Zustimmung für Video-Kontrolle
Lüdinghauser Schule installiert Überwachungskameras

Lüdinghausen -

Sechs Videokameras sollen in Zukunft das gesamte Gelände der Ostwallschule in Lüdinghausen überwachen. Neben der Hauptschule in Ascheberg ist die Grundschule offenbar die zweite Schule im gesamten Kreis, die in den vergangenen Jahren eine optische Überwachungsanlage bekam. Häufig genug, so berichtete der Chef einer Firma für Sicherheitssysteme, hätten Anlieger oder selbst ernannte Datenschützer Bedenken.

Mittwoch, 28.08.2013, 14:00 Uhr

„Die Überwachung scheint absolut auf breite Zustimmung zu stoßen. Ich habe keinerlei Kritik gehört“, versicherte Günther Schur. Der Lüdinghauser Unternehmer begann am Dienstag damit, die sechs Kameras auf dem Gelände der Ostwallschule zu installieren. Dieser breite Konsens ist nicht die Regel.

Häufig genug, so berichtete der Chef der Firma KST-NAVCO Sicherheitssysteme, hätten Anlieger oder selbst ernannte Datenschützer Bedenken. Das einzige Problem, das der Fachmann am Dienstag hatte, lag im baulichen Bereich: Die Außenwände der Ostwallschule sind mit einer 18 Zentimeter dicken Dämmschicht versehen. Da kamen Spezialdübel zum Einsatz, als die Kameras installiert wurden.

Auch in der Stadtverwaltung war in den vergangenen Tagen keinerlei Kritik im Zusammenhang mit der Überwachungsanlage eingegangen. Das bestätigte auch Andrea Nieländer, Datenschutzbeauftragte der Stadt Lüdinghausen . Die Stadt-Bedienstete erntete Dienstag übrigens ein dickes Lob von Beatrix Kohl-Respondek , der Datenschutzbeauftragte für die Schulen im Kreis Coesfeld.

Die Lüdinghauser Datenschutzbeauftragte hatte ihr das Konzept der geplanten Video-Überwachungsanlage vorgestellt und lückenlos jede Frage beantwortet. „Die Stadt hat dieses Thema bestens vorbereitet“, so Beatrix Kohl-Respondek. Neben der Hauptschule in Ascheberg ist die Ostwallgrundschule in Lüdinghausen offenbar die zweite Schule im gesamten Kreis, die in den vergangenen Jahren eine optische Überwachungsanlage bekam. „In Coesfeld wurde eine geplante Überwachung des Schulgeländes vom Stadtrat abgelehnt“, berichtete die Datenschutzbeauftragte gegenüber den WN.

„Das war hier die richtige Entscheidung“, versicherte gestern Alexander Ruhe, Hauptamtsleiter der Gemeinde Ascheberg, gegenüber den Westfälischen Nachrichten. Die Gemeinde überwacht – ebenfalls außerhalb der Schulzeiten – das Gelände der Hauptschule in Herbern mit Videokameras. Anlass dazu bot – wie in Lüdinghausen – deren regelmäßiger Vandalismus, die Lärmbelästigung und die Sachschäden durch Schmierereien. „Seitdem die Videoanlage läuft, ist das Thema vorbei“, so die Bilanz Ruhes. Er räumt allerdings ein, dass „die Problematik lediglich verlagert“ werde. Hier müsse die Gemeinde aktiv werden. Im Klartext: Mit der „Jugendhilfe Werne“ soll demnächst ein Konzept der aufsuchenden Jugendarbeit entwickelt werden.

Unterdessen hofft Horst Hölscher, Hausmeister der Lüdinghauser Ostwallgrundschule, auf weniger Vandalismus an seiner Schule. Günter Schur ist sehr zuversichtlich, dass er in Zukunft ruhige Wochenenden hat. „Ich rechne nicht damit, dass hier überhaupt noch etwas passiert“, ist sich der Sicherheitsexperte sicher. Hölscher muss sich dafür jedoch in die Feinheiten des Datenschutzes einarbeiten. So muss er beispielsweise am Wahlsonntag (22. September) die Kameras abdecken. Für jeden Besucher des Wahllokals muss deutlich sichtbar sein, dass der Bereich nicht überwacht wird. Das Abschalten der Videoanlage reicht nicht aus. . .

 

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