Café International
Ein bisschen Frieden finden

Nottuln -

Das Angebot der Flüchtlingshilfe findet hervorragende Resonanz: Das Café International bringt alle zusammen.

Mittwoch, 27.12.2017, 19:12 Uhr

Kunterbunt geht es zu, wenn die Menschen aus aller Herren Länder sich zum freitäglichen Café International im Johanneshaus treffen.
Kunterbunt geht es zu, wenn die Menschen aus aller Herren Länder sich zum freitäglichen Café International im Johanneshaus treffen. Foto: Marita Strothe

„Unser Angebot hat sich eta­bliert“, freut sich Marion Rosue-Beckers. Jeden Freitagnachmittag treffen sich Flüchtlinge und interessierte Bürger in ungezwungener Atmosphäre im Café International der Flüchtlingshilfe Nottuln im Johanneshaus. Zusammen mit Silvia Ballentin und weiteren Helferinnen und Helfern organisiert Rosue-Beckers das ursprünglich monatlich angebotene Café mittlerweile seit eineinhalb Jahren wöchentlich.

Dort wird, um arabischstämmigen Gäste auch vertrauten Kaffee anbieten zu können, unter anderem auch immer eine Kanne Mokka gekocht – und zum größten Teil von den deutschstämmigen Gästen getrunken. „Der ist richtig lecker“, schätzt auch die Organisatorin das Getränk. Und nicht nur geschmacklich ist man sich gegenseitig vertrauter geworden.

„Von Anfang an haben wir das zwanglose Treffen offen gehalten. Aber zu Beginn gab es hier Männer- und Frauentische“, erinnert sich Marion Rosue-Beckers. Sie weiß noch, wie unwillig sie von einem älteren Herrn angeschaut worden war, als sie sich zu einer Männerrunde gesetzt hatte. Als sie ihm dann mit einigen Papieren habe helfen können, sei seine Distanz aber schließlich verschwunden, berichtet sie.

Heute sitzt man bunt an den von ehrenamtlichen Helfern mit Kaffee, Tee, Saft, Wasser und Keksen einladend gedeckten Tischen. Im Schnitt sei jeder der Ehrenamtlichen einmal im Monat aktiv, weiß Rosue-Beckers. In eine Liste trägt jeder ein, wann er Zeit hat. Gerne sind noch weitere Mitstreiter willkommen.

Die Gäste sind Flüchtlinge, Asylbewerber mit langfristiger Perspektive, EU-Ausländer, Neubürger oder Einheimische. Schnell kommt man ins Gespräch. Etliche der Flüchtlinge sprechen schon recht passabel Deutsch, andere tun sich beim Lernen etwas schwerer. „Da sind sie ganz unterschiedlich“, haben die Helfer festgestellt. Einige sind bereits in Arbeit und können nicht mehr regelmäßig freitags von 15 bis 17 Uhr vorbeischauen. Andere Flüchtlinge sind erst vor Kurzem nach Nottuln gekommen und werden oft von den länger hier lebenden mitgebracht.

Man kennt sich, hilft sich und freut sich miteinander über das Wiedersehen, über Fortschritte beim Lernen, bei den Anträgen. Und man freut sich, in Frieden leben zu können. Wie der kleine Junge, der erst seit Kurzem den Mut hat, von der Seite seines Vaters zu weichen, um sich im Johanneshaus alleine in einer Spielecke zu beschäftigen. „Er spricht nicht mehr“, erzählen die Helfer. Das Kind sei nach den Erlebnissen von Krieg und Flucht verstummt. Das wöchentliche Treffen im Café International hilft dem Jungen, aber sicher auch etlichen Erwachsenen, Verletzungen der Seele weniger stark zu spüren.

Während des Cafés trifft sich in der ersten Etage des Johanneshaus eine weitere internationale Gruppe. Bereits seit Längerem arbeiten dort Frauen aus verschiedenen Ländern, angeleitet von Heidrun Benölken-Wenker, in der Nähwerkstatt. Hier kann jeder seine Kleidung ändern und reparieren oder auch sich aus den gespendeten Stoffen etwas Neues nähen. „Mittlerweile hat sich ein harter Kern von zehn Teilnehmerinnen gebildet“, erzählt Benölken-Wenker.

Gerne würde die Teamleiterin weitere Näherinnen oder Näher, „auch Deutsche“, im Kreis willkommen heißen. Freuen würde sie sich außerdem über die fachkundige Reparatur der Nähmaschinen, die im Johanneshaus bereit stehen.

Das wöchentliche Angebot des Cafés hat ausnahmsweise am Freitag vor Weihnachten pausiert. „Die Zeit brauchten die Helfer für ihre eigenen Weihnachtsvorbereitungen.“ Am 29. Dezember stehen die Türen des Johanneshauses wieder offen. Die Nähwerkstatt macht in den Ferien Pause.

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Für Informationen und für Fragen einer Mitarbeit stehen Silvia Ballentin (' 0 25 02/10 61) und Marion Rosue-Beckers (' 0 25 02/ 38 43) gerne zur Verfügung.

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