Bienensterben
„Ein ernstes Phänomen“

Havixbeck -

Es ist nicht neu, aber es tritt zuletzt deutlich gehäufter auf: das Bienensterben. Imker Werner Gerdes hat sich über die Gründe dafür Gedanken gemacht.

Freitag, 11.08.2017, 19:00 Uhr aktualisiert: 11.08.2017, 20:55 Uhr
Vater und Sohn: Mike und Werner Gerdes mit Kleinrähmchen aus der Mini-Beute zur Zucht von Königinnen. Insgesamt gibt es in jeder Beute sechs Rähmchen. Foto: Klaus Schulte

Bienen brauchen Nahrung, die in erreichbarer Nähe sein muss. „Doch das wird heutzutage immer schwieriger“, weiß Werner Gerdes . Der 69-jährige Havixbecker imkert seit 40 Jahren. „Wo früher zwölf Bienenvölker an einem Bienenstand reichlich Nahrung fanden, stehen heute nur noch sechs.“ Der leidenschaftliche Imker beklagt den Rückgang an Blütenvielfalt. „Es ist ja nicht so, dass nichts mehr blüht, doch wenn, dann blüht alles zur gleichen Zeit. Und dann folgt eine Trachtpause.“ Früher sei die Vielfalt größer gewesen. „Die Natur lieferte einfach mehr.“ Der Imker musste nicht so sehr eingreifen, alles ging fast wie von selbst. Die Erträge waren gleichmäßiger und im Prinzip sogar höher.

Der Verlust an Nahrungsgrundlagen führe zur Schwächung der Bienenvölker. Das werde heute zum Teil durch züchterische Maßnahmen kompensiert. Die Bildung von Jungvölkern diene dabei der Verstärkung „schwächelnder“ Völker. Und beim Verlust ganzer Bienenvölker stünden sie als Reserve zur Verfügung.

Nachdem Werner Gerdes vor einiger Zeit den größten Teil seiner 150 Bienenvölker seinem Sohn Mike übergeben hat, widmet er sich ganz der Züchtung. Ziel sei es, die „Robustheit und Anpassungsfähigkeit der Biene an die veränderten Bedingungen voranzutreiben“.

Ernstes Phänomen

Seit zwei Jahren nimmt er an Versuchen teil, durch züchterische Maßnahmen, insbesondere die durch die Varroa-Milbe verursachten Schäden zu reduzieren. Die Milbe schwäche das Immunsystem der Biene und übertrage Viruserkrankungen. Diese hätten in den letzten Jahren zu starken Völkerverlusten geführt.

„Das Bienensterben ist ein ernstes Phänomen, das es grundsätzlich nicht erst seit heute gibt“, erklärt Gerdes. „Sporadisch tritt es immer mal wieder auf. Das Problem konnte bisher auch von der Wissenschaft nicht eindeutig geklärt werden. Die Häufigkeit und das Ausmaß hat sich in den letzten Jahren jedoch deutlich erhöht.“

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Dass sich trotz dieser Pro­blematik immer mehr Neuimker für das schöne Hobby begeistern lassen, freut ihn besonders. Die von ihm initiierten und teilweise selbst geleiteten jährlichen Schulungen und Schnupperkurse tragen Früchte. Der Imkerverein Havixbeck und Umgebung, dem Werner Gerdes vorsteht, erfreut sich steigender Mitgliederzahlen.

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