15 000 Kilometer lange Reise mit dem Wohnmobil
Von Neuseeland bis Bockholt

Greven -

Eine über 15 000 Kilometer lange Reise mit dem Wohnmobil durch Nordeuropa fand jetzt einen besonderen Abschluss in Greven-Bockholt. Susan Ward und Neill Harrington aus dem neuseeländischen Auckland verbrachten die letzten Tage ihres sechsmonatigen Abenteuertrips bei unterwegs getroffenen Bekannten. Die Bockholter Gabi und Hartmut Dirks hatten sie im Sommer kennengelernt.

Samstag, 15.12.2018, 14:01 Uhr aktualisiert: 15.12.2018, 14:10 Uhr
Die Neuseeländer Susan Ward und Neill Harrington (2.u.4.v.l.) beendeten ihre Nordeuropareise bei ihrer Urlaubsbekanntschaft, der Familie (v.l.) Hartmut, Jan-Philipp und Gabi Dirks im beschaulichen Greven-Bockholt. Foto: Marion Fenner

Familie Dirks machte während ihres Urlaubs mit dem Wohnmobil in Danzig Station. Sie glaubten damals zunächst, nicht die einzigen Deutschen auf diesem Stellplatz zu sein, denn ein Wohnmobil mit Coesfelder Kennzeichen stand ebenfalls dort. „Es gibt noch mehr Münsterländer hier“, freute sich Hartmut Dirks auf einen netten Abend. Der Abend wurde nett, aber Münsterländer hatten die beiden in dem Wohnmobil nicht angetroffen, sondern ausschließlich englisch sprechende Neuseeländer.

Die Sache mit dem Kennzeichen klärte sich schnell auf: Das Wohnmobil für ihre große Reise hatten die beiden in Dülmen gebucht. Reiner Zufall nach einer Suche über das Internet. Die große Tour startete nach dem 24-stündigen Flug so richtig im Münsterland. Susan Ward hat sich sofort in die Region verliebt. „Die kleinen selbstständigen Orte, alle mit einer kleinen Kirche, die haben mich fasziniert.“ Die vielen Straßen in Deutschland – und der Rechtsverkehr – seien allerdings zunächst eine große Herausforderung gewesen. Die beiden Rentner hatten ihre Tour nicht detailliert geplant, sondern beschlossen, von Tag zu Tag zu entscheiden, wo die Reise als nächstes hingehen soll.

Skandinavien wollten sie auf jeden Fall sehen und den Rest auf sich zukommen lassen. Erst ging es ein wenig kreuz und quer durch Deutschland, mit Abstechern nach Nordfrankreich, Belgien und Holland. Zwischendurch stand noch ein dreistündiger Besuch bei Freunden in London auf dem Programm. Mit dem Zug ging es hin und zurück – mehr haben sie von England nicht gesehen. Hamburg stand auf der Reiseroute, Berlin auch – eine Stadt, von der sie begeistert waren.

Doch Susann Ward wollte das Meer sehen, es ging wieder nach Norddeutschland. Flensburg hatte es den beiden angetan, dort blieben sie gleich eine Woche, ihr längster Aufenthalt an einem Stück. Die Tour führte Richtung Osten bis nach Danzig, wo sie Familie Dirks kennenlernten und – nach dem netten gemeinsamen Abend – versprachen, auf dem Rückweg ihrer Reise den Abschluss in Greven einzuplanen.

Für die beiden Neuseeländer ging es weiter nach Kaliningrad, zurück nach Polen und dann entlang der gesamten Ostseeküste durch Finnland und Dänemark. Spontan legten sie auch noch eine Tour entlang der Norwegischen Küste von Bergen bis Spitzbergen und wieder zurück mit dem Hurtigruten-Schiff ein. Die Fjorde haben die beiden ebenfalls in ihren Bann gezogen. Solch eine schöne Landschaft haben sie noch nie gesehen, waren sich beide sicher.

Nun stand zum Abschluss der erlebnisreichen Reise noch einmal das Münsterland auf dem Programm, genauer gesagt Greven. Am Donnerstag gab es einen Abstecher nach Münster, Gabi Dirks hatte dafür eigens eine englischsprachige Stadtführung gebucht. Münster ist aus Sicht eines Aucklanders auch ein Dorf. Allerdings, wie sie anerkennend feststellten, mit einer Uni und vielen Museen. „Was ihr alles so habt“, staunte Neill Harrrington, der in Neuseeland früher eine Austernzucht betrieb. Fast genau 11 111 Kilometer hat das Paar in seinem Wohnmobil verbracht. Dazu kamen fast 3000 Kilometer mit dem Schiff. „Es hat alles gut geklappt“, berichten die Urlauber. Wir haben uns auch meistens gut vertragen.“

Viel gesehen haben sie und viel gekauft. So viele Souvenirs, Bücher und Kleidung, dass vor dem Rückflug noch ein größerer Koffer benötigt wurde. Zum Gegenbesuch ist Familie Dirks nun eingeladen. „So weit reisen wir aber nicht als Camper“, stellte Gabi Dirks klar. „Wie nehmen Euer Gästezimmer.“

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