Prozess wegen Steuerhinterziehung am Landgericht
Es geht um drei Millionen

Lüdinghausen/Münster -

Gegen einen Mann aus Olfen (67) und eine Frau aus Celle (58) wird derzeit beim Landgericht Münster verhandelt. Ihnen wird vorgeworfen mit einem fingierten Handel von Edelmetall Steuern in Höhe von rund drei Millionen Euro hinterzogen zu haben.

Montag, 14.01.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 16:08 Uhr
Die Angeklagten (vorne links und hinten links) wurden am Landgericht von Anwälten begleitet. Die Firma, über die sie Steuern hinterzogen haben sollen, gibt es mittlerweile nicht mehr. Foto: klm

Über Scheinfirmen sollen ein Mann aus Olfen (67) und eine Frau aus Celle (58) einen Edelmetallhandel mit Sitz in Lüdinghausen betrieben haben und dabei Steuern hinterzogen haben. Fast drei Millionen Euro seien laut Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung dem Finanzamt in den Jahren 2011 und 2012 vorenthalten worden.

Der Fall wird seit Montag am Landgericht in Münster verhandelt. Fünf Jahre lang, so erklärte es der Vorsitzende Richter, habe „die Sache beim Landgericht gelegen“, weil die zuständige Strafkammer durchgängig mit fristabhängigen Haftsachen befasst gewesen sei.

Angeklagtem droht Haftstrafe

Die Beschuldigten befinden sich nicht in Untersuchungshaft. Der Olfener könnte allerdings zu einer Gefängnisstrafe (ohne Bewährung) verurteilt werden. Das ergab am Montag ein Verständigungsgespräch zwischen der Strafkammer, dem Staatsanwalt und den Verteidigern der Angeklagten, über die die Kammer im Anschluss informierte.

Um insgesamt 2 989 000 Euro hätten die Angeklagten die Umsatzsteuer für ihre Firma namens „MHS Ruhrmetall GmbH“ mit damaligem Sitz in Lüdinghausen gegenüber den quartalsweisen Voranmeldungen beim Finanzamt verkürzt, legte der Staatsanwalt in der Anklage dar.

Handelspartner nur Briefkastenfirmen existent

Die beiden hätten „eine auf Umsatzsteuerbetrug angelegte Lieferkette“ entworfen, in der es vor allem um den Handel mit großen Mengen Silber gegangen sei. Dazu zählten laut Anklage Handelspartner, die sich während der Ermittlungen teils als Briefkastenfirmen herausstellten und bis auf Postanschriften und Fax-Nummern nicht existierten.

„Bei einem Geständnis“, so der Vorsitzende Richter, könne für den Olfener eine Haftstrafe zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren ausgeurteilt werden. Der Mann ist bereits vorbestraft, unter anderem wegen Hinterziehung von Umsatzsteuer. Für die Frau aus Celle komme eine Bewährungsstrafe beziehungsweise die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldstrafe infrage.

Eine „Verständigung“, wie sie in diesem Fall durch ein, Rechtsgespräch angepeilt wird, soll unter anderem Dauer und die Kosten eines Verfahrens verringern.

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