Bisamratten an der Stever
Ungeliebter Nager

Lüdinghausen -

Die Population der Bisamratten an der Stever steigt. Dass der Wasser- und Bodenverband wenige gefangene Tiere registriert hat, liegt nur an der Tatsache, dass dem Verband die Bisamjäger fehlen. Die großen Nagetiere richten erhebliche Schäden an den Wasserläufen an.

Mittwoch, 16.04.2014, 07:04 Uhr

Die einen halten sie für „putzig“, die anderen für „ekelig“. Für viele Fußgänger, die die Steverbrücke im Verlauf der Bernhard-Hürfeld-Stiege benutzen, sind die Bisamratten jedoch eine Attraktion. Die großen Nagetiere sind insbesondere nachdem das Grün gestützt wurde, häufig im Uferbereich zu sehen. Hin und wieder sieht man sie auch in Rohren oder Zugängen unter der Wasserlinie verschwinden. Anton Holz , Vorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes, sieht in den großen Nagetieren weder den „putzigen“ noch „ekeligen“ Bisam. Für ihn handelt es sich in erster Linie um Schädlinge, die bekämpft werden müssen. Und das immer intensiver, denn „die Anzahl der Tiere steigt, uns fehlen aber Bisamjäger“, so Holz gegenüber den Westfälischen Nachrichten .

19 Bisamratten und 29 Nutria wurden im vergangenen Jahr gefangen. 587 Euro zahlte der Wasser- und Bodenverband an Fangprämie. In früheren Jahren sah die Quote anders aus. Im Jahre 2004 wurden beispielsweise 425 Bisamratten gefangen. „In den vergangenen zehn Jahren ist der Bestand nicht gesunken – im Gegenteil. Aber uns fehlen die Jäger“, so Holz. Insbesondere im Stever-Einzugsgebiet von Ascheberg und Südkirchen machen die Bisamratten dem Wasser- und Bodenverband arg zu schaffen. Zwar zahlt der Verband für jedes gefangene Tier eine Prämie. Das Fangen ist jedoch kein Zuckerschlecken. Häufig müssen die Fallen in schwer zugänglichen Bereichen aufgestellt und täglich kontrolliert werden. In einfacher zugänglichen Bereichen werden die Fallen häufig zerstört. „Nicht jeder hat Verständnis für das Bejagen der Tiere“, weiß Holz.

Und warum werden die Bisamratten bejagt? „Sie richten enorme Schäden an“, versichert er. Der Wasser- und Bodenverband ist dafür verantwortlich, dass das Wasser der Stever und seiner einmündenden Bäche gut abfließen kann. Das verhindern die Bisamratten allerdings häufig – wenn auch ungewollt. Sie buddeln nämlich tiefe Gänge in die Böschungen. Das kann dann dazu führen, dass die Uferbereiche abrutschen und den Wasserfluss verändern. Der Verband muss diese Schäden immer wieder für viel Geld reparieren lassen. „Eigentlich wollen wir die Bachläufe ökologisch erhalten. Aber die Bisamratte macht es uns nicht einfacher“, so Holz. Dass der Mensch regulierend eingreifen muss, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die vor gut 100 Jahren aus Nordamerika in Europa eingewanderte Bisamratte keine natürlichen Feinde hat.

► Wer sich für die Bisamjagd interessiert, kann sich an Anton Holz, 02591 - 2 28 23, wenden.

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