Forschungsprojekt an der Anne-Frank-Gesamtschule
Lebensmittel nicht verschwenden

Havixbeck -

Lebensmittelverschwendung ist dem Mensa-Team der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck ein Dorn im Auge. Wie sich die Essensreste noch mehr reduzieren lassen, wird zusammen mit der Fachhochschule Münster in einem Forschungsprojekt erarbeitet.

Freitag, 03.05.2019, 17:53 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 20:52 Uhr
Neben dem Hauptstandort, der AFG-Mensa im Forum, wird das Essen für die OGS-Kinder in der Küche der Grundschule ausgegeben. Nele und Carl aus der 3d freuten sich über ein warmes Essen und Rohkost dazu. Foto: Klaus de Carné

Die Anne-Frank-Gesamtschule geht immer wieder gerne neue Wege, um das Lernen interessanter und fortschrittlicher zu machen. Seit 25 Jahren ist die weiterführende Schule in Havixbeck, inzwischen auch in Billerbeck, mit 1100 Schülern ein großer Anker für den Ort. Für eine Ganztagsschule war es von Anfang an unerlässlich auch eine Mensa zu betreiben, um den Schülern ein Mittagessen anzubieten.

Dieses Verpflegungsangebot wird seit 25 Jahren mit großem Erfolg angenommen. Jetzt lässt die AFG mit der Fachhochschule Münster untersuchen, wie die Menge der zu entsorgenden Essensreste verringert oder vermieden werden kann. Diplom-Ingenieurin Christina Strotmann vom Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft leitet die Untersuchung.

Täglich bereiten Annegret Arning und Dorothee Westhues in der AFG-Mensa mit ihrem Team das Mittagessen für etwa 350 Schüler, Lehrer und die OGS der Grundschule zu. Frisch zubereitet, das schmeckt auch den Angestellten der Gemeindeverwaltung, die ebenfalls gerne dort essen. „Wir haben im Blick, was unsere Kunden mögen und brauchen“, so die scheidende Küchenleiterin Annegret Arning. die gerne mal eine Extraportion auf die Teller der Heranwachsenden Schüler ausgibt.

Doch Lebensmittelverschwendung ist ihr ein Dorn im Auge. „Wir können hier vor Ort sehr gut abschätzen, welche Mengen an Kartoffeln, Nudeln oder anderen Beilagen wir gegen Ende der Öffnungszeit der Mensa noch benötigen und so bedarfsgerecht kochen.“

Für die OGS gestaltet sich die Mengenplanung schwieriger. Dort muss von vornherein die richtige Menge an Speisen geliefert werden, damit alle Jungen und Mädchen satt und zufrieden in die Spielzeit oder Hausaufgabenbetreuung gehen können. Auf die richtige Planung der gekochten Mengen kommt es also an.

Diesem Thema widmen sich die Wissenschaftler um Christina Strotmann von der FH Münster in dem europäischen Forschungsprojekt AVARE. „Wir möchten die Verschwendung von Lebensmitteln in der Gastronomie, Schulmensen, Krankenhäusern oder Senioreneinrichtungen reduzieren. Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung gibt es bereits. Doch welche die richtige für den jeweiligen Betrieb ist, hängt von vielen Faktoren ab – wird vor Ort gekocht oder werden die Speisen von einem Caterer geliefert, wie viel Personal steht für das Kochen und die Ausgabe der Speisen zur Verfügung, wie ist die technische Ausstattung der Betriebe. All diese Faktoren spielen bei der Entstehung der Lebensmittelabfälle eine Rolle“, so Strotmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Wichtig sei natürlich auch die Einstellung von Schülern, Lehrern, Eltern und Küchenpersonal zum Thema Lebensmittelabfall. In der AFG-Mensa rennt sie mit ihrem Anliegen offene Türen ein. So ist es wenig überraschend, dass die Ergebnisse der ersten Lebensmittelabfallmessung, die über zwei Wochen im Februar stattfand, bereits gute Ergebnisse liefert.

Im Durchschnitt fielen 89 Gramm Lebensmittelabfälle je Gast an – womit die Werte unter den in einem anderen deutschen Forschungsprojekt ermittelten 107 Gramm je Mahlzeit für Schulen liegen. Die ermittelten Mengen teilen sich hierbei in Ausgabeverluste, durch zu viel gekochte Speisen und Tellerreste auf.

Auffallend ist, dass die Werte für die belieferte OGS höher liegen. Diese Ergebnisse nutzten die Teilnehmenden eines Workshops gegen Lebensmittelverschwendung, der im März stattfand. Eingeladen waren Vertreter der Küche, Eltern, Lehrer und Schüler der bekochten Einrichtungen. Gemeinsam entwickelten sie Maßnahmen, um das Ausmaß der Verschwendung weiter zu reduzieren.

Für Dorothee Westhues steht dabei die verbesserte Mengenplanung im Vordergrund. Die zielgruppengerechte Belieferung der OGS ist für sie ein Hauptanliegen. „Wir müssen wissen, wie viele Schüler sich krankmelden und nicht zum Essen erscheinen.“

Aus ethischen Gründen und aus Gründen des Umweltschutzes lohne es sich, die Menge an Lebensmittelabfällen zu reduzieren.

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