Dirk Loddenkemper ist Kurator im Züricher Zoo
Eine tierische Wohlfühloase

Ascheberg -

Er fühlt sich wohl, tierisch wohl - der Ascheberger Dirk Loddenkemper arbeitet im Züricher Zoo.

Dienstag, 13.08.2019, 19:00 Uhr
Dirk Loddenkemper kümmert sich als Kurator auch um die Kamele. Foto: privat

„Ich fühle mich tierisch wohl.“ Dirk Loddenkemper hat die Worte fürs aktuelle Lebensgefühl bewusst gewählt. Denn Tiere bestimmen den Alltag des Aschebergers, der seit November 2017 im Zoo Zürich arbeitet. Dort ist der studierte Biologe Kurator für Raub- und Huftiere sowie für den Zoolino Streichelzoo.

„Ich habe schon während meines Studiums als Zooführer im Allwetterzoo Münster gearbeitet“, berichtet der 33-Jährige. Auf die Stelle in Zürich hat Loddenkemper sich „auf gut Glück“ beworben, denn „auf solche Stellen gibt es immer eine Menge Bewerber.“ Beim Stichwort „Zürich“, aktuell die Nummer drei bei einem europäischen Zoo-Ranking, musste er nicht zwei Mal überlegen. Seit 21 Monaten kümmert Loddenkemper sich um die biologischen, fachlichen Fragen rund um Schneeleoparden, mongolische Wölfe und Kamele.

Über den Dächern von Zürich

Über den Dächern von Zürich Foto: privat

Das Wohlergehen und Beschäftigen der Tiere hat die höchste Priorität. Für die Besucher soll ein Zoobesuch zum Erlebnis werden. Und schließlich werden Zuchtprogramme verfolgt. Das spielt sich dann laut Loddenkemper wie folgt ab: „Es wird vom Zuchtbuchkoordinator eine Empfehlung ausgesprochen, welches Individuum wir aus einem anderen Zoo zu uns holen sollten und dann hoffentlich zur Zucht bringen. Anschließend gehen wir mit diesem Zoo in Kontakt und lassen das Tier dann zu uns nach Zürich bringen.“ Der Tiertausch der Zoos funktioniert ohne zu bezahlen, denn es geht um die Lebewesen und nicht ums Geld verdienen. In seinem Bereich arbeitet Loddenkemper eng mit den Tierpflegern zusammen. Aktuell erhält der Zoo eine neue Savannenlandschaft.

Dirk Loddenkemper liebt die Berge

Dirk Loddenkemper liebt die Berge Foto: privat

Die Sprache im Zoo ist Schwiizerdütsch. „Das war am Anfang schwierig. Wenn jemand auf hochdeutsch umswitcht, bitte ich ihn immer, wieder Mundart zu sprechen“, erklärt der Westfale. Er will nicht so schnell wieder weg: „Die Arbeit macht Spaß, die Kollegen sind nett. Ich bin sozial gut eingebunden, habe Freunde gefunden, gerade eine nette Schweizerin kennengelernt und keine anderen Pläne.“

Die schwierige Wohnungssuche ist abgehakt. Loddenkemper hat gelernt, dass die Schweizer, vielleicht durch die Möglichkeit zum Volksentscheid, sehr politisch sind. Dass mit Franken und nicht mit Euro bezahlt wird, erwähnt der Ascheberger schon fast nicht mehr. Auch die höheren Preise und Gehälter sind Alltag. „Als ich mich vorgestellt hatte und anschließend einen Döner essen wollte, musste ich 9,50 Franken zahlen. Da habe ich erst geschluckt“, sagt Loddenkemper, „jetzt trifft das nur meine Besucher aus Deutschland“. Seine neue Heimat beschreibt der Kurator mit dem Wort „lebenswert“. Er spricht von einer schönen alten Architektur. Vom Zürichsee und dem Fluss Limmat, in denen er schon gebadet hat. Für einen gebürtigen Münsterländer, der gerne wandert und Ski fährt, hätte der Ortswechsel zudem nicht perfekter laufen können. Dazu hat der Abwehrmann der Disco-Dritten des TuS Ascheberg mit Racing Zürich 2 auch gleich eine neue Fußballmannschaft gefunden: „Das war mir wichtig, allerdings muss ich nach einem Kreuzbandriss gerade pausieren.“

Der Zoo-Kurator im Einsatz.

Der Zoo-Kurator im Einsatz. Foto: privat

Vergleichbar mit der Heimat ist das Ehrenamt. „Wir haben über 300 Freiwillige, die im Zoo mitarbeiten“, informiert Loddenkemper. Weil die Devise „Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen“ gilt, fühlt sich der Zoo dem Naturschutz verpflichtet. Auf Madagaskar engagiert er sich beispielsweise für den Schutz des Masoala Nationalparks. Insgesamt acht Naturschutzprojekte werden mit über 1.5 Millionen Franken im Jahr unterstützt.

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