Schaufahren der Schiffsmodellbauer am Regenrückhaltebecken
Piraten stechen in See

Reckenfeld -

Ein echter Pirat braucht ein Schiff. Es sollte dem Wind und den Wellen trotzen, einen erfahrenen Käpt‘n am Steuer haben und Eindruck machen. Ein Schiff eben, das für alles gerüstet ist. Mit Piraten an Bord, die zu jeder Schandtat bereit sind, ruppige Seemannslieder singen und mit Säbeln den Mast hochklettern.

Montag, 24.06.2019, 07:41 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 15:38 Uhr
Die „Modellpiraten“ lockten mit ihrem Aktionswochenende nicht nur Modellbauer aus Nachbar-Vereinen an, sondern auch interessiertes Publikum, das einfach nur zum Schauen und Staunen vorbeikam. Foto: pin

Die Freibeuter und Schiffe, die sich am Wochenende in Reckenfeld trafen, waren einander mehr als friedlich gesonnen. Eine lustige Bande, in der jeder ein Boot besitzt, manchmal auch mehrere. Die Schiffe waren nicht so groß, als dass die Piraten selbst hätten an Bord gehen können. Seefahrer und Passagiere hatten die meisten aber trotzdem geladen – als Figuren. Manchmal in liebevoller Handarbeit selbst hergestellt, manchmal als fertiger Bausatz bestellt. Ferngesteuert und manchmal weit weg vom Besitzer, der meist Erbauer, Reeder und Kapitän in einem ist, treiben Segelschiffe im Wind, Schlepper über das Wasser, jagen Yachten oder Jetskis durch die spritzende Gischt.

Bereits zum zwölften Mal organisierte der Verein „MGB Modellpiraten Greven-Emsdetten“ das Wochenende am Vereinsgelände, dem Regenrückhaltebecken in Reckenfeld. Bei Sonnenschein ließen sich nicht nur andere Modellbauer blicken, sondern auch zahlreiche Zuschauer, die das bunte Treiben auf und neben dem Wasser fasziniert beobachteten. „Wir sind etwa 70 Baumeister hier mit rund 100 Modellen“, sagte Markus Reidegeld, der Vereinsvorsitzende, zufrieden.

Schaufahren der Modellpiraten

1/14
  • P1100302.jpg Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin
  • Foto: pin

Einige Mitglieder hätten mehr Spaß am Bauen, manche eher am Fahren, so Reidegeld. Vor allem (aber nicht nur) Männer sind im Verein, altersmäßig sei es gemischt. „Mittlerweile haben wir 36 Mitglieder, das ist toll“, so Reidegeld.

Die meisten Schiffe sind Nachbauten von großen Schiffen. „Wir bekommen zum Teil Pläne der Werften, dann kann man das Schiff komplett selbst konstruieren.“ Der Zeitaufwand könne da schon mal enorm sein: mehrere Monate nehme ein neues Schiff in Anspruch, manchmal sogar mehrere Jahre. Die Mühe jedoch zahlt sich aus: Jedes Detail am Modell stimmt: Farben und Größenverhältnisse, es gibt Liegen auf dem Kreuzfahrtschiff und Seile auf den Schleppern. Fischkutter haben winzige „Fische“ geladen, auf dem Dampfer ruhen sich die Matrosen an Deck aus, auf der Yacht räkelt sich ein Model, der Kapitän schaut durch sein Fernglas. „Manchmal geht es nur noch mit Lupe und Pinzette“, erzählt Reidegeld.

Beim Schaufahren in diesem Jahr sei erstmals auch ein U-Boot mitgefahren. „Das war natürlich besonders spannend“, schwärmt Reidegeld. Die Jungfernfahrt wurde erfolgreich gemeistert.

Neben den Booten auf dem Wasser lockten auch die Boote „auf dem Trockenen“ die Besucher an. Opa und Enkel bestaunten die zahlreichen Details und entdeckten Extras. Sobald die Profis unter sich waren, drehten sich die Fragen dann schon mehr um das Technische, um PS-Zahlen, Kubik, Reichweiten. „Für den Anfänger reicht ein kleines Boot mit wenig Details völlig aus“, empfiehlt ein Hobbybastler.

Die Modellbauer kennen sich gegenseitig, besuchen die Ausstellungen und Jubiläen der anderen und versorgen sich mit Tricks und Kniffen. Und natürlich machen sie einander neidisch, ein bisschen Wettkampf tut schließlich gut. „Ich habe herum probiert, es schafft jetzt 123,5 Kilometer pro Stunde“, berichtete einer.

Boote dieses Kalibers gab es nur zwischendurch zu sehen. „Dafür muss das Becken leer sein, die sind viel zu schnell“, sagte Reidegeld. Da spritzt das Wasser, da dröhnen die Motoren. Die Kinder freuen sich: „Das Boot fliegt fast!“

Im Laufe des Nachmittags kam es dann noch zu einer Rettungsaktion: ein Boot hatte sich in einem Ast festgehakt. Im Paddelboot ging es zum Modell, das unbeschadet gleich wieder losfahren konnte.

„Uns ist hier schon ein Boot gesunken, das haben wir auch nicht wiedergefunden“, erzählt Reidegeld. Rettungsaktionen scheinen aber ein Dauerthema zu sein, für das jeder seine eigene Lösung parat hat. „Ich bin schon mal hinterher geschwommen“, erzählt ein Bastler. Seine Frau lacht und ergänzt: „Einmal hast du mich auch schon geschickt!“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6715785?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Diebe treten 27-Jährigen von Fahrrad
Polizei sucht Zeugen: Diebe treten 27-Jährigen von Fahrrad
Nachrichten-Ticker