Windenergie in Natrup
Bürger sorgen sich um Gesundheit

Havixbeck -

Seit über 15 Jahren ist das Thema Windenergieanlagen für etliche Bürger in der Bauerschaft Natrup ein Schreckgespenst. Rund 130 Bürger wohnen in der Region und sind besorgt über die derzeitigen Planungen für drei Windkraftanlagen mit einer Höhe von 200, 185 und 175 Metern.

Samstag, 24.02.2018, 07:02 Uhr

Von der Bruder-Klaus-Kapelle auf dem Baumberg sieht man sehr viele Windräder, die die Landschaft verändern. Foto: Peter Hässicke

Seit über 15 Jahren ist das Thema Windenergieanlagen für etliche Bürger in der Bauerschaft Natrup ein Schreckgespenst. Rund 130 Bürger wohnen in der Region und sind besorgt über die derzeitigen Planungen für drei Windkraftanlagen mit einer Höhe von 200, 185 und 175 Metern. Dies wären die höchsten Bauwerke, die es bislang in Havixbeck gäbe. Zum Vergleich: Der Kirchturm von St. Dionysius ist 35 Meter hoch.

„Bei der jetzigen Planung sind die Mindestabstände zu den Wohnhäusern so weit ausgereizt worden, dass ein Teil der Windkraftanlagen nachts im reduzierten Betrieb laufen muss, damit die maximal zulässige Schallemission überhaupt eingehalten werden kann“, berichtet die Bürgerinitiative „Gegenwind Havixbeck“. Die Anwohner aus Natrup sorgen sich um ihre Gesundheit; sie befürchten massive Emissionen der Windkraftanlagen wie Lärm, Schattenschlag und Infraschall.

Die rhythmisch pulsierenden Signale könnten die für Infraschall extrem empfindlichen Sinneszellen im Innenohr und im Gleichgewichtsorgan beeinflussen. Die ausgelösten elektrischen Signale pflanzten sich im Gehirn fort, auch wenn der Anwohner kein Geräusch (Infraschall) bewusst wahrnimmt, haben die Bürger sich erkundigt. Dieses könne zu Schlafstörungen und gesundheitlichen Erkrankungen führen. Die gesetzlichen Vorgaben für die Genehmigungsverfahren von Windkraftanlagen berücksichtigten den Infraschall überhaupt nicht.

Die Fotomontage zeigt, wie es in Zukunft in der Bauerschaft Natrup aussehen könnte.

Die Fotomontage zeigt, wie es in Zukunft in der Bauerschaft Natrup aussehen könnte. Foto: Bürgerinitiative

Bei der Landesregierung in Düsseldorf wird über einen größeren Abstand von 1500 Metern zu Wohnhäusern nachgedacht. „Sicherlich werden diese Gedanken nicht grundlos sein“, so die Natruper. Den neuen Winderlass gibt es zurzeit als Entwurf. Verabschiedet wurde er noch nicht.

„Gegenwind Havixbeck“ stellt sich nicht generell gegen die Nutzung der Windenergie und regenerativer Energien, aber es müsse mehr Rücksicht auf die Anwohner genommen werden, indem die Abstände zu den Wohnhäusern erweitert würden und die Beleuchtung der Windkraftanlagen nachts nur eingeschaltet würde, wenn sich ein Flugobjekt den Windkraftanlagen nähere. Durch moderne Technik sei dies problemlos möglich.

Ein weiteres wichtiges Argument für die Bürgerinitiative sind die Stromtrassen. „Solange nicht die benötigten Nord-Süd-Stromtrassen realisiert sind, wird durch jedes neu aufgestellte Windrad die Netzsicherheit weiter gefährdet sein. Die hieraus entstehenden Milliardenzahlungen für nicht eingespeisten Strom steigen von Jahr zu Jahr weiter an“, heißt es in einer Pressemitteilung von „Gegenwind Havixbeck“.

Nicht eine einzige Kilowattstunde Strom, die von den Windkraftanlagen in Natrup produziert werde, könne in Havixbeck genutzt werden. Die Ansichten zu Windkraftanlagen seien unterschiedlich. Die raumbedeutenden Bauwerke und Industrieanlagen würden nachhaltig den Gesamteindruck von Havixbeck und damit das Orts- und Landschafsbild sowie den schützenswerten Höhenzug der Baumberge beeinflussen, so die Meinung der BI.

Die Anwohner von Natrup wünschen sich, dass sich noch etwas mehr Zeit genommen und abgewartet wird, welchen Beschluss die Landesregierung fasst.

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