Die Christuskirche feiert Geburtstag / Präses Annette Kurschus zu Besuch
Alt – und hoffentlich bald weiß

Greven -

Da machten sie sich also auf. Von Winninghoff aus zogen sie los. Der Kirchbaumeister, der Ladberger Posaunenchor, die geballte geistliche und politische Lokalprominenz vorneweg. „Und endlich die Gläubigen!“, berichtet der sprachgewandte Zeitzeuge vom zweiten Advent 1893. Und endlich die Gläubigen – wie es ausschaut, ist das 125 Jahre später ziemlich anders: Klar, da feiern sie am Sonntag auch ein Gebäude, ihr – wohl auch ein Originalzitat – „schmuckes Kirchlein“. Vor allem jedoch feiern sie die Leute, die sich hier engagieren. Einen Ort, an dem Otto-und-Anna-Normalprotestant inzwischen in der ersten Reihe sitzt anstatt hinterher zu laufen. Happy Birthday, liebe Christuskirche!

Montag, 10.12.2018, 12:24 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 12:40 Uhr
Auf die Christuskirche! Und vor allem auf die Menschen, denen sie wichtig ist: Pfarrer Jörn Witthinrich (ganz links) und Gäste aus befreundeten Gemeinden, Kreiskirchenamt und Rathaus heben das Glas aufs 125-jährige Jubiläum des schmucken Gotteshauses, dessen Fassade bis 2020 saniert werden soll. Foto: Stefan Bamberg

„Unglaublich vielen Menschen ist unsere Kirche wichtig“, sagt Pastor Jörn Witthinrich im großen Festgottesdienst. Und viele Menschen sind wichtig, damit eine Kirche überhaupt Sinn ergibt. Das betont auch die Predigt-Ehrengästin aus der Stadt, die es vielleicht doch gibt: Annette Kurschus , Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD , ist aus Bielefeld angereist und widmet sich in ihrer Predigt insbesondere dem, was drinnen passiert: „Sie alle haben hier schon gefeiert, Hoffnung geschöpft, sich für den Alltag gestärkt – in dieser Kirche finden Menschen ein Zuhause.“

Menschen – nicht nur Protestanten! Das ist ebenfalls eine Kern-Message der Festivitäten: Gemeindevorsteher Jürgen Heinke überreicht ein Wunsch-Bäumchen von den neuapostolischen Christen, die Muslime schicken ihren Vorstand vorbei – und der große Bruder hilft im Jubiläumsjahr sogar mal beim Einsammeln der Kollekte: „Wir sind vereint in Christus“, meint Martinus-Pfarrer Klaus Lunemann. „Und uns eint das Streben nach einem vielfältigen, bunten Leben in unserer Stadt.“

So rein äußerlich freilich müsste bunt gar nicht mal unbedingt sein – ein etwas weniger spektakuläres Farbenspiel tät‘s auch schon: „Alt – und kein bisschen weiß“, das gilt nämlich bei genauerem Hinsehen für die Fassade des Gotteshauses. Das Jubiläum diente und dient auch als Anlass zum kreativen Spendensammeln für die dringend nötige Außensanierung (unsere Zeitung berichtete) – Optimismus, dass und Ideen wie das bis 2020 tatsächlich was wird? Allenthalben zu spüren beim Geburtstagsfest.

Irgendwie kein Wunder bei dieser Gemeinde, wie Kurschus einerseits und Superintendent Ulf Schlien andererseits in Landes- respektive Kreiskirchenamt beobachten: „Grevens und Reckenfelds Protestanten übernehmen gerne Verantwortung und setzen sich für ihre Interessen ein.“ Da wird so ein bisschen weiß ja wohl kein Problem sein.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6247074?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Stadt nimmt Kampf gegen Schrotträder auf
Mit Informationsblättern fordert das Ordnungsamt die Inhaber schrottreifer Räder im Hansaviertel auf, diese aus dem öffentlichen Verkehrsraum zu entfernen.
Nachrichten-Ticker