14. Auflage in Senden
Durch die Untiefen des Dadaismus in die Silvesternacht

Senden -

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres präsentierte die Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS) die nun schon traditionelle Silvester-Rezitation mit Jürgen Janning.

Montag, 01.01.2018, 13:01 Uhr

Jürgen Janning wählte für seine 14. Silvester-Rezitation Texte aus dem Dadaismus.
Jürgen Janning wählte für seine 14. Silvester-Rezitation Texte aus dem Dadaismus. Foto: Nagel

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres präsentierte die Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKiS) die nun schon traditionelle Silvester-Rezitation mit Jürgen Janning . In diesem Jahr schöpfte Janning aus den Untiefen des Dadaismus und bot dem interessierten Publikum eine Sammlung von Lautgedichten und rhythmischen Sprachbildern dar.

Diese Anti-Kunst-Bewegung, entstanden im Jahre 1916 in Zürich durch den Schriftsteller

  Foto: Nagel

Bruno Ball und den bildenden Künstler Hans Arp, wollte gegen Krieg und Obrigkeitsstaat protestieren und die Gesellschaft provozieren. Stattdessen wurde sie selbst zu einer eigenständigen Kunstsparte und so zum Wegbereiter des Surrealismus, der Konkreten Lyrik und des Fluxus. Erstmals wurden verschiedene künstlerische Disziplinen wie Tanz, Literatur, Musik, Kabarett, Rezitation, Bild, Bühnenbild, Grafik, Collage und Fotomontage zusammengeführt.

Wie selbstverständlich heute damit umgegangen wird, kam in den Gedichten unter anderem von Hugo Ball, Ernst Jandl und Hans Arp zum Ausdruck, aber auch Ringelnatz und Robert Gernhardt kamen nicht zu kurz. Ein großer Teil des Programms bestand aus Gedichten von Christian Morgenstern; der, obwohl bereits 1914 verstorben, als Vorreiter des Dadaismus wirkte.

Janning trug die Texte in bewährter Weise, unterstützt durch Intonation, Mimik und Gestik, gekonnt vor. Musikalisch wurden die Gedichte durchflochten von Axel Zinowski und Niklas Schindler an den Gitarren. Sie sorgten mit für das Gelingen des Silvester-Nachmittags.

  Foto: Nagel

So ging das Publikum mit einem Lächeln auf den Lippen in den weiteren Silvesterabend – und griff nicht, wie zu Dadas Zeiten, den Rezitator aus Protest handgreiflich an. Die Rezitation „Das Jahr geht um“ fand zum ersten Mal im Jahre 2003 bei der KuKiS statt und wird somit im nächsten Jahre 15 Jahre alt. „Wir sind gespannt, mit welchen Texten Herr Janning uns dann erfreuen wird,“ so ein Zuschauer. Auch darauf hatte Janning schon die Antwort parat: „Wie wäre es damit, wenn wir mit Siebenmeilenstiefeln durch die deutsche Lyrik schritten?“

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