Flüchtlingshilfe Senden sucht Mitstreiter:
Menschen auf Augenhöhe begegnen

Senden -

Die Flüchtlingshilfe Senden ist als gemeinnütziger Verein anerkannt worden. Nun suchen die Gründer Mitstreiter, die sich vorstellen können, Flüchtlinge zu begleiten – sei es in Form technischer Hilfen oder in der Unterstützung bei Behördengängen.

Donnerstag, 07.05.2015, 16:05 Uhr

Sehr gut besucht war das erste Treffen, zu dem die Flüchtlingshilfe am Mittwochabend in den Bürgersaal des Sendener Rathauses eingeladen hatte
Sehr gut besucht war das erste Treffen, zu dem die Flüchtlingshilfe am Mittwochabend in den Bürgersaal des Sendener Rathauses eingeladen hatte Foto: kwh

Es war ein ganz besonders erfreulicher Tag für die Flüchtlingshilfe in Senden. Denn erst am Morgen war die Bürgerinitiative vom Amtsgericht als gemeinnütziger Verein anerkannt worden. Und schon am Mittwochabend strömten zahlreiche engagierte und interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde in den Bürgersaal des Rathauses. Beruhigt und erfreut über das große Interesse begrüßten Heinz-Helmut Welmering und Dr.  Hans Meckling die Menschen im voll besetzten Bürgersaal des Rathauses.

Ihre Motivation, die Flüchtlingshilfe Senden zu gründen, zogen sie aus ihrem eigenen Engagement für die Menschen, die in Senden Zuflucht suchten. Meckling fasst dies in dem Gedanken zusammen, dass es für ihn eine Bereicherung darstelle „einfach mit Menschen zusammen zu sein, die tolle Kumpel sind – aus x Nationen“. Welmering ergänzte, dass aus der Fülle der Einzelinitiativen die Notwendigkeit bestand, etwas zu gestalten und die Arbeit zu strukturieren.

Das Ziel des Informationsabends hatten die beiden Protagonisten klar im Blick: Sie wollen aufzeigen, wie den Flüchtlingen in Senden bislang geholfen wird und ihren Plan vorstellen, wie sie die Arbeit der Flüchtlingshilfe strukturieren wollen. Vor allem möchten sie Mitstreiterinnen und Mitstreiter für diesen Weg finden, die sich vorstellen können, Flüchtlinge zu begleiten – sei es in Form technischer Hilfen oder in der Unterstützung bei Behördengängen .

Christiane Bensmann vom Sozialbüro der Gemeinde erklärte, dass die meisten Flüchtlinge wegen immenser Wartezeiten länger als ein Jahr in den Sendener Notunterkünften untergebracht sind. Sie bekommen lediglich eine Basisausstattung der Gemeinde gestellt.

Die Flüchtlingshilfe Senden zeigte auf, dass es bereits seit vielen Jahren Engagement für Flüchtlinge in Senden gibt, wie beispielsweise offene Deutschkurse. Sie ermöglichen seit über zehn Jahren ein Ankommen und Vertrautwerden in Deutschland. „Die Sprache ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration“, so Hans Meckling. Für die Flüchtlingshilfe ist dies ein Weg, den Menschen aller Nationen auf Augenhöhe zu begegnen. Die Initiative möchte möglichst breitgefächert helfen. Es geht um Aufgaben, die den Alltag der Zuflucht Suchenden erleichtern. Jeder, der die Flüchtlingshilfe mit Sprachpatenschaften, Fahrdiensten oder in der Koordination unterstützen möchte, kann Zeitumfang und Aufgaben des eigenen Einsatzes selbst bestimmen. Dass es sich lohnt, davon sind Meckling, Welmering und ihre Mitstreiter überzeugt.

Derzeit leben in Senden 138 Menschen aus 23 Nationen in den Notunterkünften der Gemeinde. Aus dem Kosovo sowie aus Serbien und Syrien kommen die meisten Flüchtlinge. Nahezu die Hälfte von ihnen sind Kinder. Sie sind traumatisiert von den Erfahrungen in ihrer Heimat und auf der Flucht beziehungsweise geprägt von Perspektivlosigkeit. Auf die Frage, wie lange die Flüchtlinge in Senden bleiben, hat keiner eine Antwort.

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