Volksbank Amelsbüren
Alles unter Dach und Fach

Senden/Amelsbüren -

Mit der Eintragung im Genossenschaftsregister ist die Verschmelzung der beiden Volksbanken Senden und Amelsbüren auch rechtlich vollzogen. Auf weitere „Brautschau“ will das neue Kreditinstitut nicht gehen.

Freitag, 16.08.2019, 12:45 Uhr aktualisiert: 16.08.2019, 16:46 Uhr
Die Bankvorstände (v.l.) Jürgen Webner, Reinhard Böcker, Jörg Rottmann, Martin Lauhoff sind froh, dass die Verschmelzung juristisch unter Dach und Fach ist. Foto: gro

Die Hochzeit zwischen den Volksbanken Senden und Amelsbüren ist jetzt auch juristisch unter Dach und Fach. Kaum ein Kunde wird bemerkt haben, dass gerade die Eintragung im Genossenschaftsregister erfolgt ist. Rechtlich gesehen ist das der letzte große Schritt am Ende eines gut zwei Jahre andauernden Prozesses der Annäherung und Verschmelzung zweier Genossenschaftsbanken. Die Führungsriege beider Institute macht keinen Hehl aus ihrer Erleichterung, dass die Fusion, die rückwirkend zum Jahresanfang gilt, reibungslos über die Bühne gegangen ist. „Eine gewissen Anspannung gehört dazu“, blickt Vorstand Jörg Rottmann auf die Phase der Gremiensitzungen zurück.

Alle Standorte bleiben erhalten

Volksbank Senden heißt das neue Geldinstitut. In Amelsbüren ist das Geldinstitut mit einer Niederlassung vertreten – das war stets die Bedingung für eine Verschmelzung. Der Standort bleibt, damit bleiben auch die vertrauten Gesichter der Ansprechpartner, was ebenfalls für Ottmarsbocholt gilt. Aber Senden ist Hauptsitz. Dort sind bereits das Rechnungswesen und das Kreditwesen konzentriert. Ein Umbau soll in Kürze erfolgen.

Auch die drei Vorstände Reinhard Böcker , Jörg Rottmann und Jürgen Webner haben hier ihren Arbeitssitz. Martin Lauhoff bleibt in Amelsbüren präsent. Täglich trifft sich das Vorstandsquartett allerdings früh morgens zum Jour Fix in Senden.

Volksbank strebt keine weiteren Fusionen an

Weitere Fusionen sind für die Volksbank Senden nicht in Sicht. „Das ist nicht unser Plan“, unterstreicht Reinhard Böcker, Vorstand der Volksbank Senden. Und ergänzt: „Im Moment schließen wir das aus.“ Eine Fusion koste viel Zeit und Geld, wenn eine andere Struktur Ziel gewesen wäre, hätten die Banken gleich am Anfang des Prozesse mit weiteren möglichen Partnern gesprochen. Gleichwohl, so Jörg Rottmann mit Blick auf die längere Zeitachse: „Man kann nie nie sagen.“Sehr aufmerksam betrachtet die Volksbank aber die weitere Zinsentwicklung. Böcker geht davon aus, dass sich auch Kleinsparer in Zukunft auf Negativzinsen einrichten müssen. Die jüngsten Signale und Entscheidungen auf europäischer Ebene verfolgen die Geldinstitute in Deutschland mit großer Sorge. Die Entwicklung bei den Bundesanleihen, dass Kunden Geld zahlen, damit ihnen ihr Geld abgenommen wird, deutet auf einen völlig verrückt gewordenen Markt hin. Bislang sind die Klein-Sparer von Negativzinsen verschont geblieben. Böcker rechnet damit, dass sich das ändern wird, wenn die Entwicklung an den Finanzmärkten so weiter geht. „Wir werden nicht Vorreiter sein“, betont Böcker, der bekräftigt: „Wir werden gewiss nicht den Startschuss geben.“

...

Bei dieser Runde kommen alle Themen auf den Tisch, die für das Tagesgeschäft, die vielen, oftmals kleinen Aufgaben im Fusionsprozess von Bedeutung sind oder im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung von Belang sind. „Online-Banking kommt immer mehr“, stellt Jörg Rottmann fest. An der Grundphilosophie, die beiden Häuser in ihren Regionen stark gemacht hat, wolle man festhalten, betont zugleich Webner: „Wir kommen vom Kunden und wollen auch beim Kunden bleiben.“ Diesem Spagat wolle man sich stellen: Digitalisierung und Kundennähe.

Fusion erhält beträchtlichen Rückhalt

Der Rückhalt bei Kunden beziehungsweise Mitgliedern war beträchtlich: Auf der Mitgliederversammlung in Amelsbüren lag das Votum bei 98,5 Prozent für die Verschmelzung. Die Vertreterversammlung in Senden endete sogar mit einer 100-prozentigen Zustimmung zur Vermählung mit Amelsbüren. Für die Vorstände war es wichtig, für Transparenz zu sorgen. „Eine gute Informationspolitik ist ganz entscheidend“, resümiert Böcker.

Eine gute Informationspolitik ist ganz entscheidend.

Reinhard Böcker über den Fusionsprozess

Als neues Institut verfügt die Volksbank Senden nunmehr über knapp 15 000 Kunden, lauten die Angaben des Unternehmens, die Zahl der Mitglieder steigt auf 5576, wovon 3355 auf Senden entfallen.

Technische Aufgaben bleiben noch

Einige letzte Aufgaben im Zuge der Fusion stehen für die kommenden Wochen an. Intern ist von der technischen Verschmelzung die Rede. Beide Banksysteme müssen zu einem einzigen zusammengeführt werden, was wiederum Voraussetzung ist, um in einigen Monaten die erste gemeinsame Bilanz der neuen Bank zu erstellen. Bankkunden aus Amelsbüren werden diesen Umstellungsprozess daran erkennen, dass sie Ende November eine neue Bankkarte erhalten und auch eine neue IBAN-Nummer. Die Kontonummern bleiben die alten. Für die Sendener ändert sich nichts.

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