Polizeibezirksdienst Nottuln
„Das Highlight meiner Karriere“

Nottuln -

40 Jahre im Polizeidienst liegen hinter ihm. Polizeihauptkommissar Jürgen Reers wechselt Ende Januar 2020 in den Ruhestand. Seine Zeit als Bezirksbeamter in Nottuln möchte er nicht missen.

Freitag, 18.10.2019, 20:00 Uhr
40 Jahre im Polizeidienst: Hauptkommissar Jürgen Reers. Der Nottulner Bezirksbeamte hatte am Freitag seinen letzten Arbeitstag, offiziell geht er mit Ablauf des 31. Januar 2020 in den Ruhestand. Foto: Ludger Warnke

Es ist kein normaler Streifengang, den Polizeihauptkommissar Jürgen Reers am Freitagmittag unternimmt. Sein Weg führt ihn vom Polizeiposten durch den Ortskern bis zum Busbahnhof und wieder zurück. Zum letzten Mal geht der Coesfelder diesen Weg in Uniform und verabschiedet sich dabei von den Geschäftsleuten, von Passanten, die ihn kennen. Und das sind viele. Der letzte Arbeitstag in Nottuln. Offiziell wechselt Jürgen Reers nach 40 Jahren im Polizeidienst (das Jubiläum beging er am 1. Oktober) erst mit Ablauf des 31. Januar 2020 in den wohlverdienten Ruhestand. Aber weil er noch so viele Überstunden und Resturlaube hat, ist bereits der Freitag sein letzter Arbeitstag in der Gemeinde.

Eine Gemeinde, in die er im Herbst 2016 kam und die er sehr zu schätzen gelernt hat. „Die Arbeit hier im Bezirksdienst ist das Highlight meiner Karriere“, betont Reers im WN-Gespräch. „Die Menschen haben mich hier freundlich aufgenommen. Als Polizist wird man hier gern gesehen.“ Die Zusammenarbeit mit dem Kollegen Wendelin Rölle habe er sehr geschätzt. „Wir kannten uns ja schon vorher.“

In die gute Zusammenarbeit schließt Reers auch die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung ein. Wenn er aus dem Fenster des Polizeipostens schaut, hat er das Verwaltungsgebäude Stiftsplatz 7/8 stets im Blick.

Dankeschön von der Gemeinde Nottuln für die gute Zusammenarbeit (v.l.): Stefan Kohaus, Bürgermeisterin Manuela Mahnke, Polizeihauptkommissar Jürgen Reers, Gaby Skusa, Hans-Jürgen Schulze Wermeling und Marvin Römer.

Dankeschön von der Gemeinde Nottuln für die gute Zusammenarbeit (v.l.): Stefan Kohaus, Bürgermeisterin Manuela Mahnke, Polizeihauptkommissar Jürgen Reers, Gaby Skusa, Hans-Jürgen Schulze Wermeling und Marvin Römer. Foto: Ludger Warnke

Und diese Blickachse hat auch der Nottulner Dr. Theo Damm in einer seiner bekannten Aquarellzeichnungen Nottulner Gebäude festgehalten. Das Geschenk von Bürgermeisterin Manuela Mahnke im Namen der Gemeinde war also passend gewählt, als die Gemeindeverwaltung am Donnerstag dem geschätzten Bezirksbeamten in einer kleinen Feierstunde Dank und gute Wünsche aussprach.

Hand in Hand, zielführend habe man gearbeitet und gute Gespräche geführt, schilderte Gaby Skusa vom Ordnungsamt, die mit ihren Kollegen Hans-Jürgen Schulze Wermeling und Marvin Römer und Gemeinderechtsrat Stefan Kohaus an der Verabschiedung teilnahm. „Das war eine super Zusammenarbeit.“

Von einer „tollen Zusammenarbeit“ sprach auch Bürgermeisterin Manuela Mahnke. Sie wies auf die große Bedeutung des Polizeibezirksdienstes für die Gemeinde und ihre Bürger hin. Jürgen Reers sei es gelungen, Hemmschwellen abzubauen, er habe wirklich gute Arbeit geleistet.

Abwechslungsreich war die Arbeit in Nottuln, und es gab auch reichlich zu tun. Verkehrserziehung in Schulen und Kindergärten, die Arbeit im „Runden Tisch gegen Gewalt“, die Annahme von Anzeigen, polizeiliche Ermittlungen zu Unfällen und Straftaten, Festnahmen, Kontrollen und natürlich unzählige Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern in allen Ortsteilen. „Das war wirklich eine schöne Zeit“, möchte Jürgen Reers diese Erfahrungen nicht missen.

Der Coesfelder und der Polizeiberuf – das passte zusammen. Noch heute erinnert sich Reers an ein Erlebnis, als er in den 1980er-Jahren im Wachdienst Lüdinghausen eingesetzt war: Ein knapp vierjähriges Kind wurde vermisst. Mit einem Foto ausgestattet, rückten alle Beamten zur Suche aus. Auch Jürgen Reers. Nach dreieinhalb Stunden zu Fuß durch Lüdinghausen fand er das Kind unversehrt auf einer Parkbank. Der dankbare Blick und die Freudentränen der Mutter, als er ihr das Kind übergab, sind ein Lohn, der bis heute gültig ist.

Der Abschied von der Polizeiarbeit fällt ihm nicht leicht. Er habe lange überlegt, ob er wirklich in Pension oder in die Verlängerung gehen solle, sagt Reers. Letztlich entschied er sich dann doch für den Ruhestand – sehr zur Freude seiner Familie. Den Kontakt nach Nottuln möchte er nicht abreißen lassen. „Zum Martinimarkt bin ich da, dann aber rein privat.“

Nachfolgerin im Bezirksdienst

Die Nachfolge von Jürgen Reers ist bereits geregelt. Auch künftig wird der Polizeibezirksdienst in Nottuln mit zwei Personen besetzt sein. Erstmals bekommt Nottuln nun eine Bezirksbeamtin: Polizeihauptkommissarin Anne Frondziak, derzeit noch im Wachdienst Dülmen eingesetzt, beginnt offiziell zum 1. Februar 2020 ihre Tätigkeit in Nottuln. „Schön, dass wir auch mal eine Frau im Bezirksdienst haben werden“, freut sich Bürgermeisterin Manuela Mahnke.

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