Lieferant blockiert Müllwagen
Kraftfahrer üben eine Kraftprobe

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Die Müllwagen kommt nicht vorbei, weil ein Lieferwagen das Dorffeld zum Nadelöhr macht. Was dann folgt, gleicht einer Kraftprobe unter Kraftfahrern . . .

Donnerstag, 04.04.2019, 17:38 Uhr
Nadelöhr: Am parkenden Lkw eines Küchenbauers im Dorffeld kam der Remondis-Laster nicht vorbei. Die Straßenlaterne soll im Weg gewesen sein, weshalb sich die Leerung verzögerte. Foto: privat/di

Es ging um den Platz auf der Straße – und wohl auch ums Prinzip. Vielleicht war sogar eine Prise Platzhirsch-Mentalität im Spiel. Jedenfalls trug sich am Mittwoch im Dorffeld ein Geplänkel zwischen Kraftfahrern zu, das Züge einer Kraftprobe entfaltete. Ein wackerer Müllwerker des Entsorgungskonzerns Remondis geriet auf der schmalen Wohnstraße mit der Crew eines Küchenbauers aneinander.

Beim Entleeren der gelben Tonnen passten der Laster mit Herd, Schränken und Co., der nah an seiner „Baustelle“ geparkt hatte, und die Verpackungsmüllabfuhr nicht aneinander vorbei.

Erst fehlt Breite, dann hapert es bei der Höhe

Auf den Vorschlag der Monteure, der Remondis-Chauffeur solle die Engstelle mit einem Schlenker über die vielen weiteren Stichstraßen des Dorffelds umfahren, sei der Abfall-Brummikapitän nur weggebraust, heißt es. Aber das kommunale Ordnungsamt rückte aus. Der Küchenbauer-Lkw wurde neu postiert. Nach dem Rangieren sollte alles „roger“ sein. War es aber nicht, denn jetzt fehlte es nicht an Breite auf der Straße, sondern an Höhe. Eine Straßenlaterne war im Weg. Also: Rückzug!

Tonnen bleiben im Zweifelsfall stehen

Was passiert, wenn es eng wird? Auf diese Frage gibt Carina Hölscher, eine Pressesprecherin des Entsorgungsriesen Remondis, eine klare Antwort: „Sicherheit geht vor.“ Soll heißen, dass die Fahrer angewiesen worden sind, „im Fall des Falles die Tonne stehen zu lassen“. Vorrang vor der pünktlichen Abfuhr habe es, Gefahren für Personen oder Schäden an eigenen beziehungsweise fremden Fahrzeugen zu vermeiden. Auf Stresssituationen bei ihren Touren – die stets viel Geschick und volle Konzentration verlangten – werde die Belegschaft der Brummi-Chauffeure vorbereitet. Dabei gelte als oberste Devise, „immer ruhig und freundlich zu bleiben“. Was auch gelinge, denn die Fahrer seien meistens schon „jahrelang im Geschäft“. Natürlich sei das jeweils konkrete Verhalten auch „tagesformabhängig“, räumt Hölscher auf WN-Anfrage ein. Die Kosten für eine Extratour werden in der Regel nicht zusätzlich in Rechnung gestellt, ergänzt die Remondis-Sprecherin.

...

„Zwei Fahrer haben mehrmals versucht, die Abfuhr zu realisieren“, betont Remondis-Sprecherin Carina Hölscher auf WN-Anfrage. Auch die Auftraggeberin der Küchenfirma schaltete sich ein, sprach mit der Gemeinde, damit bei den Nachbarn und ihr die Tonnen nicht voll bleiben. „Beide Seiten haben auf ihr Recht gepocht“, lautet der Eindruck der Hauseigentümerin von den Männern an den Lenkrädern.

Die Sicherheit hat Vorrang.

Remondis-Sprecherin Carina Hölscher

Doch am Ende regierte nicht die Konfrontation, sondern es kam zur kulanten Lösung. Bereits am Donnerstag rückte Remondis zur Extratour aus, um die gelben Tonnen in den Bauch des Lasters zu kippen. Ein flotter Service, ohne dass dafür Kosten fällig wurden.

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