Abenteuerkiste: Jugendleiterschulung auf dem holländischen Wattenmeer
An einem Strang ziehen

Greven -

An diesem sonnigen Vormittag sind viele helfende Hände nötig, um den Einmaster, ein alt ehrwürdiges Segelschiff aus dem Jahr 1915 mit dem klangvollen Namen „Lauwerszee“ bereit zu machen für den Törn hinaus auf das holländische Wattenmeer. Während Skipper Aart Puper die notwendigen Handgriffe erklärt, bereiten die Jugendlichen der Abenteuerkiste das Fock-, das Groß- und das Besansegel vor.

Montag, 24.06.2019, 19:34 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 19:40 Uhr
Captein Jack Sparrows war mit an Bord, als das Team der Abenteuerkiste neue Perspektiven auf einem Flachbodenschiff suchte. Foto: Abenteuerkiste

Sie befestigen Seile und steuern das 26 Meter lange Schiff aus dem Hafen von Harlingen. Vor ihnen liegen vier Tage, die den Jugendlichen viel Arbeit abverlangen, körperliche ebenso wie geistige. Denn was auf den ersten Blick wie ein Urlaubstripp anmutet, dient als Schulungsmaßnahme. Nicht, um einen Segelschein zu erwerben, sondern die Übermittagsbetreuung sowie das AG-Programm am Augustinianum zu planen.

Ewelina Wojnar , pädagogische Fachkraft bei der Abenteuerkiste, erklärt, warum sich ein Segelschiff als Ort einer Jugendleiter-Schulung besonders eignet: „Man teilt auf engem Raum Alltag miteinander. Dabei lernt man voneinander, aber auch miteinander.“

„Jeder muss Rücksicht nehmen und seine eigenen Interessen auch schon einmal zurückstellen. Das schweißt zusammen“, findet Mara Book . Sie leitet die Übermittagsbetreuung am Gymnasium und unterstützt das Jugendteam, das das Hausaufgaben-Silentium, die aktive Pause und die Arbeitsgemeinschaften durchführt.

Die Qualifizierungsmaßnahme ist Teil der Kooperation zwischen der Abenteuerkiste und dem Gymnasium. Der Verein organisiert für und an der Schule das Übermittagsangebot.

Bei der Umsetzung spielen Schüler höherer Jahrgangsstufen eine besondere Rolle. Gefragt ist die Mitwirkung der Jugendlichen. Sie reden ein gewichtiges Wort mit. „Auf diese Weise fühlen sich die Jugendlichen mitverantwortlich für das, was wir uns gemeinsam überlegen“, erklärt Book. „Verantwortung ist auch wichtig für die Motivation, sich auch außerhalb der Schule zu engagieren.“

Einige Stunden des Tages verbringen die Jugendlichen auf Deck des ehemaligen Frachtschiffes, steuern unter Anleitung des Skippers die holländische Insel Ameland an und fallen im Wattenmeer trocken. Zwischenzeitlich versammeln sie sich unter Deck, um die Köpfe rauchen zu lassen.

Als die „Lauwerszee“ nach fünf Tagen in ihren Heimathafen Harlingen zurückkehrt, haben die Jugendlichen Einiges geschafft. Ihre selbst auferlegten Hausaufgaben haben sie erledigt, Erfahrungen gesammelt und sind als Gruppe zusammen gewachsen. Mara Book: „Die Gruppe hat sich gegenseitig gepusht.“

Und Ewelina Wojnar findet: „Bei dieser Schulung sieht man, dass man Arbeiten und den Spaßfaktor wunderbar miteinander verbinden kann.“

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