Offenheit hat ihn überzeugt
Pascal Juranek kam für ein Soziales Jahr und blieb zur Ausbildung als Heilerziehungspfleger

Havixbeck -

„Alles, was du über andere lernst, bringt dich selber weiter“, ist Pascal Juranek überzeugt. Und was er seit 2013 im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) im Stift Tilbeck und in seiner anschließenden Ausbildung zum Heilerziehungspfleger erfahren hat, hat den 23-Jährigen überzeugt: „Die Zeit hier, hat mir deutlich gemacht, wohin mein Weg geht!“

Sonntag, 24.12.2017, 06:12 Uhr

Pascal Juranek, angehender Heilerziehungspfleger, bewundert die farbenfrohen Bilder von Stift- Tilbeck-Bewohnerin Marianne.
Pascal Juranek, angehender Heilerziehungspfleger, bewundert die farbenfrohen Bilder von Stift- Tilbeck-Bewohnerin Marianne. Foto: Marita Strothe

Als er vor vier Jahren als FSJler nach dem Abitur aus seinem Zuhause in der Nähe von Versmold in ein Zimmer auf dem Stiftsgelände zog, war er noch auf der Suche. Nach der Schule habe er gar nicht gewusst, welchen beruflichen Weg er einschlagen sollte, blickt er zurück. Als dann seine beiden Musiker-Freunde Adrian Corba und Jonas Schaub – zusammen sind die Drei die Band „Took Refuge“ – ihm erzählten, dass sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Havixbecker Behindertenhilfe anstrebten, entschloss er sich, im Stift Tilbeck zu hospitieren. Danach war ihm klar: „Ich gehe mit nach Havixbeck.“

Und so startete das Trio gemeinsam ins FSJ und hatte nebenbei auch gleich auf der Adventsfeier den ersten Auftritt im Stift mit Alternativ Progressiv Rock. „Ich habe hier schnell gemerkt, dass man hier sich selbst sein kann“, freut sich Pascal Juranek über die Offenheit, mit der sich die Menschen hier begegnen.

Ein Jahr war den drei jungen Männern dann im Stift Tilbeck nicht genug. Nach dem Sozialen Jahr entschlossen sie sich, eine Ausbildung zu Heilerziehungspflegern anzuhängen. Dieser Beruf ist entweder schulisch zu erlernen oder, wie es auch Pascal Juranek gewählt hat, als dreijährige duale Ausbildung.

Heilerziehungspfleger sind für die pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung und Betreuung von Menschen mit Behinderung zuständig. Sie begleiten die zu Betreuenden stationär und ambulant bei der Bewältigung ihres Alltags. Überwiegende Einsatzbereiche sind stationäre und teilstationäre Einrichtungen zur Eingliederung und Betreuung von Menschen mit Behinderung wie beispielsweise Wohn- und Pflegeheime oder Tagesstätten.

Während des Unterrichts lernen angehende Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegerinnen unter anderem Verhaltensweisen von Menschen mit Behinderung zu verstehen, richtig einzuordnen und kompetent darauf zu reagieren sowie umfangreiches Basiswissen zu den Bereichen Gesundheit, Pflege und Psychiatrie.

Die Ausbildung dient außerdem dem Vermitteln von Inhalten im kreativ-musischen Bereich mit Musik, Rhythmik, Werken, Gestalten und Spiel, im sprachlich-kommunikativen Bereich mit Sprachförderung, basaler Kommunikation, unterstützter Kommunikation und Gesprächsführung sowie im gesundheits-bewegungsorientierten Bereich mit Psychomotorik.

Pascal Juranek schätzt im Stift Tilbeck die Wechselwirkung zwischen Schule und Einrichtung. „Die Theorie wird mit an den Arbeitsplatz genommen, auch mit den Teamkollegen diskutiert und während der Arbeit mit den Bewohnern verdeutlicht“, erzählt er. Während seiner Ausbildung, die er nächsten Sommer abschließen wird, war er unter anderem in den Tilbecker Werkstätten, beim Dienst „in-takt“ und in verschiedenen Wohnbereichen tätig. Zurzeit arbeitet er wieder in einem Wohnbereich und freut sich über den intensiven Kontakt mit den Bewohnern.

Nach seiner Ausbildung strebt er, ebenso wie seine beiden Mitstreiter, ein Studium an. Trotzdem ist Pascal Juranek sich ganz sicher: „Es wird mich immer wieder hierher ziehen.“

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