Imker berichten über ihre Honigernte
Frühjahrs-Frust und Sommer-Sonne

Ascheberg/Herbern -

Hat es sich gelohnt? Das erste Echo auf diese Frage haben die WN abgefragt.

Samstag, 17.08.2019, 08:00 Uhr
Uwe Stegemann(oben links) und Ludger Bohnenkamp(unten rechts) informierten über die Honigernte. Foto: hbm

Einer schwachen Ernte im Frühjahr ließen die Bienenvölker ein ordentliches Sommerergebnis folgen. Die Imker sind darum mit dem Resultat, das nach dem Schleudern blieb, zufrieden. Kreisvorsitzender Uwe Stegemann aus Herbern und der Ascheberger Ludger Bohnenkamp , Vorsitzender des Imkervereins Herbern, kommen durch eigene Ernteergebnisse und Gespräche mit Kollegen zum gleichen Bilanzergebnis.

„Es ging im Frühjahr gut los. Bei warmen Temperaturen und einem guten Nahrungsangebot haben die Völker sich vermehrt und die ersten Waben waren schnell voll“, berichtet Bohnenkamp. Mit dem Nachhängen von Waben, schlug dann aber das Wetter um. Stegemann erklärt: „Der Mai war dann kälter und feuchter. Die Bienen sind kaum noch geflogen.“ Um satt zu werden, hätten sie sich bei den Waben bedient, die in der guten Phase gefüllt worden waren. Beim ersten Schleudergang war das Honigresultat darum dürftig.

Ganz anders im Sommer. „Ich bin mit meiner Ernte sehr zufrieden“, berichtet Stegemann. Bohnenkamp, der am 8. Juli geschleudert hat, sagt ebenfalls: „Das Ergebnis war ganz gut.“ Vielleicht auch, weil die Erwartungen nicht übermäßig hoch waren. Es war zwar warm und trocken, so dass die Bienen ständig unterwegs waren, aber bei der Hitze hatte Bohnenkamp so seine Bedenken: „Wenn unten der Boden trocken ist, kommt oben weniger Nektar an.“ Insgesamt rechnet er damit, dass beim Veröffentlichen konkreter Zahlen in einigen Wochen für das Jahr ein Minus zu verzeichnen ist. Dass die Bienen trotz Trockenheit einiges zusammengetragen haben, erklärt Stegemann damit, „dass die Linden erstaunlicherweise viel Nektar produziert haben.“

Bohnenkamp glaubt, dass viele kleine private und öffentliche Maßnahmen den Verlust von Insekten wenigstens gestoppt haben: „Wenn ich bei Menses Mühle schaue, was das fliegt und krabbelt, das ist schon mehr geworden.“ Für Stegemann bleibt es aber dabei, dass viele Flächen für Bienen wie eine Wüste sind: „Wo Mais angebaut wird, finden Bienen nichts. Das sind Windbestäuber, die mit Pflanzenschutzmittel behandelt werden. Da finden nicht einmal Ameisen etwas.“

Neuerdings veröffentlichter Kritik an Imkern, sie würden mit ihren Honigbienen anderen Insekten Raum und Nahrung nehmen, widerspricht Stegemann: „Da muss man nur auf die Zahlen schauen, wie viele Völker es vor 60 Jahren bei viel mehr Insekten gab und wie viele Völker es heute sind. Obwohl die Zahl der Imker seit fünf, sechs Jahren gestiegen ist, gibt es nicht mehr Bienen.“ Aus dem Bündel von Argumenten mag Stegemann gar nicht alles erzählen: „Die Behauptung ist einfach falsch. Wildbienen leben und ernähren sich anders.“ Als völligen Blödsinn bezeichnet der Kreisvorsitzende, dass im Sommer geraten wurde, ein Wasser-Honig-Gemisch für Insekten aufzustellen. Der Duft sorgt dafür, dass die Völker sich den Honig in ihrem Bienenstöcken streitig machen – kriegerisch und mit großen Verlusten.

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