Neuer Eigentümer
Luhns: Es geht weiter

Reckenfeld -

Luhns ist verkauft – und damit gerettet. „Thurn Produkte“ heißt der neue Eigentümer des Reckenfelder Werkes. Das Unternehmen sitzt in Neunkirchen-Seelscheid (südliches NRW) und ist in der selben Branche wie Luhns tätig.

Donnerstag, 02.07.2015, 14:07 Uhr

Die Mitarbeiter von Luhns können aufatmen: Im Reckenfelder Werk werden auch künftig Wasch- und Reinigungsmittel produziert. Der Name „Luhns“ dürfte jedoch verschwinden.
Die Mitarbeiter von Luhns können aufatmen: Im Reckenfelder Werk werden auch künftig Wasch- und Reinigungsmittel produziert. Der Name „Luhns“ dürfte jedoch verschwinden. Foto: oh

Luhns ist verkauft – und damit gerettet. „Thurn Produkte“ heißt der neue Eigentümer des Reckenfelder Werkes. Das bestätigte der Luhns-Betriebsrat auf Anfrage. Die bisherigen Muttergesellschaften von Luhns – erst Hansa Group , dann Gemini Holding – hatten jeweils kurz hintereinander Insolvenz anmelden müssen. Seit Anfang Mai bangten die Mitarbeiter deshalb um ihre Jobs. Schon im April waren die Löhne nicht ausgezahlt worden. Schließlich war es immerhin gelungen, die Gehälter per Insolvenzgeld bis Ende Juni abzusichern. Diese Frist lief Ende Juni ab. Da kam der Verkauf zum Stichtag 1. Juli gerade recht.

Der neue Eigentümer sitzt in Neunkirchen-Seelscheid (südliches NRW ) und ist in der selben Branche wie Luhns tätig. Zu den Produkten des Unternehmens zählen Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel.

Trotz der aus Mitarbeitersicht guten Nachricht ruht derzeit die Produktion an der Reckenfelder Straße weitgehend – wie schon in den letzten Wochen und Monaten. Wegen der Zahlungsunfähigkeit der Gemini-Holding als letztem Besitzer fehlte es an Rohstoffen, die hätten verarbeitet werden können. „Wir hoffen, dass die Produktion alsbald wieder aufgenommen wird“, sagt Friedhelm Hundertmark von der Gewerkschaft IGBCE. Das Wichtigste: „127 Arbeitsplätze sind dauerhaft gesichert.“ Alle aktuellen Mitarbeiter würden übernommen.

Der neue Investor habe Potenzial, sehe gleiches für das Luhns-Werk und kenne den Markt. Das seien allemal begrüßenswerte Faktoren. „Die sind gut aufgestellt. Wir erhoffen uns damit eine Absicherung des Standortes“, ist Hundertmark von der langfristigen Tragfähigkeit der Lösung überzeugt.

Der Preis, den die Mitarbeiter zahlen mussten, ist ein Haussanierungs-Tarifvertrag, in dem zehn Prozent Lohnverzicht festgeschrieben sind – aber auch eine Standortgarantie sowie der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für die Dauer von fünf Jahren. Ähnlichen Kondition hatte die IGBCE auch schon beim vorangegangenen Verkauf zugestimmt. Insofern haben sich die Bedingungen kaum verändert – wohl aber die Aussichten. Für den Fall „guter Wirtschaftlichkeit“ habe man mit dem neuen Eigentümer nämlich vereinbart, den Lohnverzicht wieder aufzuheben, berichtet Hundertmark von den Verhandlungen.

Der künftige Name des Werks soll „AC Abfüllbetriebe Greven“ lauten. Daraus dürfe man aber nicht schließen, dass nur abgefüllt werde. „In Reckenfeld wird produziert – und das hoffentlich schon sehr bald wieder“, sagt der Arbeitnehmervertreter. Die Gewerkschaft habe in den Verhandlungen mit dem neuen Eigentümer den Eindruck gewonnen, dass man das Reckenfelder Werk, seine Mitarbeiter und deren Know-How dauerhaft nutzen wolle. „Wir sind froh, dass sich ein solcher Investor gefunden hat. Nun gilt es, auch die Zusagen einzuhalten“, sagt Hundertmark.

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