieder zugelassen. Der Verein entwickelte sich zur Familie, immer aber mit Bildungsauftrag. „Dem kommen wir auch heute noch nach, aber nur in sehr gemäßigter Form“, erklärt Cuppenbender.

Denn heute stehe eigentlich die Geselligkeit im Vordergrund. „Gemütliche Nachmittage, Ausflüge, eben Freizeitangebote für Senioren – die katholischen Verbände unterscheiden sich da kaum noch“, verdeutlicht Cuppenbender. Alle machten das selbe, nur unter einem anderen Namen.

Das allgemeine Sterben dieser Verbände sei nicht nur bei den Katholiken, sondern auch bei den Protestanten zu beobachten. „Bei uns dürfte das K im Namen das Problem sein. An dem kirchlichen Bezug stören sich viele.“

Nun, die Zeiten zu denen der Verein ein eigenes Kolpinghaus baute oder sogar eine eigene Theatergruppe, einen eigenen Chor und einen Fanfarenzug hatte, sind wohl vorbei. „Wie gesagt: Wenn wir in vier Jahren im Vorstand nicht weiter machen wird sich zeigen, ob sich dafür noch jemand findet oder ob die Kolpingsfamilie dann endgültig der Vergangenheit angehört.“

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