Circus Gebrüder Althoff: Artisten-Familie in Senden
Jeder übernimmt einen festen Part

Senden -

Es ist ein Familienunternehmen und darin übernimmt jeder Spross einen festen Part. Was die Artisten zu bieten haben und was den Charme im kleinen Zelt ausmacht, zeigt der Circus Gebrüder Althoff in Holtrup in Senden.

Donnerstag, 04.10.2018, 17:57 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 04.10.2018, 11:38 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 04.10.2018, 17:57 Uhr
Doppelte Herausforderung: Die Zirkuskinder müssen nicht nur als Artisten trainieren, sondern auch in der mobilen Schule büffeln. Foto: hel

„Zirkus ist eine Lebenseinstellung“, da ist sich Jeronimo Althoff sicher. Er verkörpert dieses Motto nun zusammen mit einem 15-köpfigen Team. Mit dabei sind unteranderem seine acht Kinder, von denen alle als Junior-Artisten mit eigenen Nummern in der Manege zum Familienerfolg beitragen. „Jeder macht etwas!“, bestätigt Dean – sein Fachgebiet: Das Publikum als Clown zum Lachen zu bringen. Seine große Schwester Jenna, das „Schlangenmädchen“, hingegen raubt den Zuschauern mit ihrer Gelenkigkeit den Atem oder lässt dressierte Tauben durch die Zeltkuppel flattern. Zu sehen ist das für das Publikum in Senden noch am Freitag und Samstag jeweils um 16 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr an der Bulderner Straße in der Bauerschaft Holtrup.

Den jungen Akteuren liegt das Zirkusleben im Blut, genau wie ihrem Vater: „Man fiebert den Vorstellungen entgegen und genießt das Rampenlicht“, schwärmt dieser. Jeronimo Althoff wurde in die bunte Zirkuswelt hineingeboren und hat dieser auch nie den Rücken gekehrt. Seit 1812, schon über 200 Jahre, ist seine Familie mit Zelt und Wohnwagen in ganz Deutschland unterwegs und verzaubert die Mengen. In der Vergangenheit führten die Tourneen meist jedoch nur in die Großstädte, die kleinen Ortschaften blieben außen vor. Für Jeronimo Althoff und seine Frau Patrizia ist der wichtigste Aspekt einer gelungenen Zirkus-Show die Nähe und der Kontakt zum Publikum, was den beiden in den Metropolen zu kurz kam. Daher entschlossen sie sich vor einiger Zeit zu einem neuen Konzept: Anstatt weiterhin nur Städte zu besuchen, entschieden sie sich bewusst dafür, in kleineren Ortschaften Halt zu machen. So bauten die Akteure ihr Zirkuszelt mit einer Kapazität von etwa 200 Zuschauern jetzt auch in Senden auf, um Kinder und Erwachsene gleichermaßen in ihren Bann zu ziehen.

Circus Gebrüder Althoff in Senden

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  • Der Familien-Cirucs Althoff macht in Senden Station.

    Der Familien-Cirucs Althoff macht in Senden Station.

    Foto: hel
  • Familiencircus macht Station in Senden Foto: hel
  • Familiencircus macht Station in Senden Foto: hel
  • Familiencircus macht Station in Senden Foto: hel
  • Familiencircus macht Station in Senden Foto: hel
  • Mobile Circus-Schule: Die Lehrerin kommt mit einem rollenden Klassenzimmer.

    Foto: hel
  • Familiencircus macht Station in Senden Foto: hel
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  • Regelmäßiges Trainieren gehört zum Alltag.

    Foto: hel
  • Auch eine moderne Musikanlage unterstützt die Vorstellung.

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  • Familiencircus macht Station in Senden Foto: hel
  • Familiencircus macht Station in Senden Foto: hel
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Eine fesselnde Atmosphäre zu schaffen ist aber leichter gesagt als getan: Ein glatter Ablauf des Programms ist das Ziel. Dafür muss konzentriert und vor allem sehr häufig geprobt werden, was den Kindern mental und körperlich einiges abverlangt – Taubenflüsterin wird man schließlich nicht über Nacht. „Manchmal wollen wir bei schlechten Wetter anstatt zu proben einfach im Bett liegen bleiben“, gestehen die Geschwister. Doch die jungen Artisten sind trotzdem mit Herzblut und voller Begeisterung dabei: „Der Applaus ist die Arbeit wert“, betont Jordan, der älteste der neuen Generation Althoff-Jungs.

Zuzüglich zum Einstudieren ihrer Nummern, müssen die Zirkus-Sprösslinge – genau wie alle anderen Kinder auch – für die Schule büffeln. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Internat, sondern um ein Wohnmobil, umfunktioniert in ein Klassenzimmer, das die Zirkuskinder zweimal pro Woche besucht – wo auch immer die sich gerade in Deutschland aufhalten. Die eigens angereiste Lehrerin geht den Stoff sogar am Tag der Deutschen Einheit mit ihren fleißigen Schülern durch. 

In Stein gemeißelt ist das berufliche „Schicksal“ der jungen Artisten also keineswegs: Ihre Schulausbildung ermöglicht es den Kindern, falls sie möchten, einen herkömmlichen Beruf zu erlernen, sich niederzulassen und ein „ganz normales“ Leben zu führen. Aber nur die wenigsten Sprösslinge der Zirkusfamilien lassen das Leben in der Manege zurück, mit dem sie aufgewachsen sind.

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