Grevener Jugend erstellt Plakate für den Klimastreik in Münster
„Wir rebellieren nicht, wir appellieren“

Greven -

Am 28. Juni findet wieder eine Fridays-for-Future-Demonstration statt. Grevener Jugendliche sind mit dabei - sie bereiten sich gerade vor und erstellen prägnante Plakate - in ihrer Freizeit.

Dienstag, 18.06.2019, 09:01 Uhr aktualisiert: 18.06.2019, 09:10 Uhr
Stifte in den Händen und Ideen in den Köpfen, die zu Blatt gebracht werden wollen. Grevener Jugendliche gestalten Plakate für Fridays-for-Future – in ihrer Freizeit. Foto: Sina-Marie Hofmann

Ob zu Fuß oder mit dem Rad – vergangenen Freitag gegen 17 Uhr trudeln langsam einige engagierte Jugendliche am Kesselhaus ein. „Habt ihr genug Stifte dabei?“, wird in die Runde gefragt. „Natürlich“, antwortet die 17 jährige Nihal Miaaz . Deren Schwester, Hadil Miaaz, besorgt aus dem Jugendcafé noch einige Utensilien.

Am 28. Juni findet wieder eine Fridays-for-Future-Demonstration statt. Für diese wollen die Jugendlichen prägnante Plakate gestalten und sich mental vorbereiten.

Begründerin der Bewegung ist die Schwedin Greta Thunberg. Nach ihrem Vorbild demonstrieren viele deutsche Jugendliche. Diese fordern bis Jahresschluss das Ende der Subventionen für fossile Energieträger, eine Steuer auf Treibhausgasemission und ein Viertel der Kohlekraftwerke abzuschalten.

Der 17 jährige Organisator, Jonas Michaletz hatte zuvor einen Facebook-Aufruf gestartet und verteilte mit anderen in der Stadt und in verschiedenen Schulen Flyer.

Nachdem sich die Jugendlichen entschieden haben, ihre Plakate in der Sonne und an frischer Luft zu gestalten, bewaffnen sie sich mit Stiften. Sie schreiben und malen drauflos. Inspiration für die zu gestaltenden Plakate suchen sie in den sozialen Medien. Ihre Handys als stetige Begleiter neben sich liegend.

Doch wie steht die Grevener Jugend zu der Fridays-for-Future-Thematik? „Wir wollen so viele Jugendliche wie möglich nach Münster bringen“, erzählt die 17 jährige Tabea Ellebracht. Sponsoren sorgen sogar dafür, dass die Kosten der Zugtickets zum Teil übernommen werden.

„Die Politiker haben anscheinend nicht begriffen, was wichtig ist. Jetzt wollen wir es ihnen verklickern“, sagt Michaletz. Er möchte ein Netzwerk interessierter Jugendlicher in Greven aufbauen. Nihal Miaaz will „die Jugend darauf hinweisen, dass sie eine Stimme hat.“ Sie verlangt mehr politische Beteiligung. Ellebracht findet, man muss die Gesellschaft für Nachhaltigkeit sensibilisieren. Alle setzten sich für Natur und Umwelt ein.

Unterstützung und Bestärkung erfährt jeder in seinem Elternhaus. Auch der Großteil der Lehrer befürwortet die Jugendlichen in ihrer Meinung.

Das Demonstrieren soll ein Zeichen setzen – aber was machen die Jugendlichen aktiv für die Umwelt? Mülltrennung oder mit dem Rad und den öffentlichen Verkehrsmitteln seine Wege zu erledigen ist für alle selbstverständlich. Ellebracht und Michaletz ernähren sich vegetarisch. „Ich will irgendwann vegan leben“, meint Michaletz daraufhin. Die 13-jährige Finja Möller versucht zusammen mit ihren Eltern Plastikmüll zu reduzieren und, falls es zum Fleischer geht, werden extra Tupperdosen mitgenommen, um auf zusätzlichen Müll zu verzichten. „Wenn ich spazieren gehe, nehme ich immer eine Tüte mit und sammle den Müll ein, der einfach weg geworfen wurde“, erklärt die 13 jährige Emma Triebel.

Auch in ihrer Zukunft möchten die Jugendlichen ihre Umwelt nicht vernachlässigen. „Wenn ich einmal Kinder habe, werde ich sie umweltfreundlich erziehen“, meint Möller.

Während die Jugendlichen mit einem dicken roten Stift auf blaue Pappe „Plastikverbot statt Artentot!“ schreiben, beschweren sie sich über die Einstellung einiger Erwachsener zu den Freitagsdemonstrationen. „Wir machen das nicht, um die Schule zu schwänzen, sondern um etwas zu bewirken“, verdeutlicht Nihal Miaaz. Sie finden es ungut, als Rebellen oder Sektenmitglieder bezeichnet zu werden. Michaletz: „Wir rebellieren nicht, wir appellieren!“

Bei einer Aussage stimmen ihm alle zu: „Die Erwachsenen können und sollten auch mit machen – denn das Klima geht uns alle etwas an.“

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