Stat verabschiedet den Ersten Beigeordneten
Adieu mit leiser Wehmut

Greven -

Wolfgang Beckermann hat 40 Jahre in der Grevener Stadtverwaltung gearbeitet, zuletzt als Erster Beigeordneter. Jetzt wechselt er nach Osnabrück. Am Sonntag sagte er tschüss – durchaus mit ein wenig Wehmut.

Sonntag, 18.12.2016, 14:12 Uhr

Bürgermeister Peter Vennemeyer verliert einen wichtigen Partner im Rathaus. Zum Abschied gab es klassische CDs, Beckermanns Gattin Birgit wurde mit Blkumen bedacht. „Ich bin schon tief verwurzelt in der Stadt und sehr zufrieden damit, was ich hier mitgestalten durfte“, resümierte Beckermann.
Bürgermeister Peter Vennemeyer verliert einen wichtigen Partner im Rathaus. Zum Abschied gab es klassische CDs, Beckermanns Gattin Birgit wurde mit Blkumen bedacht. „Ich bin schon tief verwurzelt in der Stadt und sehr zufrieden damit, was ich hier mitgestalten durfte“, resümierte Beckermann. Foto: Oliver Hengst

Ein Hauch von Wehmut , viel Bedauern – und ganz viel Zauber eines Neuanfangs: 150 Kollegen und Weggefährten, Unterstützer und Streitpartner aus 40 Jahren haben am Sonntagvormittag Wolfgang Beckermann im Ratssaal mit einem kleinen Festakt verabschiedet. Am Montag schon wird der bisherige Erste Beigeordnete und Kämmerer der Stadt in sein neues Amt bei der Stadt Osnabrück eingeführt. Er wird dort Vorstand für Bildung, Soziales und Kultur. „Ein früherer Bundeskanzler hat dazu mal Gedöns gesagt“, zwinkerte Bürgermeister Peter Vennemeyer bei seiner Laudatio auf den scheidenden Kollegen.

40 Jahre war der im Rathaus, hat als „Verwaltungspraktikant“, wie es damals hieß, angefangen. Beckermann erinnerte sich, dass er mit „Schoko-Küssen, die damals noch anders hießen“, von den Kollegen verwöhnt worden war. Die Arbeit im eben erst fertig gewordenen Rathaus habe ihn fasziniert – auch wenn der kirchentags- und friedensbewegte junge Beckermann doch gewisse Vorbehalte gegen die Staatsmacht hatte, die ja bis in die Rathäuser reicht. „Ich musste dann ja auch die Volkszählung organisieren“, erinnerte er trocken an die damalige Empörung gegen die angebliche Datenkrake Staat.

Im Rathaus legte Beckermann eine rasante Karriere hin. Der Wandel der Verwaltung zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen sei vornehmlich Becker­manns Verdienst, der Zentrale Steuerungsdienst, dessen „Vater“ er sei, Vorbild für viele Kommunen gewesen, berichtete der Bürgermeister. Als Kämmerer und später auch als erster Beigeordneter habe der scheidende Verwaltungsvorstand den fast unmöglichen Spagat geschafft. „Es ging dir nie um das Thema Sparen als Selbstzweck“, sagte Vennemeyer und erinnerte an die gewaltigen Investitionen der Stadt in die Kindertagesbetreuung und die Schulen. Beckermann gab das Kompliment zurück. Die Verwaltung habe den Generationenwechsel sehr gut gestemmt. „Wir haben eine engagierte Verwaltung mit vielen klugen Köpfen“, lobte Beckermann und erinnerte daran, wie professionell die Folgen der urbanen Sturzflut 2014 bewältigt, wie effektiv und dabei menschlich die Flüchtlingskrise vor einem Jahr gemeistert worden sei. „Das war schon beeindruckend“, sagte Beckermann und gestand – und Wehmut war durchaus zu spüren: „Wenn es nicht so reizvoll wäre, nach Osnabrück zu wechseln, hätte ich die Arbeit hier sehr gerne fortgesetzt. Ich bin schon tief verwurzelt in der Stadt und sehr zufrieden damit, was ich hier mitgestalten durfte.“

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