Vandalismus
Videoüberwachung für den Schulhof?

Reckenfeld -

Fast 30.000 Euro Schaden in der Sanitäranlage der Reckenfelder Hauptschule durch Vandalismus. Zudem Vorwürfe, auf dem Schulhof werde gedealt. Allemal gute Gründe, über eine Videoüberwachung nachzudenken.

Donnerstag, 04.12.2014, 09:20 Uhr aktualisiert: 04.12.2014, 15:25 Uhr
Seit Wochen geschlossen: Doch mittlerweile sind die Aufträge für die Reparaturarbeiten erteilt. Auch die Beleuchtung wird erneuert. Foto: oh

Im Sanitärbereich der Alten Hauptschule (Altbau) hat die Stadt in den vergangenen zwölf Monaten 70 Fälle von Vandalismus gezählt. Allein die Zerstörungen nach dem letzten Einbruch kosten bis zu 8000 Euro. Seitdem ist die Toilette gesperrt. Insgesamt entstanden seit November 2013 Schäden in Höhe von rund 28 000 Euro, wie Bürgermeister Peter Vennemeyer im Bezirksausschuss berichtete. „Es wurde mutwillig eingebrochen, um zu zerstören – zuletzt im Wochentakt.“ Die Reparaturaufträge seien erteilt, bis dahin sei etwas Geduld nötig. Auch die zerstörte Beleuchtung des Schulhofes werde erneuert.

Ernst Reiling ( Reckenfeld direkt) berichtete von Tanzgarden der Re-Ka-Ge. Die probenden Kinder müssten teilweise „in den Büschen ihre Notdurft verrichten“ oder eine Gaststätte aufsuchen. Weil zudem einigen sieben- bis achtjährigen Mädchen auf dem Schulhof offen Drogen angeboten worden sein sollen, schlug die Fraktion eine Videoüberwachung vor. „Zu teuer“, urteilte Vennemeyer. Die Anschaffung (40 000 Euro) und die laufenden Kosten (10 000 Euro/Jahr) stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen, der sich zudem in Grenzen halte. „Der Abschreckungseffekt ist nicht der, den wir uns erhoffen“, erinnerte der Bürgermeister an andere Grevener Schulhöfe.

Dennoch zeichnete sich im Ausschuss eine Mehrheit pro Videoüberwachung ab. Es stehe den Fraktionen frei, dies für den Haushalt 2015 zu beantragen, so Vennemeyer – „Gegenfinanzierungsvorschlag inklusive.“

Richard Wewer (CDU) berichtete aus seiner beruflichen Erfahrung, dass Videoanlagen für deutlich weniger Geld zu haben seien. Die Alarmierung habe tadellos funktioniert und manchen Diebstahl auf dem Firmengelände verhindert. Auf dem Schulhof – immerhin öffentliches Gelände – sei die Lage allerdings anders, wie Moritz Hauschild (Linke) betonte. Eine Kamera, die bei jeder Bewegung Alarm schlage, sei dort nicht angebracht. Er fürchtet zudem Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte. Wie Peter Vennemeyer ergänzte, müsse die Stadt bei einem Fehlalarm jeden Einsatz der Polizei aus eigener Tasche bezahlen.

Mazlum Barsgan (Reckenfeld Direkt) erinnerte an die künftige Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Gelände. Dem „Riesen-Gefahrenpotenzial“ für die Asylsuchenden müsse man etwas entgegensetzen. Der Fall Tugce zeige, wie wichtig Videoüberwachung sein könne.

In Lüdinghausen wurde nach vergleichbaren Vorfällen im Vorjahr an einer Schule die Video-Kontrolle eingeführt .

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