Luftbrücke inspiriert Lüdinghauser Künstler
Bowie, Gockel und das Grundgesetz

Lüdinghausen -

Die Unterstützung des blockierten Berlins und 70 Jahre Grundgesetz haben den Lüdinghauser Künstler Alfred Gockel zu einem besondern Pop-Art-Bild inspiriert. Gockel will damit die Geschichte Deutschlands wachhalten und Betrachter ermutigen, über das hohe Gut der Demokratie nachzudenken.

Mittwoch, 22.05.2019, 09:00 Uhr
Die Berliner Luftbrücke und der 70. Geburtstag des Grundgesetzes haben Alfred Gockel zu diesem Pop-Art-Bild inspiriert, mit dem er die Geschichte in Erinnerung rufen will. Foto: Marion Fenner

Vor fast genau 70 Jahren, am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland feierlich verkündet und trat mit Ablauf des Tages in Kraft. „Das ist ein Tag, der eigentlich in jedem Jahr groß gefeiert werden sollte“, sagt der Künstler Alfred Gockel . Demokratie sei ein hohes Gut, an das nicht oft genug erinnert werden könne.

Aufmerksamkeit

Der runde Geburtstag des Grundgesetzes hat Gockel zu einem besonderen Bild inspiriert. „Wir müssen unsere Geschichte immer in Erinnerung behalten, viele Menschen haben ihr Leben dafür gelassen, damit wir heute in Frieden leben können“, so Gockel. Seiner Ansicht nach ist es auch eine wichtige Aufgabe der Kunst, ein Augenmerk auf solche Themen zu legen. „Wir dürfen nicht nur Dinge machen, die dem Betrachter gefallen, sondern müssen auch Aufmerksamkeit erzeugen und zum Nachdenken anregen.“

Demokratie ist ein hohes Gut, an das nicht oft genug erinnert werden kann.

Alfred Gockel

„70-jährige Geschichten – David Bowie – Berliner Luftbrücke“ hat Gockel sein Pop-Art-Bild genannt. Zu sehen ist der Rosinenbomber, der über das Brandenburger Tor fliegt. Daneben ein Porträt von David Bowie. Warum gerade Bowie,? Darauf hat Gockel eine einfache Antwort. Der Musiker hat eine Weile in Berlin gelebt und mit seiner Musik und seinem Auftreten polarisiert. „Er gehört damit auch in gewisser Weise zu der Geschichte Deutschlands.“ Außerdem, so gibt Gockel zu, gefällt ihm die Musik von Bowie. Der Musiker steht also für den Aufbruch und die mutigen Menschen.

Rosinenbomber

Auf der anderen Seite des Brandenburger Tors ist das Konterfei einer Frau zu sehen. Bei ihr handelt es sich nicht um eine bestimmte Person. „Sie steht als Symbol für die Freude“, erklärt Gockel. Die Rosinenbomber haben die Menschen während der Berlin-Blockade vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 versorgt. Von Frankfurt aus starteten die Flüge, und die Berliner haben sich über jedes Flugzeug gefreut, das es in die Stadt geschafft hat. „Wer versorgt ist, kann sein Leben planen“, betont Gockel. „Dazu haben nicht nur die Flugzeuge, sondern auch das Grundgesetz beigetragen.“ Darüber kann sich nicht nur die Frau in Gockels Bild freuen, auch zwei Personen, die vor dem Brandenburger Tor tanzen, sind offensichtlich glücklich über die Hilfe.

Oben links in dem Gemälde ist das Luftbrückendenkmal zu sehen, vom dem ein Teil in der Nähe des Frankfurter Flughafens mit einem Rosinenbomber, eines in Celle am Heeresflugplatz und ein weiteres vor dem Flughafen Berlin-Tempelhof steht. „Berliner haben für viele Dinge schnell einen Spitznamen, deshalb wird das Kunstwerk im Volksmund ,Hungerkralle‘ genannt“, erklärt Gockel.

Pop-Art

Für die Darstellung in Pop-Art hat sich der Künstler aus mehreren Gründen entschieden. Zum einen ist es eine Technik, an der er selbst Gefallen findet. Das Bunte und die frischen Farben mit einer wichtigen Aussage zu verbinden, war ihm ein weiteres Anliegen. „Viele Pop-Art-Künstler haben einfach nur Dinge dargestellt, doch ich bin davon überzeugt, Pop-Art kann mehr.“

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