Greven vor 25 Jahren
Babyschwemme und Schmuddelhütten

Vor 25 Jahren gab es eine Babyschwemme in Greven – und eine nette Entschuldigung.

Montag, 01.01.2018, 15:01 Uhr

Vor 25 Jahren wurde jede Menge Nachwuchs geboren und im Standesamt beurkundet.
Vor 25 Jahren wurde jede Menge Nachwuchs geboren und im Standesamt beurkundet. Foto: dpa

Es macht doch immer wieder Spaß, in den 25 Jahre alten Ausgaben dieser Zeitung zu blättern. Vor allem dann, wenn man dort die eine oder andere Kuriosität findet. Eine davon konnte man vor 25 Jahren in den Anzeigen entdecken. Da fühlte sich jemand berufen – den Namen verschweigen wir an dieser Stelle – sich für sein Verhalten zu entschuldigen. Leider bleibt der Hintergrund ein wenig unklar. Aber: Es muss wohl heftig gerappelt haben. Hier die Entschuldigung im Wortlaut: „Hiermit möchte ich mich entschuldigen beim Schützenverein Ost (besonders beim Vorstand) für die Worte, die ich in der Versammlung in der Gaststätte Pumpernickel gesprochen habe.“ Kurios, aber durchaus auch mutig.

Heftige Auseinandersetzungen gab es auch um den Stand eines Lebensmittelgeschäftes in der Marktstraße in der Vorweihnachtszeit. Der, so die Meinung der Anlieger, sei äußerst unansehnlich. Ein Schreiben mit Hinweis auf diese Beschwerden schickte die Stadtverwaltung an den Eigentümer. Der wiederum beschwerte sich in einem öffentlichen Brief, dass ihm doch immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen würden. Und schließlich gab es einen Leserbrief, der den Stand mit folgenden Worten beschrieb: „Mit dem Unterstand hätten sie in Afrika beim Wettbewerb „Unser Kral soll schöner werden“ vielleicht aus Mitleid den letzten Trostpreis erhalten.“ Hauahaua – auch vor 25 Jahren ging es ab und an mal so richtig rund . . .

Aber ein bisschen anders waren die Zeiten damals schon. Bestes Beispiel: Vor 25 Jahren kündigte die Sparkasse an, in Reckenfeld eine neue Filiale zu bauen. Und dafür wurden immerhin rund drei Millionen Mark investiert. Heutzutage geht es ja meistens anders herum – da werden Filialen geschlossen.

Lag es daran, dass die Leute vor 25 Jahren noch kein Smartphone, kein Facebook, kein WhatsApp hatten? Mussten die gar noch miteinander reden oder auf andere Art und Weise „kommunizieren“? Die Bilanz, die das Grevener Standesamt zum Jahresende zog, lässt es fast vermuten. Sage und schreibe 695 Babys waren im Grevener Standesamt 1992 beurkundet worden. Und das ist eine Hausnummer. Aktuelle werden in Greven so rund 400 Kinder geboren – und sorgen trotzallem für drangvolle Enge in Schulen und Kindergärten. Peter Beckmann

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