Probleme mit Hundehaltern
Mensch und Hund leben gefährlich

Greven -

„Fünf Beißvorfälle wurden 2018 in ganz Greven gemeldet. Davon viermal Hund/Hund und einmal Hund/Mensch“, sagt Wolfgang Jung, Pressesprecher im Rathaus. Mehr Beschwerden werden wegen unangeleinten Hunden und Besitzern, die ihre Vierbeiner nicht unter Kontrolle halten konnten, eingereicht von Nicht-Hundehaltern sowie von anderen Hundehaltern.

Mittwoch, 24.07.2019, 09:35 Uhr aktualisiert: 24.07.2019, 09:40 Uhr
Er will nur spielen – Hunde, die in Beißvorfälle verwickelt waren, müssen zumindest in die Hundeschule. Außerdem müssen sie bis dahin einen Maulkorb tragen, heißt es in der Stadtverwaltung. Foto: dpa

Ralf P. (Name geändert) ging Ende Januar im Flughafengebiet spazieren. Auf dem Weg kam ihm eine junge Frau mit Hund entgegen – unangeleint. Der Hund war hüfthoch, muskulös, sah aus wie ein Dobermann.

„Der Hund blieb stehen, fixierte mich. Da wird man als normaler Mensch nervös“, schilderte P., „dann kommt er in dem Moment auf mich zugesprungen.“

Abwehr mit Pfefferspray 

P. zog sein Pfefferspray. Durch den starken Geruch des Sprays brach der Hund seinen Angriff ab. Das Spray trug P. mit sich, da er drei Wochen zuvor von einem Terrier angegriffen wurde.

Später erhielt P. eine Anzeige wegen Sachbeschädigung – von Seiten der Hundehalter. Darauf folgte seine Gegenanzeige: wegen Nötigung und versuchter Körperverletzung. „Das Nicht-anleinen eines Hundes ist sicher keine Nötigung“, erklärte er, „aber das Zulassen, dass der Hund einen Menschen attackiert, das finde ich ist schon eine Nötigung.“

Beide Verfahren wurden eingestellt. Durch die Anzeigen erfuhr P. das Alter der Halterin: „Die Person, die ich als junge Frau eingeschätzt habe, ist ein 13-jähriges Mädchen gewesen. Ein Kind, was ungefähr so viel wiegt wie der Hund, kann den doch niemals unter Kontrolle halten.“

Maulkorb und keine Leinenpflicht 

Was in diesem Fall veranlasst wurde, schildert Pressesprecher Wolfgang Jung . Nachdem sich P. im Ordnungsamt beschwert hatte, wurde die Hundehalterfamilie gesucht. Daraufhin wurde die Familie besucht. Diese schilderte den Fall aus ihrer Sicht. Der Hund wurde begutachtet und als nicht gefährlich bewertet.

Zudem habe der Hund, so Jung, während des Vorfalls einen Maulkorb getragen. In dem Bereich, in dem das Ereignis stattgefunden hat, gebe es keine Leinenpflicht. Auch das Alter des Mädchens spiele keine Rolle. Nur bei Hunden, die als gefährlich gelten, gibt es eine Altersbegrenzung.

Ein weiterer Fall verursachte Aufsehen in den sozialen Medien: Vor einigen Wochen ging die 16-jährige Tochter von Rabea Krainski und Norbert Albertmann mit ihrem Pferd und Hund Nelly spazieren. Nur circa 300 Meter vom Elternhaus in Gimbte entfernt, kam ihr ein Radfahrer mit angeleintem Hund entgegen.

Außer Kontrolle 

Nelly, der 14-jährige Jack-Russel Terrier, verrichtete gerade sein Geschäft, als der Radler mit Hund an ihr vorbei fuhr. Ein leises „wuff“ kam vom alten Familienhund. Radfahrer und Hund waren schon vorbei. Doch: Der Deutsch-Kurzhaar machte kehrt und riss seinen Besitzer halb vom Rad. Er sprang auf Nelly und biss sie.

„Auf Zurufe des Besitzers reagierte der Hund gar nicht – er ließ Nelly nicht los, auch als sie schon tot war. Das, was uns am meisten ärgert ist, dass der Besitzer nur etwas wie ‚Da kann man ja eh nichts mehr machen‘ sagte. Dann nahm er seinen Hund und fuhr davon“, schilderte Rabea Krainski den Vorfall.

Die schönsten Hunde im Münsterland

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Freunde der Familie haben sofort den Halter gesucht und gestellt. Als sie den Besitzer auffanden, war der Hund nicht mehr angeleint, hörte auf keinen Befehl des Besitzers und wollte sogar in das Auto der Fremden springen.

Keine Entschuldigung 

Die Familie erstattete Anzeige wegen Sachbeschädigung. „Wenn der Besitzer danach zu uns gekommen wäre und sich entschuldigt hätte, wäre alles okay. Aber er hat sich bis jetzt nicht gemeldet“, erklärt Norbert Albertmann. „Wir haben ihn angezeigt, damit er sein Verhalten reflektiert“, ergänzt Rabea Krainski. „Dass der Hund bestraft wird, wollen wir eigentlich auch nicht. Denn Schuld ist nicht der Hund, sondern der Besitzer.“

Sofern es zu Beißvorfällen kommt, erklärte Pressesprecher Jung, gibt es eine sofortige Ordnungsverfügung: Der auffällige Hund muss immer Maulkorb tragen und angeleint sein. Ebenso muss sichergestellt werden, dass es eine ausbruchssichere Unterbringung gibt. Der Hund wird vom Kreis Steinfurt geprüft. Je nach Ergebnis muss der Hundehalter entweder die Verordnungen lebenslang einhalten, oder – meistens – es muss eine Hundeschule besucht werden.

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