Alarmeinsatz am 1. Mai
Anspruchsvoller Einsatz

Nottuln -

Über viele Stunden hat am 1. Mai ein Kaminbrand in einem Bauernhaus die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde beschäftigt.

Montag, 01.05.2017, 21:05 Uhr

Oberbrandmeister Michael Brinkmann (r.) klärt mit den Atemschutzgeräteträgern, wie lange diese im Einsatz waren und ob sie sich fit genug für eine eventuelle zweite Einsatzrunde fühlen. Insgesamt elf Atemschutzgerätetrupps zu je zwei Personen wurden zur Kontrolle des Kaminbrandes eingesetzt.
Oberbrandmeister Michael Brinkmann (r.) klärt mit den Atemschutzgeräteträgern, wie lange diese im Einsatz waren und ob sie sich fit genug für eine eventuelle zweite Einsatzrunde fühlen. Foto: Ludger Warnke

Ein Kaminbrand in einem älteren Bauernhaus hat der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Nottuln am 1. Mai ein ungewöhnlich komplexen und langwierigen Einsatz beschert. „Das ist heute schon etwas Besonders“, sagte stellvertretender Wehrführer Dr. Jörg Potthast, der vor Ort die Einsatzleitung hatte. Erleichtert waren alle Einsatzkräfte, dass bei dem Kaminbrand keine Personen verletzt worden sind.

Jens Elpers war mit einem Pulverlöscher direkt am Brandherd und sah nach dem Löscheinsatz entsprechend aus.

Jens Elpers war mit einem Pulverlöscher direkt am Brandherd und sah nach dem Löscheinsatz entsprechend aus. Foto: Feuerwehr Nottuln

Mit der Alarmmeldung „Feuer 3, Kaminbrand“ wurde die Feuerwehr um 11.12 Uhr zu dem Bauernhof gerufen, der sich in der Bauerschaft Horst fast an der Grenze nach Buldern befindet. Der Löschzug Nottuln und die Drehleiter aus Appelhülsen rückten aus. Vor Ort angekommen, stand schon eine Rauchsäule über dem Bauernhaus, das Obergeschoss war bereits völlig verraucht, schilderte Feuerwehr-Pressesprecher Tobias Plogmaker vom Löschzug Darup.

Von außen deutete nichts darauf hin, dass im Inneren des Kamins ein Feuer wütete.

Von außen deutete nichts darauf hin, dass im Inneren des Kamins ein Feuer wütete. Foto: Ludger Warnke

Zwei-Mann-Teams unter Einsatz von schwerem Atemschutz drangen in das Gebäude vor, kontrollierten, ob noch Menschen in Gefahr waren, und verschafften sich einen Überblick.

Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr waren in dem Kamin alte Rußschichten zwischen einem Edelstahlabzugsrohr und der Kaminwand in Brand geraten. Die Feuerwehr holte soweit wie möglich die Glut aus der Brennkammer und lüftete zunächst vorsichtig die Räume. Mit einer Wärmebildkamera wurde dann der Kamin kontrolliert. „Wir stießen dabei auf eine Hitzeentwicklung von rund 500 Grad an der Kaminwand“, schilderte Plogmaker. Durch diese ungeheure Hitze hatte der Kamin bereits Risse bekommen. Auch einige Wände des Hauses wiesen Risse auf.

Rund um das Gebäude hatte sich die Feuerwehr platziert. Einsatzleitung, Bereitstellungsbereich für die Atemschutzgeräteträger, Wasserversorgung, Drehleiter, Erste Hilfe – nichts war dem Zufall überlassen worden. Die Feuerwehr hielt sich bereit, umgehend einzugreifen.

Rund um das Gebäude hatte sich die Feuerwehr platziert. Einsatzleitung, Bereitstellungsbereich für die Atemschutzgeräteträger, Wasserversorgung, Drehleiter, Erste Hilfe – nichts war dem Zufall überlassen worden. Die Feuerwehr hielt sich bereit, umgehend einzugreifen. Foto: Ludger Warnke

Da ein Ausbruch des Kaminbrandes auf das ganze Gebäude nicht auszuschließen war, löste die Einsatzleitung eine Nachalarmierung aus. Der Löschzug Darup und weitere Wehrleute aus Nottuln rückten zur Einsatzstelle aus. 45 Feuerwehrmänner waren nun vor Ort. Außerdem wurden zwei Rettungswagen für die Eigensicherung angefordert.

Weil das Feuer nicht direkt bekämpft werden konnte, entschied man sich für ein kontrolliertes Abbrennen. Insgesamt elf Atemschutzgerätetrupps kontrollierten im Wechsel die Kamin- und Hauswände, öffneten die Decken und löschten, wo es möglich war, mit Pulver Glutnester. Derweil hielten sich die übrigen Wehrleute einsatzbereit.

Am Nachmittag sanken dann langsam die Temperaturen. Die Situation entspannte sich. Trotzdem wurden die Wehrleute erst gegen 22 Uhr von der Einsatzstelle abgezogen. Eine Abordnung von sechs Kameraden blieb die ganze Nacht bis etwa 6 Uhr morgens als Brandwache vor Ort. „Das war mit Sicherheit der umfangreichste Kaminbrand für alle Einsatzkräfte. Mit insgesamt weit über 30 Kameraden im Atemschutzeinsatz war es auch körperlich sehr anspruchsvoll. Wir waren alle ziemlich fertig und haben uns auf unsere Duschen gefreut“, schildert Tobias Plogmaker.

Ob das Haus angesichts der Risse weiter bewohnt werden kann, muss ein Statiker entscheiden. Die Hausbewohner waren während des Einsatzes von Fachkräften betreut worden.

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