Betrügerische Straßenkolonne unterwegs
Stümperhafte fahrende Ganoven

Greven -

Sie waren auf ein Mal da. Und sie packten ihr Werkzeug aus und begannen zu arbeiten. Sie bearbeiteten den mit Kopfsteinpflaster ausgelegten Weg in der Nähe des Hotels Kronerheide. Ein Weg, der sich zur Hälfte im Privatbesitz, zur anderen Hälfte im städtischen Besitz befindet. Sie arbeiteten – aber niemand hatte sie engagiert.

Donnerstag, 15.08.2019, 07:35 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 07:40 Uhr
Vorsicht Rollsplitt: Die Mitarbeiter des TBG machten die Straße wieder sauber und beseitigten den gröbsten Dreck. Aber ein bisschen ist noch übrig geblieben. Foto: Peter Beckmann

Die meisten werden es schon erraten haben. Das hier ist eine Ganoven-Geschichte, die in der vergangenen Woche passiert ist. Die Ganoven, vermutlich aus England kommend, gehörten zu einer so genannten fahrenden Kolonne. Und sie gaben an, die Straße verschönern zu wollen. Ergebnis: „Die haben eine ziemliche Sauerei hinterlassen“, berichtet Wolfgang Jung von der Pressestelle der Stadt.

Denn: Die Engländer ließen auf einer Länge von 30 Metern und einer Breite von 2,50 eine Bitumenemulsion über das Kopfsteinpflaster laufen und packten dann Rollsplitt oben drauf – fertig. „Eine höchst mangelhafte, ja stümperhafte Arbeit“, gibt Jung das wieder, was die Jungs von den Technischen betrieben Greven (TBG) berichteten.

Aber noch kurioser: Absolut niemand – werde die Stadt noch ein Anlieger – hatte die Ganoven mit dieser Arbeit beauftragt. Was die Männer aber nicht daran hinderte, bei einer Anliegerin zu schellen und Lohn für ihre Arbeit zu fordern. „Die Frau hat nicht bezahlt und sofort die Polizei verständigt“, erzählt Jung. Was dazu führte, dass die fahrende Kolonne ihrem Namen alle Ehre machte und nicht mehr gesehen ward.

Ok, finanziell geschädigt wurde niemand, dank der resoluten und gedankenschnellen Frau. Oder zumindest nicht direkt. Denn die Jungs vom TBG mussten den Mist wieder beseitigen, packten Besen und Schüppchen aus und entfernten die „Sauerei“ so gut es ging. Ein büschen was zu sehen ist zwar noch immer, aber das Schlimmste ist weg.

Und die Moral der Geschicht? „Niemals für etwas bezahlen, was man nicht in Auftrag gegeben hat“, erklärt Jung. Denn er vermutet, dass das nicht immer so ist. „Sonst würden diese Männer das nicht immer wieder versuchen.“

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