Landwirte erwarten schlechte Erträge
Trockenheit vermiest die Maisernte

Lüdinghausen -

Keine guten Aussichten für die Maisernte: Aufgrund des trockenen Sommers rechnet Berthold Schulze Meinhövel, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes (LOV) Lüdinghausen, mit einer unterdurchnittlichen bis schlechten Maisernte. Auch jetzt einsetzender Dauerregen könne nicht mehr viel retten.

Freitag, 16.08.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 16.08.2019, 15:04 Uhr
Durch die anhaltende Trockenheit sind Maispflanzen vor allem auf sandigen Böden, wie hier in der Bauerschaft Emkum, ausgedörrt. „Es gibt hier Flächen mit bis zu 75 Prozent Ertragseinbußen“, informiert Michael Muhle, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Seppenrade. Foto: Heidrun Riese

Auch wenn es in den vergangenen Tagen immer mal wieder Regen gegeben hat, ist es doch ein ganz schön trockener Sommer – sehr zum Leidwesen der Landwirte. Wer auf dem Weg durch die Bauerschaften nach rechts und links guckt, erkennt das Problem auf den ersten Blick: An vielen Stellen stehen ausgedörrte Maispflanzen. Die treiben Berthold Schulze Meinhövel, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes (LOV) Lüdinghausen, Sorgenfalten auf die Stirn – auch wenn es, wie er glaubt, nicht ganz so schlimm werde wie im Vorjahr: „2018 hatten wir eine katastrophale, 2019 rechnen wir mit einer unterdurchschnittlichen bis schlechten Ernte.“

Eigentlich seien die Voraussetzungen gar nicht so schlecht gewesen. „Wir hatten warmes Wetter, auch Sonnenschein“, sagt Schulze Meinhövel. Das möge der Mais, der aus Süd- und Mittelamerika stammt. „Aber er braucht auch Wasser“, betont er. „Davon haben wir in diesem Sommer wieder zu wenig abbekommen.“ Wobei die Regenmenge regional, auch innerhalb von Lüdinghausen, sehr unterschiedlich ausgefallen sei. „An der ein oder anderen Stelle hat es Schauer gegeben, die den Ertrag gerettet haben“, weiß der Landwirt.

Boden macht den Unterschied

Dass manche Maispflanzen bereits ihre braunen Blätter hängen lassen, während andere im satten Grün erstrahlen, habe außerdem mit der Beschaffenheit des Untergrunds zu tun. „Sandige Böden können das Wasser weniger gut speichern als lehmige“, erklärt Schulze Meinhövel. Tendenziell, so der LOV-Vorsitzende, seien die Äcker in Seppenrade sandiger als in Lüdinghausen. „Wir haben in Brochtrup, Aldenhövel und Bechtrup schwere Lehm- und Tonböden.“

Für die Maispflanzen, die in sandiger Erde wachsen und bereits ausgedörrt sind, komme mittlerweile jeder Tropfen zu spät. „Auch ein jetzt einsetzender Dauerregen würde da nichts mehr retten können“, weiß der Landwirt, dass auf diesen Feldern nur kleine Kolben mit wenigen Körnern oder auch Pflanzen ganz ohne Früchte zu erwarten sind.

Ernte vorgezogen

Durch die Trockenheit werde sich auch die Ernte verschieben, schätzt Schulze Meinhövel. „Mit der des Silomais‘ geht es normalerweise Mitte bis Ende September los, mit der des Körnermais ein bisschen später. Jetzt werden die ersten Pflanzen sicherlich schon Anfang September geerntet.“

Es gibt aber auch eine gute Nachricht aus der Landwirtschaft. So berichtet der LOV-Vorsitzende von einer ordentlichen Getreideernte. „Die Gerste, die als erstes abreift, hatte mit der Sommertrockenheit die geringsten Probleme“, informiert er. „Sie hat in diesem Jahr den besten Ertrag gebracht.“

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